Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
von Susanne Abel
Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führtAm Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend ...
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Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
von Susanne Abel
Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führtAm Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend ...
Aktuelle Rezensionen(36)
Unglaublich berührende Geschichte, die mich traurig und sprachlos zurück lässt.
Erschreckend Grausam Das Hörbuch ist professionell produziert. Die Sprecherin passt perfekt, um diese Geschichte zu lesen. Eine Geschichte, die alles andere als leichte Kost ist. Es beginnt Anfang der 2000er. In diesem Zeitstrang geht es um Emily, Jana, Sabine, Margret und Hardy. 4 Generationen einer Familie, die die Folgen der Geschehnisse kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, auch in 4. Generation noch spürt. Wir werfen immer wieder Blicke in die Vergangenheit von Margret und Hardy. Eine harte Vergangenheit, geprägt von Misshandlungen, körperlich und seelisch, welche nie aufgearbeitet wurden. Schon ab der ersten Hörminute hat mir eines gefehlt: Liebe. Auch wenn Margret und Hardy alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten getan haben, ihrer Urenkelin Emily eine gute Kindheit zu ermöglichen, fehlt einfach die Liebe. Nach und nach erfährt man, warum es so sein könnte, trotzdem tut mir die komplette Familie leid, auch wenn man zum Ende hin etwas mehr Liebe spüren kann. Dass sie keine Liebe erfahren haben und sie vielleicht genau deshalb nicht gut weitergeben können und sich das von Generation zu Generation weiterzieht. Traumata gehen nicht weg, wenn man sie ignoriert. Es ist grausam, was den Kindern in der damaligen Zeit angetan wurde, ich finde es wichtig, diese Geschichten weiter zu erzählen, auch wenn sie weh tun. Die Triggerwarnung zu Beginn des Buches finde ich absolut berechtigt, denn auch wenn man keine Traumata hat, sind einige Textpassagen wirklich schwer zu ertragen. Mein Fazit: ein wirklich gutes Buch, gut erzählt und wieder einmal grandios recherchiert und hervorragend vorgelesen von Vera Teltz.
Ein so ergreifendes und fesselndes Buch. So eine komplexe und traurige, realitätsnahe Geschichte. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte gerade die letzte Stunde kaum ertragen. Absolute Empfehlung!
Mein bisheriges Jahreshighlight
"In jener Welt, in der Kinder nur eine Nummer waren..." Du musst meine Hand fester halten Nr. 104“ war für mich wirklich harter Tobak und gleichzeitig ein unglaublich wichtiges Buch, das ich sehr wertschätze. Die Geschichte setzt sich mit dem Schicksal verwaister und verlorener Kinder in der Nachkriegszeit auseinander und beleuchtet schonungslos die oft grausamen Zustände in Kinderheimen bis hinein in die 70er Jahre. Dabei zeigt das Buch nicht nur einzelne Schicksale, sondern zeichnet auch ein eindringliches Bild der Lebensumstände im Nachkriegsdeutschland. Besonders berührt haben mich die Zeitsprünge in die Gegenwart. Sie machen auf sehr eindrucksvolle Weise deutlich, dass der Schmerz mit Verdrängung nicht einfach mit einer Generation endet. Das Thema Familientrauma zieht sich spürbar durch die Geschichte und zeigt, wie tief solche Erfahrungen noch die nächsten Generationen prägen können. Auch fand ich es sehr eindrucksvoll, dass uns ein Charakter im Buch vor Augen führt, dass diese Themen längst nicht nur der Vergangenheit angehören. Auch heute noch sind Krieg, Verlust und entwurzelte Kindheiten für viele Kinder bittere Realität und das Schicksal scheint sich durch Kriege immer wieder zu wiederholen. Der Schreibstil war dabei angenehm einfach und flüssig, sodass man trotz der schweren Thematik förmlich durch die Seiten getragen wurde. Die Figuren waren so liebevoll und authentisch ausgearbeitet, dass man das Gefühl hatte, jeden Einzelnen persönlich zu kennen und mit ihnen mitzufühlen. Das Ende hat mich schließlich völlig gebrochen: bittersüß, traurig und gleichzeitig irgendwie hoffnungsvoll. Ein Happy End mit schmerzhaftem Nachgeschmack. Die Augen blieben definitiv nicht trocken