»Wäre meine Schwester nicht schön gewesen, dann wäre all das nie passiert.«Ruby Cooper und ihre Schwester Erin führen ein idyllisches Leben in Boston, getragen vom starken Zusammenhalt ihrer Kirchengemeinde. Als Ruby sechzehn ist, wird sie in einen Vorfall verwickelt, der die geordnete Welt ihrer Familie einstürzen lässt. Ruby flieht in die Heimat ihrer Mutter. Doch über Jahrzehnte hinweg werden die Nachwirkungen eine Spur der Verwüstung hinterlassen – für Ruby in Dublin und für Erin in Boston.Ruby möchte eigentlich nicht an die Vergangenheit denken.Doch Geheimnisse lassen sich nicht für immer bewahren.
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Die Wahrheit über Ruby Cooper
von Liz Nugent, Astrid Gravert
»Wäre meine Schwester nicht schön gewesen, dann wäre all das nie passiert.«Ruby Cooper und ihre Schwester Erin führen ein idyllisches Leben in Boston, getragen vom starken Zusammenhalt ihrer Kirchengemeinde. Als Ruby sechzehn ist, wird sie in einen Vorfall verwickelt, der die geordnete Welt ihrer Familie einstürzen lässt. Ruby flieht in die Heimat ihrer Mutter. Doch über Jahrzehnte hinweg werden die Nachwirkungen eine Spur der Verwüstung hinterlassen – für Ruby in Dublin und für Erin in Boston.Ruby möchte eigentlich nicht an die Vergangenheit denken.Doch Geheimnisse lassen sich nicht für immer bewahren.
Aktuelle Rezensionen(4)
Mich hat Die Wahrheit über Ruby Cooper von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil ist angenehm und spannend, sodass ich das Buch geradezu verschlungen habe und es beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der beiden Schwestern Ruby und Erin erzählt wird. Dadurch bekommt man einen sehr unterschiedlichen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und versteht nach und nach, wie sehr die Ereignisse beide geprägt haben. Für mich ist das Buch vor allem ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was eine einzige Lüge anrichten kann. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, wie viele Menschen durch Lügen, Verschweigen und Manipulation in Mitleidenschaft gezogen werden und wie weitreichend die Konsequenzen sein können. Ruby war für mich dabei eine unglaublich ambivalente Figur. Es gab durchaus Momente, in denen sie mir sympathisch war und ich Verständnis für sie hatte. Doch dann gab es wieder Situationen, in denen ich einfach nur fassungslos dasaß und dachte: Nein, das kann sie jetzt nicht wirklich tun. Besonders erschreckend fand ich, wie leichtfertig sie ihre Lügen immer wieder vor sich selbst rechtfertigt. Dadurch wurde sie für mich zu einer Figur, die man zwar verstehen möchte, deren Verhalten aber zunehmend schwerer nachzuvollziehen ist. Auch das Ende hat für mich noch einmal sehr deutlich gezeigt, was für ein Mensch Ruby letztendlich ist. Es hat mich schockiert und gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Geschichte noch lange in meinem Kopf geblieben ist. Die Wahrheit über Ruby Cooper ist definitiv kein Buch, das man einfach zuklappt und sofort wieder vergisst. Es zeigt auf eindringliche und teilweise schockierende Weise, wie viel eine Lüge zerstören kann – und wie viele Leben davon betroffen sein können. Für mich ein wirklich krasses und eindrucksvolles Buch, das mich sehr gefesselt und definitiv noch eine Weile beschäftigt hat. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.
Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht erfüllt wurden. Der Anfang ging stark los, der mittlere Teil hatte für mich zu viele unspektakuläre Szenen, die es nicht gebraucht hätte, das Ende war wieder okay. Ich hatte ständig den Gedanken, wann wird es wieder spannender.
Super Buch! Fande aber "die seltsame Sally Diamond" einen Tick besser!
Die Wahrheit über Ruby Cooper von Liz Nugent von Gutkind Verlag ist ein intensiver Roman, eher sogar eine Charakterstudie, der sich mit Schuld, Lügen, familiären Konflikten und den langfristigen Folgen einer einzigen Entscheidung beschäftigt. Die Geschichte beginnt Ende der 1990er-Jahre in Boston. Ruby Cooper wächst gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Erin in einer streng religiösen und nach außen hin harmonischen Familie auf. Als die sechzehnjährige Ruby ihren Schwager in spe eines schweren Verbrechens beschuldigt, zerbricht das Leben der gesamten Familie. Ruby zieht mit ihrer Mutter nach Dublin, während Erin und ihr Vater in Boston bleiben. Über viele Jahre hinweg verfolgt der Roman die beiden Schwestern und zeigt, wie sich das damalige Ereignis auf ihre Beziehungen, ihre Persönlichkeiten und ihr gesamtes weiteres Leben auswirkt. Nach und nach kommen neue Details ans Licht, die das Geschehen in einem anderen Licht erscheinen lassen und die moralischen Grenzen zwischen Wahrheit, Schuld und Selbsttäuschung verschwimmen lassen. Liz Nugent erzählt die Handlung aus wechselnden Perspektiven, wodurch die Figuren vielschichtig wirken und ihre Beweggründe nachvollziehbar werden, auch wenn sie häufig fragwürdige Entscheidungen treffen. Ruby ist eine komplexe Protagonistin: verletzlich, egozentrisch, manipulativ und von ihren eigenen Traumata geprägt. Sie gehört zu den Figuren, die man nicht unbedingt sympathisch findet, deren Entwicklung jedoch durchgehend fesselt. Wenn wir über Sympathien sprechen, so fand ich keinen der Charaktere ansprechend. Erin bildet den Gegenpol zu ihrer Schwester. Sie versucht, ihr Leben unter Kontrolle zu halten, leidet jedoch ebenso unter den Folgen der Vergangenheit und ihrer eigenen Schuld. Auch die Eltern Maureen und Doug sind glaubwürdig gezeichnet, wenn auch oft in ihren Handlungen nicht nachvollziehbar, und verdeutlichen, wie unterschiedlich Menschen mit Krisen und familiären Zerwürfnissen umgehen. Der Roman lebt weniger von rasanter Spannung als von der stetig wachsenden psychologischen Intensität. Mit jeder Enthüllung verändert sich der Blick auf die Figuren und ihre Entscheidungen. Auch das Gefühl der Verständnis für die Protagonisten, schwindet. Liz Nugent entwickelt die Geschichte ruhig, aber wirkungsvoll. Die Sprache ist klar, nüchtern und gleicht einer Berichterstattung. Besonders gelungen ist die Darstellung der zerstörerischen Kraft von Geheimnissen und der Frage, wie weit Menschen gehen, um ihre eigene Wahrheit aufrechtzuerhalten. Wer komplexe Charakteren, moralischen Grauzonen und einer emotionalen Familiengeschichte schätzt, findet in Die Wahrheit über Ruby Cooper einen ebenso verstörenden wie nachdenklich stimmenden Roman.