Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer.Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.
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Der Markisenmann
By Jan Weiler
Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer.Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.
Popular Reviews(34)
Der Markisenmann“ erzählt von Kim, die einen Sommer bei ihrem ihr fast fremden Vater Ronald verbringen soll. Aus anfänglicher Distanz entwickelt sich langsam eine vorsichtige Annäherung – getragen von skurrilen Alltagssituationen, Familiengeheimnissen und der Frage, wie viel Nähe nach Jahren der Entfremdung überhaupt noch möglich ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Jan Weiler erzählt mit einer schönen, leichten Sprache, warm, humorvoll und gleichzeitig überraschend berührend. Besonders gelungen fand ich, wie liebevoll die Figuren gezeichnet sind und wie sich die Beziehung zwischen Kim und Ronald ganz allmählich entwickelt, ohne große Effekte zu brauchen. Trotz der lockeren Erzählweise steckt einiges an Melancholie und Tiefe in der Geschichte. Gerade diese Mischung aus Wärme, Humor und ernsteren Themen hat für mich sehr gut funktioniert. Der Schluss war für mich etwas flach. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass diese Geschichte kaum leicht zu einem wirklich überzeugenden Ende zu bringen ist, ohne entweder zu glatt oder sehr! traurig zu werden. Insofern kann ich mit der gewählten Lösung gut leben, auch wenn das Buch damit ein wenig verliert. Insgesamt ein sehr liebevoll erzähltes, berührendes Buch mit viel Wärme und schönen Figuren.
Was mir an dem Buch gefallen hat: wie Kim sich allmählich einlebt, ankommt und ihr sonstiges Leben inklusive ihres bisherigen Konsumverhaltens hinterfragt. Außerdem mochte ich den Sanftmut von Ronald Papen und dass mich die Vater-Tochter-Beziehung zumindest in dem Ausmaß gepackt hat, als dass mich Kims Abschied und Ronalds Geständnis berührt haben. Dennoch muss ich leider sagen, dass mich der Roman letztlich nicht überzeugen konnte. In erster Linie deshalb, weil ich mich regelmäßig gefragt habe, ob der auf mich eher "altbacken" wirkende Erzählstil tatsächlich zu einer 30-Jährigen oder gar 16-Jährigen Erzählerin passt (für mich nicht). Insofern fand ich das Ganze an einigen Stellen wenig authentisch – dadurch blieb an diesen Stellen das Hineinfühlen bei mir aus. Im Hauptteil des Buches lag der Fokus außerdem derart stark auf den Verkaufsgesprächen, dass die Erzählung wie eine Aneinanderreihung von sich ähnelnden Szenen wirkte. Dadurch erschien mir der Mittelteil langatmig. Hinzukommt, dass der Autor zwei Begriffe nutzt (in teils problematischen Kontexten), die in mir alle Alarmglocken haben aufschrillen lassen. Das Buch wurde 2021 geschrieben – warum ist weder der Autor noch das Lektorat auf die Idee gekommen, dass solche Formulierungen (freundlich ausgedrückt) total unterirdisch sind?? Am absolut absurdesten fand ich die Stelle im Buch, in der Kim ihre Tage kriegt und ihrem Vater davon erzählt. Ja, Menschen mit Gebärmutter menstruieren – noch nie davon gehört oder was? Dass das Ganze als Tabuthema aufgezogen wird und Ronald Papen reagiert à la "Ach du scheiße, was soll ich jetzt nur als Mann tun??" fand ich ehrlich gesagt mehr als lächerlich und zum Kopfschütteln. Dass Autor:innen (mal mehr, mal weniger) eigene Sichtweisen, Erfahrungen und Gefühle in ihre Geschichten verweben, ist mir klar. Leider hat sich "Der Markisenmann" für mich allerdings nicht wie erhofft wie eine sweete Sommerferiengeschichte aus der Sicht einer 16-jährigen angefühlt, sondern eher an die Erzählweise eines Mannes in den 40ern oder 50ern erinnert und in mir die Frage aufgeworfen, ob Jan Weiler nicht eher aus der Sicht von Oktopus, Klaus oder Achim hätte schreiben sollen. Das wäre vielleicht authentischer gewesen.
Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Das Setting ist teilweise fast filmisch beschrieben, was die Orte bildlich vorstellbar werden lässt. Dem Autor scheint viel dran gelegen, „Wokeness“ abzustrafen. Es wirkt so, als seien einige Begriffe jeweils vor allem genutzt worden, um Kritik an diskriminierender Sprache etwas entgegen zu setzen und sie für albern und überzogen zu framen. Ich frage mich, welche jugendlichen Mädchen ihre Periode mit dem rassistischen Fremdbegriff für indigene Menschen benennen. Der Verzicht auf dieses und weitere Wörter hätte dem Buch nicht geschadet, was ansonsten auf jeden Fall 5 Sterne von mir bekommen hätte.
Witzig und humorvoll aber auch zart und voller Liebe. Ein unerhört wunderbares Buch.
Für mich ein rundum tolles und herzerwärmendes Buch, welches vor allem von den Charakteren und ihren Geschichten lebt. Das setting hab ich von Anfang an gefühlt. Was ich gut fand, dass man an den ein oder anderen Stellen gemerkt hat, dass es die Geschichte einer Teenagerin ist. Das wurde aber von der Erzählstimme eingeordnet, so hat mich das Verhalten nicht zu sehr gestört (das passiert dann manchmal, auch wenn ich weiß dass es in dem Alter völlig normal ist suboptimale Entscheidungen zu treffen). Alles in allem eine wunderbare Geschichte, die ich mir sehr gut als Film vorstellen kann!