An Rändern
von Angelo Tijssens
In die sehr persönliche Geschichte einer Freundschaft, eines Aufwachsens, flicht der Autor überzeugend Fragen des Klassismus ein, den desolaten Zustand beinahe aufgegebener Schulen, die strukturelle Gewalt einer Politik, „die nicht von den menschlichen Grundbedürfnissen ausgeht“.
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An Rändern
von Angelo Tijssens
In die sehr persönliche Geschichte einer Freundschaft, eines Aufwachsens, flicht der Autor überzeugend Fragen des Klassismus ein, den desolaten Zustand beinahe aufgegebener Schulen, die strukturelle Gewalt einer Politik, „die nicht von den menschlichen Grundbedürfnissen ausgeht“.
Aktuelle Rezensionen(9)
Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. Dort trifft er auch einen besonderen Menschen, seine 1. große Liebe. ********************* Die Beerdigung der Mutter ist vorüber. Als Leser*in muss es schlimm klingen, bei der Beisetzung nicht dabei zu sein, nach dem Roman sieht man es (vielleicht) anders. Die Mutter, Alkoholikerin, missbrauchte ihren eigenen Sohn, körperlich als auch seelisch. Liebe & Gefühle seitens der Mutter Fehlanzeige, Gewalt ist vorhanden. Ein anderes Thema ist die Identifikation der eigenen Sexualität. In seiner Jugendzeit wird er Opfer von Vergewaltigung. Er lernt ein Mann kennen, die 1.große Liebe. Bei ihm findet er Zärtlichkeit & Nähe. Beide haben nicht daran gedacht, dass sie sich nach den Jahren wiedersehen. Die schönen Erinnerungen & Gefühle kehren zurück. Was ist aus beiden geworden? Was beide wissen sobald einer geht, geht er für immer… Der Roman switcht zwischen der Vergangenheit & Gegenwart. Tijssens schreibt in der ICH-Form, manchmal in der DU-Form, versucht er dann die Story auf Distanz zu halten? Eine düstere Atmosphäre herrscht & wenig Luft zum Atmen bleibt. Auf wenigen Seiten, die keine Seitenzahlen besitzen, schafft er eine aufwühlende & tiefgründige Lektüre. Eine schnörkellose Sprache, voller Emotionen. Hoffnung gibt der Roman das im Heute vieles besser ist. Der Titel beschreibt die Typografie, an den oberen Rand ist der Text gedrängt. Intensive Melancholie gepaart mit Hoffnung ist ein Roman der lange nachhallt.
Ein schmerzhaftes Buch über Missbrauch, Homophobie und Abhängigkeit. Der intuitive, an Bewusstseinsstrom erinnernde Stil hat mir gefallen, auch wenn mich das Ende (eigentlich das ganze Buch) sehr traurig gemacht hat. Die besondere Randgestaltung mit viel Weißraum verstärkt das Gefühl von Leere, lässt aber zugleich ein zwiespältiges Gefühl zurück, u.a. weil Figuren namenlos bleiben und durch die Kürze des Romans etwas ungesagt wirkt.
Kurzweilig, ehrlich, toll geschrieben aber inhaltlich nicht einfach. Hat mir persönlich sehr gut gefallen!
Anonymität. Keine Namen. Mal kurze, mal verschachtelte Sätze. Gute Aussagen, aber bedarf sehr viel konzentration, obwohl so kurz. Mir hat etwas das Mitfühlsame Gefehlt, vllt ist das aber auch extra um die emotionale Distanz zu beschreiben
3,5 ⭐️