Der Roman über den rätselhaften Selbstmord des wohl wichtigsten Teemeisters der japanischen Geschichte bietet einen tiefen Einblick in die ästhetische und spirituelle Bedeutung der japanischen Teezeremonie zur Zeit der Samurai
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Der Tod des Teemeisters
Der Roman über den rätselhaften Selbstmord des wohl wichtigsten Teemeisters der japanischen Geschichte bietet einen tiefen Einblick in die ästhetische und spirituelle Bedeutung der japanischen Teezeremonie zur Zeit der Samurai
Popular Reviews(2)
Gut an dem Buch finde ich die schlichte Erzählweise, es lässt sich gut lesen. Wer sich für die Teezeremonie interessiert, wird "Der Tod des Teemeisters" wahrscheinlich sehr mögen. Zumal es die Zeremonie recht detailgetreu schildert und auch auf die verwendeten Gegenstände eingeht. Wer jedoch eine Art Krimi erwartet („… deckt Intrigen und geheime Machenschaften auf..“) oder für Leser:innen, die viel Spannung erwartet haben, ist dieses Buch leider relativ enttäuschend. Spannung kommt nicht wirklich auf und es gibt weder einen direkten Handlungsbogen noch Intrigen. Die Inhaltsbeschreibung ist daher eher irreführend. Denn es geht hierbei um einen Lehrling des Teemeisters, der seine Eindrücke und Gedanken dazu erzählt. Wie man zu Beginn es Buches schon lesen kann, handelt es sich um – wie der Autor sagt – die leicht abgeänderten Aufzeichnungen dieses Lehrlings; also eine Art Tagebuch. Kurzum: Für Krimi-Fans eigentlich ein Fehlgriff, doch für an Teezeremonie oder auch an Japan allgemein Interessierte lesenswert. Da ich – obwohl eigentlich Japan-Fan – eher einen spannenden Krimi erwartete, gibt es Punktabzug. [gelesen im Juli 2011]
Ohne ein Proseminar in japanischer Früher Neuzeit ist dieser schmale Band eigentlich kaum zu verstehen, geschweige denn zu genießen. Seitenlange Beschreibung von besonderem Teegeschirr und Aufzählung von Namen adliger Samurai und Teekenner verderben die Mischung zudem. Auch ist mir 160 Seiten später immer noch nicht klar, was den Protagonisten motiviert und durch die Jahre treibt, die Mistery über das Who-Dunnit kann es nicht sein, weswegen dieses Buch völlig zu Unrecht in die Krimi-Abteilung meiner Bibliothek sortiert war. Warum 2 Sterne dann, obwohl ich offensichtlich keine Freude an der Lektüre hatte und mir Überredungsstrategien überlegen musste, um mich zum Lesen zu bringen? Darum: in seinen besten Passagen bringt Inoue die Erzählung zum Leuchten, da springt ein Funke über von der Teezeremonie auf die Lesenden. Da entsteht ein Bild von einem Hain, einem Raum, einem Weg. Und vielleicht war die Lektüre an sich, eine kleine Meditation der Strenge und der Schlichtheit, obwohl ich natürlich gerne ausschweifend geschwelgt hätte.