Wenn der Abend kommt, färbt sich der Himmel im toskanischen Chianatal golden. Die Zikaden stimmen ihr Lied an, bis die Sonne zu sinken beginnt und alles ganz still wird. Manchmal steigt dann bereits der Mond zwischen den Zypressen auf, in denen sich ein Rest von Licht hält. Als die Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen mit Ende zwanzig zum ersten Mal in das malerische Dorf Lucignano reist, ist sie überwältigt vom Zauber der Landschaft. Ihr kürzlich verstorbener nonno stammt von hier, seine Familie hat seit jeher Oliven angebaut, doch er ist nie in seine Heimat zurückgekehrt und hat darüber geschwiegen, was hier vorgefallen ist. Julia begibt sich auf die Spuren ihres Großvaters, unterstützt von dem attraktiven Italiener Matteo Conti. Bei ihrer gemeinsamen Suche wird ihnen von einer Frau erzählt, die die «Schwarze Eule» genannt wurde. Die Geschichte führt in die 1940er-Jahre, in die Zeit der «Resistenza», als italienische Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpften; sie führt zu zwei Brüdern, den Olivenbauern Vito und Gianni, und zu einer tragischen Liebesgeschichte …
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Zypressensommer
von Teresa Simon
Wenn der Abend kommt, färbt sich der Himmel im toskanischen Chianatal golden. Die Zikaden stimmen ihr Lied an, bis die Sonne zu sinken beginnt und alles ganz still wird. Manchmal steigt dann bereits der Mond zwischen den Zypressen auf, in denen sich ein Rest von Licht hält. Als die Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen mit Ende zwanzig zum ersten Mal in das malerische Dorf Lucignano reist, ist sie überwältigt vom Zauber der Landschaft. Ihr kürzlich verstorbener nonno stammt von hier, seine Familie hat seit jeher Oliven angebaut, doch er ist nie in seine Heimat zurückgekehrt und hat darüber geschwiegen, was hier vorgefallen ist. Julia begibt sich auf die Spuren ihres Großvaters, unterstützt von dem attraktiven Italiener Matteo Conti. Bei ihrer gemeinsamen Suche wird ihnen von einer Frau erzählt, die die «Schwarze Eule» genannt wurde. Die Geschichte führt in die 1940er-Jahre, in die Zeit der «Resistenza», als italienische Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpften; sie führt zu zwei Brüdern, den Olivenbauern Vito und Gianni, und zu einer tragischen Liebesgeschichte …
Aktuelle Rezensionen(3)
Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan richtig in die Geschichte reinzukommen, aber es lohnt sich. Zwischendurch erlebt man eine Achterbahn der Gefühle und fiebert vollends mit allen Charakteren egal welcher Zeit mit.
Emotionale Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart 1998. Nach dem Tod ihres Großvaters reist die Hamburger Goldschmiedin Julia das erste Mal in seine toskanische Heimat. Ganz überwältigt von der malerischen Schönheit des Landes und der Landschaft, möchte sie sich dort auf die Spuren ihres Großvaters begeben. Wieso ist er nie in seine wunderschöne Heimat zurückgekehrt? Was ist während des Zweiten Weltkrieges passiert? Während ihres Vorhabens lernt sie Matteo kennen und begibt sich mit ihm zurück in die 1940er Jahre, in eine Zeit bedrückende voller Widerstand… Von der wundervoll erzählten Geschichte einmal abgesehen, haben mir insbesondere auch die fesselnden Beschreibungen über die Schönheit der Toscana sehr gut gefallen. Teresa Simon schreibt in ihrem Buch „Zypressensommer“ mit einer unheimlichen Lebendigkeit und nimmt einen dadurch ganz und gar mit auf die Reise. Das sogar in zweierlei Hinsicht, denn es geht ebenso auf Zeitreise. Während ein Teil der Geschichte im Jahr 1998 spielt und von Julias Reise, der Schönheit der Toscana und Julias Spurensuche handelt, erzähl ein anderer Teil von den 40er Jahren in Italien. Erzählt die Geschichte ihres Großvaters Gianni, ebenso wie die Geschichte von Giulia. Erzählt von Faschismus und Widerstand, erzählt von einer dunklen Seite. Gerade dieser Kontrast hat mir ganz besonders gut gefallen, Leben und Spannung in die Geschichte gebracht. Davon abgesehen empfand ich auch die Beschreibungen und Charaktere als sehr glaubwürdig und realistisch dargestellt, ebenso wie den sanft-emotionalen Schreibstil, der sich flüssig lesen lies. Abschließend gab es dann sogar noch eine kleine Rezeptsammlung und ein beeindruckendes Nachwort, was das ganze Buch nochmal irgendwie abgerundet hat. Fazit: Mich hat das Buch komplett abgeholt und ebenso berührt. Es war erschreckend und traurig, romantisch und emotional, lehrreich und wundervoll zugleich. Absolute Leseempfehlung!
Eigentlich hatte ich gar nicht viel erwartet und bin sehr positiv überrascht worden. Alle Geschichten und Figuren in den unterschiedlichen zeitlichen Ebenen haben mir gut gefallen. Gerade auch die Geschichte zu den Partisanen in der Toskana.