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Wenn die Bienen schweigen

von Caryl Lewis, Anu Stohner

Format:Softcover
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Die Farben der Rebellion sind bunt!Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
304 SeitenSoftcover
Erschienen an: July 16, 2026

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Aktuelle Rezensionen(5)

4.3(12 ratings)
KaaRezension von Kaa

Schon als ich den Klappentext zu Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Selten hat mich eine Buchbeschreibung so neugierig gemacht. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen und umso schöner war es, dass sie nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden. Dieses Buch gehört für mich ganz klar zu meinen Jahreshighlights 2026. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt. Die Folgen für Mensch und Natur sind allgegenwärtig und genau dieses Szenario hat mich unglaublich fasziniert. Es wirkte erschreckend realistisch und hat mich immer wieder darüber nachdenken lassen, wie unsere Welt ohne Bienen tatsächlich aussehen könnte. Jess war für mich eine großartige Protagonistin. Ich mochte ihren Mut und ihren Willen, nicht einfach alles hinzunehmen. Sie zeigt, dass auch eine einzelne Person etwas bewegen und Veränderungen anstoßen kann. Gerade diese Botschaft hat mir sehr gefallen und der Geschichte noch mehr Tiefe verliehen. Auch der Schreibstil hat mich komplett überzeugt. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich war so in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Gleichzeitig schafft es Caryl Lewis, eine bedrückende Atmosphäre mit einer hoffnungsvollen Botschaft zu verbinden. Ich habe an diesem Buch wirklich nichts auszusetzen. Es ist spannend, emotional und regt zum Nachdenken an. Für mich eine absolute Leseempfehlung und ein Buch, das ich mit Sicherheit noch oft weiterempfehlen werde. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten, meine Meinung bleibt dadurch unbeeinflusst.

Antje PlockRezension von Antje Plock

„Die Welt endete Jahre, bevor es irgendjemand bemerkte, und es geschah in vollkommener Stille.“ Es gibt Bücher, die man liest. Und dann gibt es Bücher, die sich leise in die Seele schleichen und dort noch lange nach der letzten Seite bleiben. „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Selten hat mich eine Dystopie so tief berührt. Nicht, weil sie mit spektakulären Katastrophen oder atemloser Action schockiert, sondern weil ihr Horror erschreckend still ist. Der Untergang beginnt nicht mit Explosionen, sondern mit dem Verstummen der Bienen und mit ihnen verschwindet nach und nach alles, was unsere Welt lebenswert macht. Jess’ Geschichte hat mich vom ersten Moment an nicht mehr losgelassen. Sie lebt in einer Welt, in der Hoffnung systematisch ausgelöscht wird. Tag für Tag bestäubt sie Blüten von Hand, gefangen in einem grausamen System, das Menschen zu Werkzeugen degradiert. Besonders erschütternd fand ich, dass selbst die Pinsel aus Menschenhaar gefertigt werden – ein kleines Detail, das die Entmenschlichung dieser Gesellschaft auf beklemmende Weise greifbar macht. Und dennoch ist dieses Buch keine Geschichte der Hoffnungslosigkeit. Es erzählt davon, wie Kunst, Erinnerungen und Menschlichkeit selbst unter den dunkelsten Umständen weiterleben können. Der Moment, in dem Jess mit den Farben an den grauen Mauern etwas erschafft, das niemand mehr aufhalten kann, hat mich tief bewegt. Manchmal reicht ein einziges Bild, um Widerstand zu entfachen. Caryl Lewis schreibt mit einer leisen, beinahe poetischen Sprache, die einen Satz für Satz einfängt. Gerade weil sie auf große Dramatik verzichtet, entfalten viele Szenen eine unglaubliche Wucht. Die wechselnden Zeitebenen, Jess’ Erinnerungen an ihre Familie und an die Welt vor dem Zusammenbruch, haben mein Herz immer wieder schwer werden lassen. Sie zeigen nicht nur, was verloren gegangen ist, sondern auch, warum es sich lohnt, darum zu kämpfen. Was mich allerdings am meisten zurückgelassen hat, war ein Gefühl, das ich kaum abschütteln konnte: Verachtung. Verachtung für all jene, die aus der Not anderer Profit schlagen. Für Menschen, die Macht über Mitgefühl stellen und Leid als Mittel zum eigenen Vorteil nutzen. Gerade weil diese Geschichte in vielen Momenten erschreckend real wirkt, hallt dieser Gedanke noch lange nach. „Wenn die Bienen schweigen“ ist für mich weit mehr als eine Dystopie. Es ist eine eindringliche Mahnung darüber, wie zerbrechlich unsere Welt ist und wie wichtig Mitgefühl, Erinnerungen und Menschlichkeit bleiben, selbst dann, wenn alles andere verloren scheint. Dieses Buch hat mich bewegt, traurig gemacht, wütend werden lassen und gleichzeitig Hoffnung geschenkt. Es ist leise, poetisch und unglaublich kraftvoll. Ein absolutes Herzensbuch und für mich ein ganz klares Highlight.

Alexa EngelRezension von Alexa Engel

Caryl Lewis entwirft mit Wenn die Bienen schweigen aus dem dtv eine beklemmende und zugleich hoffnungsvolle Dystopie, die lange nach dem Lesen im Kopf bleibt. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der die Bienen ausgestorben sind und die Folgen für Mensch und Natur verheerend sind. Um die Ernten überhaupt noch zu sichern, werden Mädchen bereits im Kindesalter in Lager gebracht, wo sie Blüten von Hand mit einem Pinsel bestäuben müssen. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie keine Rechte besitzen, ihre Zukunft bereits vorbestimmt ist und sie später zwangsverheiratet werden sollen. Was ihnen jedoch von der politischen Propaganda als Fürsorge um sie verkauft wird. Freiheit, Bildung und Selbstbestimmung sind zu einem unerreichbaren Traum geworden. Im Mittelpunkt steht die dreizehnjährige Jess, die sich trotz der harten Lebensbedingungen ihre Neugier und ihren Mut bewahrt hat. Sie hinterfragt die Regeln, an die sich alle anderen längst angepasst haben, und glaubt daran, dass es noch mehr geben muss als das Leben, das ihr vorgeschrieben wird. Sie fühlt regelrecht, dass es ein freies Leben geben muss. Besonders die Erinnerungen an ihre Mutter und die Geschichten über die Welt von früher geben ihr Kraft. Im Lager schließt sie eine enge Freundschaft mit Cass, die ihr in den dunkelsten Momenten Halt gibt. Gemeinsam erleben die beiden Hoffnung, Angst und Verzweiflung und zeigen, wie wichtig Vertrauen und Zusammenhalt selbst unter unmenschlichen Bedingungen sind. Mit jeder Begegnung wächst in Jess der Wunsch, sich gegen das bestehende System aufzulehnen. Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich Caryl Lewis die zerstörte Welt beschreibt. Die ausgestorbenen Bienen stehen nicht nur für den Verlust der Natur, sondern auch für den Verlust von Menschlichkeit. Ohne große Effekte macht die Autorin deutlich, wohin Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt und die Unterdrückung von Menschen führen können. Gleichzeitig verliert der Roman nie seinen Hoffnungsschimmer. Zwischen all der Trostlosigkeit entstehen bewegende Momente voller Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, die der Geschichte eine besondere Wärme verleihen. Der Schreibstil ist ruhig, poetisch und sehr bildhaft. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Figuren und ihre Entwicklung, auch für Details wodurch ihre Gefühle und Entscheidungen authentisch wirken. Gerade diese ruhige Erzählweise sorgt dafür, dass die emotionalen Szenen ihre volle Wirkung entfalten. Wenn die Bienen schweigen ist eine eindrucksvolle, nachdenkliche und emotionale Geschichte über den Wert der Natur, Freiheit und Menschlichkeit. Der Roman verbindet eine erschreckend glaubwürdige Zukunftsvision mit starken Figuren und einer Botschaft, die aktueller kaum sein könnte. Mich hat das Buch mit seiner Atmosphäre, den berührenden Charakteren und seiner leisen, aber eindringlichen Art vollkommen überzeugt und wird mir in Erinnerung bleiben.

SteffiRezension von Steffi

**Rezensionsexemplar** Düster, spannend und erschreckend Mit „Wenn die Bienen schweigen“ hat Caryl Lewis einen düsteren Roman geschaffen, der einen sehr nachdenklich zurücklässt. Das Cover passt für mich sehr gut zur Geschichte und spiegelt die schwermütige Stimmung wider. Mit dem Schreibstil schafft die Autorin eine beklemmende Atmosphäre und es gelingt ihr sehr eindrücklich die Verzweiflung und die Wut der Figuren zu beschreiben. Die Geschichte lässt sich leicht und flüssig lesen, schafft es aber dennoch Spannung aufzubauen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wie die Welt beschrieben wird, wie sie nach dem Verschwinden der Bienen aussieht und was es alles nicht mehr gibt, hat mich einerseits sehr traurig gestimmt, auf der anderen Seite war ich schockiert von einigen Entwicklungen. Die Zusammenhänge, was in unserer Welt alles direkt und auch indirekt von den Bienen und dem Gleichgewicht der Natur im Allgemeinen abhängt, werden hier noch einmal nachdrücklich ins Gedächtnis gerufen. Die Protagonistin hingegen fand ich richtig stark. Ihre Sicht auf die Dinge, ihr Mut und ihr Rebellionsgeist, den sie (auch dank ihrer Mutter) entwickelt, hat mich sehr beeindruckt. Die Freundschaften, die sich unter den Mädchen entwickeln, konnte ich gut nachvollziehen und es zeigt sich wieder, wie viel Kraft und Vertrauen man schöpfen kann, wenn man nicht allein ist. Auch das Verhalten der Protagonistin gegenüber ihren „Feinden“ hat mich beeindruckt. Richtig gut gefallen hat mir, wie – also mit welchem Mittel – der Funke der Rebellion gezündet wurde. Ich konnte beim Lesen richtig nachempfinden, wie dieser Funke von Mädchen zu Mädchen weiterspringt und wie sie immer mehr Mut finden. Als kleinen Kritikpunkt habe ich empfunden, dass es gern in der ein oder anderen Szene noch ein bisschen mehr in die Tiefe gehen könnte. Ich denke, das Buch hätte noch ein paar mehr Seiten vertragen, in denen die ein oder andere Stelle etwas mehr ausgearbeitet hätte sein können. Nichtsdestotrotz hat mir das Ende der Geschichte ebenfalls sehr gefallen, obwohl es mich auch ein wenig traurig zurückgelassen hat. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen und hoffen, dass es reine Fiktion bleibt.

Anne JohannsenRezension von Anne Johannsen

-eine kleine Geschichte über ein weltbewegendes Thema -überaus gut erzählt: sanft, ernsthaft, klug -Besonders die Darstellung der Freundschaften war ganz wundervoll!

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