Am College kann Lucy endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Sie schließt neue Freundschaften, feiert wilde Partys, fühlt sich frei - bis sie auf Stephen trifft. Er ist so charmant wie undurchschaubar, und auch wenn Lucy spürt, dass sie ihm nicht trauen kann, lässt sie sich auf eine Beziehung mit ihm ein, die sie immer weiter hinunterzieht in einen Strudel aus Leidenschaft, Geheimnissen und zerstörerischen Entscheidungen. Ein fesselnder Roman über die Frage, wie weit wir gehen, um das zu bekommen, was wir nicht haben können.
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TELL ME LIES
von Carola Lovering, Svantje Volkens
Am College kann Lucy endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Sie schließt neue Freundschaften, feiert wilde Partys, fühlt sich frei - bis sie auf Stephen trifft. Er ist so charmant wie undurchschaubar, und auch wenn Lucy spürt, dass sie ihm nicht trauen kann, lässt sie sich auf eine Beziehung mit ihm ein, die sie immer weiter hinunterzieht in einen Strudel aus Leidenschaft, Geheimnissen und zerstörerischen Entscheidungen. Ein fesselnder Roman über die Frage, wie weit wir gehen, um das zu bekommen, was wir nicht haben können.
Aktuelle Rezensionen(5)
"Tell me lies" ist eine Geschichte, die von toxischen Beziehungen, Manipulation und Essstörungen handelt. Sie zeigt, was unaufgearbeitete Kindheitstraumata mit Menschen macht. Sie zeigt, wie manipulativ und selbstzerstörerisch Menschen sein können und wie schnell man in einer toxischen Beziehung landen kann. Diese Geschichte ist definitiv keine Liebesgeschichte. Sie ist eher ein Beispiel dafür, wovor wir uns gegenseitig schützen sollten. Nichts ist normal daran, nur oberflächliche Gespräche zu führen. Nichts ist normal daran, immer und immer wieder betrogen zu werden. Nichts ist normal daran, immer direkten Fragen auszuweichen und ein Abhängigkeitsverhältnis zu schaffen. Lucy lernt Stephen in ihrem ersten Jahr auf dem College kennen. Eigentlich ist er nicht ihr Typ. Eigentlich wollte sie nur noch mit jemandem ausgehen, den sie auch wirklich mag. Doch Stephen ist freundlich, hört ihr zu, ist aufmerksam und charmant. Und Lucy lässt sich auf ihn ein, obwohl sie weiß, dass er eigentlich noch mit Diana zusammen ist. Er sagt, dass es längst vorbei ist und sie sich sowieso trennen. Aber das scheint nicht der Fall zu sein.. und je mehr Lucy versucht der Beziehung zu entfliehen, desto mehr kämpft Stephen darum. Und so beginnt eine jahrelange Geschichte zwischen den beiden, die niemandem gut tut. Beide, sowohl Stephen als auch Lucy sind mir unsympathisch gewesen. Stephen fehlt es an jeglicher Empathie. Er kennt keine Grenzen, weiß nur wie man manipuliert, wie man Frauen dazu bewegt, dass sie das tun, was er will. Und sie tun es immer und immer wieder. Also, warum sollte er auch irgendetwas an seinem Verhalten ändern? Ein "Twist", war aus meiner Sicht recht schnell zu erraten und ich weiß ehrlich gesagt nicht, weshalb das überhaupt teil der Handlung war. Es hat letztlich nichts geändert. Ich mochte den Schreibstil und wollte wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Das Buch wirkt echt und ungeschönt. Fast so, als könnte uns allen genau das passieren, was Lucy passiert ist. Und das hat das Buch irgendwie gut gemacht. Dennoch fehlte es auch an Einordnung. Die Essstörung von Lucy wird deutlich erwähnt, es gibt jedoch niemand, der mit Nachdruck darauf hinweist. Das Verhalten von Stephen wird deutlich und auch von vielen Personen erkannt und benannt, aber es passiert nicht genug. Mir hat, in letzter Konsequenz, eine Art Gegenpol gefehlt. Ich hätte gerne mehr "Aufklärung" gehabt, um zu sehen, dass es auch Personen in dieser Welt gibt, die eine klare Position einnehmen können.
tell me lies zeigt einen schonungslosen blick auf toxische beziehungen und emotionale abhängigkeit. solche typen machen einem in derartigen geschichten vor allem klar, was man ganz sicher nicht will. tell me lies macht unglaublich wütend, sodass man die protagonistin am liebsten schütteln und dann umarmen würde. gleichzeitig hat es eine enorme sogwirkung, sodass man zwar wütend ist, aber natürlich auch erfahren will, wie es mit lucy weitergeht. und ich will jetzt unbedingt die gleichnamige serie schauen.
Ich habe das Buch erstaunlich schnell gelesen – aber weniger aus Begeisterung, sondern weil ich wissen wollte, ob diese Geschichte irgendwann noch eine überzeugende Wendung oder Einordnung bekommt. Die zentrale Liebesgeschichte zwischen Lucy und Stephen hat für mich allerdings von Anfang an nicht funktioniert. Stephen bleibt als Figur farblos; weder wirkt er besonders interessant noch charismatisch. Dass Lucy über Jahre hinweg eine fast obsessive Anziehung zu ihm verspürt, konnte ich deshalb kaum glauben – die Beziehung wird als „toxisch große Liebe“ inszeniert, ohne dass der Text mir ein nachvollziehbares Fundament dafür liefert. Mit fortschreitender Handlung wurde mir Lucy zudem zunehmend unsympathisch, ihre Entscheidungen wirkten auf mich oft willkürlich und schwer nachvollziehbar. Sehr belastend fand ich auch die ständige Fixierung auf Körper und Gewicht: Fatshaming, permanente Vergleiche und Lucys klar gestörtes Essverhalten ziehen sich durch das gesamte Buch, werden aber kaum wirklich kritisch gespiegelt. Es gibt wenig bis keine klare Gegenstimme, die diese Muster deutlich in Frage stellt. Dazu kommt eine stark von internalisierter Misogynie geprägte Dynamik zwischen den weiblichen Figuren – viele Gespräche drehen sich nahezu ausschließlich um Männer, Sex und Partys, ohne wirkliche Tiefe oder Entwicklung. Oft hatte ich das Gefühl, dass das Buch vor allem darüber funktioniert, dass Figuren Dinge als „toxisch“, „falsch“ oder „kaputt“ benennen, ohne dass diese Dynamiken in Szenen und Handlungen wirklich erfahrbar werden. Spätere dramaturgische Kniffe und Enthüllungen wirkten auf mich eher konstruiert als organisch aus der Geschichte gewachsen und konnten meinen Gesamteindruck nicht mehr retten. Am Ende bleibt für mich ein Roman, der zwar Sog entfaltet, aber seine eigenen Themen – toxische Beziehung, Selbstwert, Essstörung, weibliche Freundschaften – weder psychologisch noch erzählerisch wirklich überzeugend ausarbeitet.
Ich habe es geliebt und gehasst zugleich. Und muss mir jetzt unbedingt gleich die Serie anschauen.
Die Geschichte zieht sich sehr und wiederholt sich immer wieder… es war unterhaltsam, aber hätte etwas schneller erzählt werden können.