Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle
von Ole Liebl
Wir kennen sie, die schweigenden Männer. Männer, die nicht über ihre Emotionen sprechen können oder sprechen wollen. Und wenn sie Gefühle zeigen, dann vor allem Wut oder Stolz, aber nur selten tiefe Trauer, ausgelassene Freude oder verletzliche Liebe. Auch nach über 100 Jahren des feministischen Kampfes wird die männliche Unfähigkeit, mit Gefühlen umzugehen, von Frauen und queeren Personen beklagt. Viele sind erschöpft von der einseitigen emotionalen Arbeit und leiden unter den Folgen. Doch auch die Männer zahlen einen hohen Preis für die Verkümmerung ihres Gefühlslebens: Ihre Einsamkeits- und Suizidraten sowie ihr Drogenkonsum liegen deutlich über dem Durchschnitt von Frauen.Dabei wird deutlich, dass Begriffe wie »das Patriarchat« zu grob sind, um die Komplexität des Themas zu erfassen. Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Männlichkeit, Gefühlen oder emotionaler Arbeit reden? Fundiert und differenziert liefert Ole Liebl eine Analyse, die die Gemeinschaft aller Geschlechter im Blick behält.
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Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle
von Ole Liebl
Wir kennen sie, die schweigenden Männer. Männer, die nicht über ihre Emotionen sprechen können oder sprechen wollen. Und wenn sie Gefühle zeigen, dann vor allem Wut oder Stolz, aber nur selten tiefe Trauer, ausgelassene Freude oder verletzliche Liebe. Auch nach über 100 Jahren des feministischen Kampfes wird die männliche Unfähigkeit, mit Gefühlen umzugehen, von Frauen und queeren Personen beklagt. Viele sind erschöpft von der einseitigen emotionalen Arbeit und leiden unter den Folgen. Doch auch die Männer zahlen einen hohen Preis für die Verkümmerung ihres Gefühlslebens: Ihre Einsamkeits- und Suizidraten sowie ihr Drogenkonsum liegen deutlich über dem Durchschnitt von Frauen.Dabei wird deutlich, dass Begriffe wie »das Patriarchat« zu grob sind, um die Komplexität des Themas zu erfassen. Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Männlichkeit, Gefühlen oder emotionaler Arbeit reden? Fundiert und differenziert liefert Ole Liebl eine Analyse, die die Gemeinschaft aller Geschlechter im Blick behält.
Aktuelle Rezensionen(1)
Ole Liebl behandelt in „Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle“ ein wichtiges Thema: die emotionale Unfähigkeit vieler Männer und ihre Folgen für Beziehungen und Gesellschaft. Stark am Buch fand ich, dass Liebl die politischen Dimensionen von Gefühlen deutlich macht und zeigt, dass auch Männer unter den starren Rollenbildern des Patriarchats leiden. Besonders spannend fand ich die Kapitel zur „Manosphere“ und zu den verschiedenen Dimensionen von „Geschlecht“. Gleichzeitig wirkte das Buch an manchen Stellen etwas unsystematisch, und mir fehlte stellenweise der rote Faden. Vor allem das „Helden“-Kapitel konnte mich nicht ganz überzeugen, was wahrscheinlich daran lag, dass ich den Großteil der referierten Filme nicht kannte. Insgesamt ist Brutal fragile Typen ein interessantes Sachbuch, das wichtige Fragen aufwirft und die Verletzlichkeit hinter männlicher Härte sichtbar macht und thematisiert. Es ist vielleicht kein klassisches Einsteiger*innenbuch, aber sehr lesenswert für alle, die sich mit dem Thema „kritischer Männlichkeit“ beschäftigen wollen, insbesondere für Männer selbst.