Empfehlungen basierend auf "Ruby Baby"
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von Trent Dalton
Ein Mädchen und seine Mutter. Seit 16 Jahren ohne festes Zuhause, ohne eigenen Namen, denn Namen sind gefährlich, wenn man auf der Flucht vor einem Monster ist. Aber das Mädchen hat einen Traum. Von einem Leben als Künstlerin. Einem Leben außerhalb des Griffs der Unterwelt von Brisbane und der Drogenkönigin Lady Flora Box. Einem Leben jenseits der Kugel, auf der ihr Name steht.Es gibt nur eine Person, die ihr helfen kann, diesen Traum wahr werden zu lassen: Lola. Sie trägt alle Antworten in sich. Aber um Lola zu finden, muss das Mädchen ohne Namen eines der schwierigsten Dinge tun, die wir je tun können. Sie muss in den Spiegel schauen.
von Catherine Newman
Seit zwei Jahrzehnten freut sich Rocky auf den jährlichen Ausflug ihrer Familie nach Cape Cod. Ihr rustikales Ferienhaus am Strand ist ein Ort voll schöner Erinnerungen, dessen schrullige Möbel und nicht zusammenpassende Töpfe und Pfannen sie wie alte Freunde begrüßen. Diesen Sommer mit ihren Kindern, die erwachsen genug sind, um ohne sie Spaß zu haben, aber noch jung genug, um sie zu brauchen, und ihren Eltern, die noch gesund sind, möchte Rocky am liebsten für immer bewahren. Eine kostbare Woche, in der alles im Gleichgewicht ist. Doch als plötzlich nicht mehr allein ihr Körper für Überraschungen sorgt, gerät die präzise ausbalancierte Urlaubsdynamik ins Wanken. Keine Familie ist perfekt, aber Rockys ist unfassbar liebenswert.
von Klára Vlasáková
Als eines Tages urplötzlich und unerklärlicherweise ein kugelförmiges Objekt über der Erde nahe einer tschechischen Kleinstadt schwebt, passiert: erst mal nichts. Die Kugel bleibt völlig unberührt von allem. Unter den Stadtbewohnern aber, die sich ihr zunächst neugierig nähern, brechen sich bald lang unterdrückte Frustrationen Bahn, und seltsame Dinge geschehen, so auch in Otos Familie. Seine Tochter Kristýna fällt nach einem Besuch der Kugel in einen tiefen Schlaf. Oto wiederum verliert seinen Job und gerät in den Bann von Predigern, die die Kugel als Aufruf zur Veränderung verstehen. Kann es den Menschen gelingen, gemeinsam ins Handeln zu kommen und eine Lösung des Kugelrätsels herbeizuführen? Erfrischend kafkaesk bringt Klára Vlsasáková die Aporien unserer Gegenwart auf den Punkt.
von Rosanna Pike
Die erste Regel des Landstreicherlebens: Bleib nicht zu lange an einem Ort, sonst fällt es den Mistkerlen auf. Tibb Ingleby hat nichts: kein Zuhause, keine Familie, niemanden, der sie beschützt – nur die Regeln, die ihre Mutter sie gelehrt hat. Als junge Vagabundin trickst sie sich durchs Leben, naiv, aber alles andere als dumm; furchtlos, aber mit einer gehörigen Portion Misstrauen gegenüber der Welt, allen voran den Männern darin. Doch auf ihrem Weg durch die Wälder und Felder des spätmittelalterlichen England trifft sie nicht zuletzt auf ebenso verlorene wie liebenswerte Außenseiter, Ausreißer und Schausteller. Tibb lernt, dass ein Zuhause nicht unbedingt ein Dach über dem Kopf bedeutet. Und endlich nicht mehr allein, wagt sie ihre bisher größte Schwindelei. Pikes Debütroman ist unglaublich originell, frech und gleichzeitig so tief bewegend wie zeitlos.
von Louise K. Böhm
Ein großes neues Erzähltalent, das entdeckt werden will: Louise K. Böhms Debüt verhandelt Freundschaft und Herkunft, wie man es noch nicht gelesen hat.Wenn Jojo ihre Herkunft einfach ausradieren könnte, würde sie es tun. Zwar hat sie das Vorstadtgrau weit hinter sich gelassen, doch an der Uni hat sie trotzdem ständig Angst, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht hierhergehört. Einzig die Arbeit im Labor gibt ihr Halt. Als Jakob in ihr Leben tritt, findet Jojo zu einer neuen Leichtigkeit. Doch dann erhält sie ein Lebenszeichen ihrer ehemals besten Freundin, und plötzlich ist alles wieder da: die Jahre mit Yara, mit der sie mehr Zeit verbrachte als mit ihren eigenen Eltern. Die auf jeden Spruch eine Erwiderung parat hatte. Und die von einem Tag auf den anderen verschwand, obwohl sie doch gemeinsam ausbrechen wollten aus der Vorstadt. Voller Klugheit und doch federleicht erzählt Louise K. Böhm die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Ein elektrisierender Roman über Herkunft und Zugehörigkeit – mit zwei Heldinnen, die man nicht wieder vergisst.
von Annika Büsing
Niemals hätte Marie gedacht, mit Mitte dreißig wieder am Küchentisch ihrer Eltern zu sitzen und eine Hundetagesstätte im Dorf ihrer Kindheit zu führen. Und doch ist das jetzt ihr Leben. Mitten im Sommer ist auch Magisch zurück, Magisch, der jahrelang in ihrem Bett geschlafen hat, mit dem sie das Punk-Pärchen im Ort war – den sie seit Jahren nicht gesehen, doch zugegeben immer vermisst hat. Aber da ist noch Andi, ihr Bruder und überzeugter Rechter – und für Marie der Zeitpunkt, ihm endgültig die Stirn zu bieten. In ihrem unverwechselbaren Ton erzählt Annika Büsing von einer unübersehbaren Liebe und dem Riss, der sich durch eine Familie zieht.
von Yael Inokai
Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon seit 45 Jahren als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett jeder Form von Unordnung begegnet. Als die Ermittlungen in die Austernbar in der fünften Etage führen, ist man schon mittendrin im Mikrokosmos dieses Kaufhauses, das von der paradoxen Sehnsucht nach vergangener Pracht und erschwinglichem Luxus lebt. Und niemand scheint sich in dieser Welt, wo Glanz und Elend, Armut und Reichtum so entwaffnend aufeinandertreffen, besser auszukennen als die 74-jährige Leonora. Doch kennt sie wirklich alle Geheimnisse und welche hütet sie selbst? Die gefeierte Stilistin Yael Inokai inszeniert eine Kriminalgeschichte, die ein feingefügtes Netz menschlicher Schicksale birgt.
von Hannah Mann
Ein Debütroman über drei Frauengenerationen zwischen Herkunft und Gegenwart. Suzanna ist Fotografin. Sie hält die Träume anderer fest und die Geister der Familie in Schach. Bis ihre Mutter von einem Tag auf den anderen verschwindet. Sie scheint sich auf eine Reise in ihre Erinnerungen begeben zu haben, und Suzanna und der restlichen Familie bleibt nichts anderes übrig, als ihr dorthin zu folgen. Ein zarter und spannender Roman über Emanzipation und die Sehnsucht nach einem Zuhause, das im Gegenwind der Geschichte unerreichbar scheint. »Hannah Mann zeigt uns in ihrem wunderschönen Debüt, warum wir gar nicht genug Familienromane lesen können: Im Kleinen zeigt sich immer das große Ganze.« Dana von Suffrin, Autorin von »Nochmal von vorne« und »Toxibaby«. »Ein eindringlicher Roman über Erinnerung und Herkunft – feinfühlig erzählt, mit großem Gespür für Zwischentöne und melancholischer Wärme.« Irina Kilimnik, Autorin von »Sommer in Odessa«.
von Rebecca Martin
Rebecca ist Ende zwanzig und hat ihr Leben in Berlin hinter sich gelassen, um in London neu anzufangen. Sie will den Durchbruch als Drehbuchautorin schaffen, mit ihren Freundinnen Champagner trinken, mit interessanten Männern auf Dates gehen, gute Bücher lesen, glamouröse Dinnerpartys schmeißen, sich ganz und gar zugehörig fühlen.Stattdessen lebt sie in einer WG, die sie sich kaum leisten kann, verbringt ihre Tage schreibend in der Bibliothek mit ihren Freundinnen Anne und Melody und versucht, sich mit ihrem Job als Nanny irgendwie über Wasser zu halten. Und sie versucht, ihr gebrochenes Herz wieder zusammenzuflicken, Max zu vergessen. Zu vergessen, wie schlecht er sie behandelt hat, wie lange sie trotz allem bei ihm geblieben ist, wie sehr sie mit der Rolle der Stiefmutter für seinen Sohn gehadert hat.Als sie Jeppe kennenlernt, erinnert sie nichts an ihm an Max, und so lässt sie sich auf eine Sommeraffäre mit ihm ein. Jeppe ist älter als sie und hat die meisten großen Entscheidungen für sein Leben schon getroffen: Er hat zwei Kinder, ist geschieden, ist erfolgreicher Filmproduzent, hat Geld. Sie essen zusammen auf den Terrassen der besten Restaurants, fahren für ein Wochenende nach Paris, übernachten in luxuriösen Hotelsuiten. Wäre das ein gutes Leben? Rebecca erwägt einen weiteren Neuanfang. Doch zu wessen Bedingungen?Sommer und so ist ein Roman über komplizierte Beziehungen – romantische wie freundschaftliche –, über Unsicherheiten und Träume, darüber, was uns prägt, verletzt und hält. Über die Frage, was man vom Leben erwarten darf und was es einem abverlangt. Ein Roman über das Gefühl, mit Ende zwanzig gleichzeitig noch ganz am Anfang und doch schon zu spät dran zu sein.
von Souvankham Thammavongsa
Souvankham Thammavongsa, geboren 1978 in Nong Khai, ist laotisch-kanadische Dichterin und Autorin. Ihre Kurzgeschichten erschienen u. a. in The New Yorker, Harper's Magazine, The Atlantic, The Paris Review und Granta und wurden vielfach ausgezeichnet. »Frag nach Susan« ist ihr erster Roman, für den sie 2025 den Giller Prize erhielt. Die Autorin lebt und arbeitet in Toronto. Sophie Zeitz, geboren 1972 in Frankfurt am Main, studierte Amerikanistik, Romanistik und Philosophie in Heidelberg, Granada und München. Sie übersetzt aus dem Englischen, u. a. die Bücher von Douglas Stuart, Raven Leilani, Henry David Thoreau und Lena Dunham. Seit 2001 lebt und arbeitet sie in Berlin.