Eine Lehrerin, die als Kind selbst misshandelt und vernachlässigt wurde, wird auf ihren Schüler Théo aufmerksam, dessen Verhalten immer besorgniserregender wird. Sie spürt, dass etwas nicht stimmt, auch wenn auf den 1. Blick alles in Ordnung scheint, immerhin hat der Junge gute Noten. Dass er massiv Alkohol trinkt, weiss nur Mathis, sein bester Freund. Mathis würde sich gerne jemandem anvertrauen, aber wem? Théos Eltern sind so von ihren persönlichen Problemen in Anspruch genommen, dass sie die ihres Sohnes nicht wahrnehmen. D. de Vigan, deren letzter Roman "Nach einer wahren Geschichte" (ID-A 35/16) verfilmt wurde und gerade in den Kinos angelaufen ist, hat mit ihrem neuen Roman in Frankreich erneut die Bestsellerlisten gestürmt. Sie beschreibt zerstrittene, selbst völlig verunsicherte Eltern, die ihren Kindern in der schwierigen Phase der Pubertät keinen Halt bieten können. So kommt es fast zur Katastrophe. Der neue Roman von D. de Vigan ist aktuell, verstörend und mitreissend zugleich und wird auch in Deutschland seine Leser finden. Zu empfehlen
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Loyalitäten
Eine Lehrerin, die als Kind selbst misshandelt und vernachlässigt wurde, wird auf ihren Schüler Théo aufmerksam, dessen Verhalten immer besorgniserregender wird. Sie spürt, dass etwas nicht stimmt, auch wenn auf den 1. Blick alles in Ordnung scheint, immerhin hat der Junge gute Noten. Dass er massiv Alkohol trinkt, weiss nur Mathis, sein bester Freund. Mathis würde sich gerne jemandem anvertrauen, aber wem? Théos Eltern sind so von ihren persönlichen Problemen in Anspruch genommen, dass sie die ihres Sohnes nicht wahrnehmen. D. de Vigan, deren letzter Roman "Nach einer wahren Geschichte" (ID-A 35/16) verfilmt wurde und gerade in den Kinos angelaufen ist, hat mit ihrem neuen Roman in Frankreich erneut die Bestsellerlisten gestürmt. Sie beschreibt zerstrittene, selbst völlig verunsicherte Eltern, die ihren Kindern in der schwierigen Phase der Pubertät keinen Halt bieten können. So kommt es fast zur Katastrophe. Der neue Roman von D. de Vigan ist aktuell, verstörend und mitreissend zugleich und wird auch in Deutschland seine Leser finden. Zu empfehlen
Aktuelle Rezensionen(6)
Ein Buch, das sich von der ersten Seite an anfühlt, als würde man eine Feder permanent zusammendrücken.
Loyalitäten von Delphine de Vigan erzählt von einem Jungen, einem Trennungskind. Die Eltern selbst mit Problemen behaftet. Er glaubt, er müsse sich um alles kümmern und deren Schwierigkeiten lösen. Dabei sieht niemand, wie sehr er leidet. Das Buch ist ruhig und traurig geschrieben. Es zeigt, wie schwer Sucht sein kann und wie wichtig es ist, hinzuschauen. Ein kurzes, aber berührendes Buch.
Dieses Buch ist mein erster Roman der Autorin Delphine de Vigan, aber ganz sicher nicht mein letzter. Die Geschichte wird aus der Sicht von vier Personen erzählt. Jede Figur hat ihre eigenen Probleme, Verletzungen, Erfahrungen und persönlichen Schicksalsschläge. Im Mittelpunkt steht der 12-jährige Théo. An seiner Seite stehen sein bester Freund Mathis, seine engagierte Lehrerin Hélène, die instinktiv spürt, dass es Théo nicht gut geht, sowie Mathis’ Mutter Cécile, die zunehmend mit der Realität in ihrem eigenen Umfeld konfrontiert wird. Théo lebt abwechselnd eine Woche bei seiner Mutter und eine Woche bei seinem Vater. Die Eltern reden nicht mehr miteinander und haben jeweils mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen. Er versucht, es beiden recht zu machen, und trägt viel Verantwortung, obwohl er noch ein Kind ist. Besonders der Vater stürzt zunehmend in eine Depression. Théo darf mit niemandem darüber sprechen, was die Zeit bei ihm besonders belastend macht. Sobald er bei seiner Mutter ist, muss er die Fassade aufrechterhalten und darf sich nichts anmerken lassen. Théo ist mit der Situation überfordert und beginnt heimlich Alkohol zu trinken. Der Alkohol hilft ihm, sich zu beruhigen und sich vor der Welt zu schützen. Nur sein Freund Mathis weiß davon. Mathis macht sich große Sorgen, aber traut sich nicht, mit seiner Mutter zu reden ,denn Théo ist sein Freund. Und einen Freund verrät man nicht…. Ein bewegender, tiefgreifender Roman über die bedingungslose Loyalität von Kindern gegenüber ihren Eltern. Auch die Loyalität zwischen Freunden steht im Zentrum: Wie lange macht man Dinge mit, die sich nicht richtig anfühlen? Wann hört Loyalität auf und wann wird sie zur stillen Mitschuld?
Der Klappentext hat mich gar nicht abgeholt, trotzdem angefangen und ufff, richtig gut geschrieben. Einfach richtig, richtig gut. Lasst euch überraschen.
Eine Frau und Mutter, eine Lehrerin und zwei Freunde erzählen ihre Geschichte. Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Loyalität und gleichzeitig stellt es sie auch in Frage. Es ist eine Geschichte über das Patriarchat, festgefahrene Beziehungsmuster und den Zwiespalt, sich mit seinem Schicksal abgefunden zu haben aber gleichzeitig daraus ausbrechen zu wollen. Sie zeigt auf, wie beschäftigt man manchmal mit seinen eigenen Problemen ist und dadurch das große Ganze aus den Augen verlieren kann. Und mittendrin der 12-jährige Mathis, der seinen gleichaltrigen Freund Théo deckt. Heimlich trinken sie in einem Versteck in der Schule regelmäßig Alkohol. Als die Grenze zwischen verbotenem Abenteuer und Exzessivität verschwimmt, wird es selbst Mathis zu viel. Doch Théo hört nicht auf. Auch eine aufmerksame Lehrerin bemerkt, dass mit Théo etwas nicht stimmt, dringt aber nicht zu ihm durch. Wie entscheidet Mathis sich, loyal gegenüber seinem Freund zu bleiben oder das Umfeld einzuschalten und damit sein Geheimnis zu verraten? Wo fängt Loyalität an und wo hört sie auf? Wo ist der schmale Grat zwischen Überfürsorge und Aufmerksamkeit? Und ist ein Geheimnis bewahren immer seinen Preis wert?