Warum wir selbst über unseren Namen und unser Geschlecht entscheiden können sollten: Vor fünf Jahren hatte Linus Giese sein Coming out als trans Mann. Weil er sich traute, öffentlich darüber zu sprechen, erntete er Hass – und überwältigenden Zuspruch, insbesondere von jungen Menschen. Mit seinem neuen Buch möchte er ihnen etwas zurückgeben und Mut machen für die Zukunft. Trans Menschen erleben Diskriminierung im Alltag und auch strukturell, auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheitswesen, durch das Transsexuellengesetz, das als verfassungswidrig eingestuft wurde. Dagegen entwirft Giese ein Szenario, wie wir leben würden, wenn das Recht auf Selbstbestimmung für alle nicht nur ideell eingeräumt, sondern auch gesetzlich verankert würde. Und warum endlich Schluss sein muss mit der Pathologisierung der Geschlechterdiversität, um für alle Teile der Gesellschaft mehr Freiheit zu ermöglichen.
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Lieber Jonas oder Der Wunsch nach Selbstbestimmung
von Linus Giese
Warum wir selbst über unseren Namen und unser Geschlecht entscheiden können sollten: Vor fünf Jahren hatte Linus Giese sein Coming out als trans Mann. Weil er sich traute, öffentlich darüber zu sprechen, erntete er Hass – und überwältigenden Zuspruch, insbesondere von jungen Menschen. Mit seinem neuen Buch möchte er ihnen etwas zurückgeben und Mut machen für die Zukunft. Trans Menschen erleben Diskriminierung im Alltag und auch strukturell, auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheitswesen, durch das Transsexuellengesetz, das als verfassungswidrig eingestuft wurde. Dagegen entwirft Giese ein Szenario, wie wir leben würden, wenn das Recht auf Selbstbestimmung für alle nicht nur ideell eingeräumt, sondern auch gesetzlich verankert würde. Und warum endlich Schluss sein muss mit der Pathologisierung der Geschlechterdiversität, um für alle Teile der Gesellschaft mehr Freiheit zu ermöglichen.
Aktuelle Rezensionen(3)
ein kurzer prägnantes buch in form eines briefes geschrieben. für mich persönlich inhaltlich nicht unbedingt so viel neues. dafür hat mir das buch ganz viel mut und hoffnung geschenkt. lege es gerade menschen ans herz, die noch nicht so viel über trans* identität wissen.
Im ersten Band der Reihe „Briefe an die kommenden Generationen“ vom Kjona Verlag schreibt Linus Giese einen Brief an Jonas. Den Autor erreichen immer wieder Fragen rund um das Thema Trans*geschlechtlichkeit – so auch an einem Tag im Juli, als er Jonas, einen trans* Jugendlichen, und dessen Mutter in der Buchhandlung begegnete, in der Linus Giese damals arbeitete. Mit diesem Brief möchte Linus Giese den beiden Mut für Jonas’ Transition zusprechen und sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen. Gleichzeitig setzt er sich ausführlich mit der Kritik am Selbstbestimmungsgesetz auseinander, das zum Erscheinungsdatum des Buches noch als Entwurf vorlag. Durch die direkte Ansprache an Jonas fühlte ich mich beim Lesen oft selbst angesprochen – fast so, als sei der Brief an mich gerichtet. Genau darin liegt für mich die große Stärke dieses Buches: Es hat mich emotional ergriffen und mir viel Kraft gegeben. Ich persönlich habe kein neues Wissen aus dem Buch mitgenommen, da ich selbst trans* bin und mich deswegen bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass es für viele andere Leser*innen – insbesondere für Menschen, die noch am Anfang ihrer Reise stehen – eine wertvolle Lektüre sein kann. Obwohl das Buch nur 80 Seiten umfasst, war es ein sehr intensives Leseerlebnis. Die Länge ist genau richtig, dennoch war ich etwas traurig, als ich es beendet hatte – ich lese sehr gerne die Bücher von Linus Giese. Dieses Buch richtet sich in erster Linie an junge trans* Personen. Ich kann es auch ihren Sorgeberechtigten und nahestehenden Menschen empfehlen. Wer sich noch ausführlicher mit Trans*geschlechtlichkeit beschäftigen möchte, sollte unbedingt auch „Ich bin Linus“ von Linus Giese lesen.
Dieses kurzweilige Buch habe ich als Hörbuch gehört und sehr gemocht. Linus Gieses Brief an Jonas war sehr rührend zu hören, weil mir bewusst wurde, dass ich früher als Kind und Teenager keine queeren Vorbilder hatte. Weder Lehrer_innen noch Freund_innen waren queer - jedenfalls nicht hör- und sichtbar. Queere Themen waren stets ein Tabu und somit bin ich mit dem Glauben aufgewachsen, dass das alles irgendwann endet. Dass das nur ne Phase ist, so wie ne Grippe. Fast 27 Jahre später bin ich froh und glücklich darüber, dass es solche Bücher gibt. Dieses Buch ist gefühlt eine komprimierte Version von ‘Ich bin Linus’.