Süss: eine feministische Kritik
von Ann-Kristin Tlusty
Ein Buch, das unsere Annahmen über Gleichberechtigung erschüttern wird. „Souverän, scharfsinnig, lustig und analytisch“ Theresia Enzensberger Plötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, „sanft“ die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf „süße“ Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm „zart“ niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen. Klug und persönlich, befreiend und neu: Diese Streitschrift wirbelt die Geschlechterordnung für immer durcheinander. Enjoy, Sweethearts!
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Süss: eine feministische Kritik
von Ann-Kristin Tlusty
Ein Buch, das unsere Annahmen über Gleichberechtigung erschüttern wird. „Souverän, scharfsinnig, lustig und analytisch“ Theresia Enzensberger Plötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, „sanft“ die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf „süße“ Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm „zart“ niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen. Klug und persönlich, befreiend und neu: Diese Streitschrift wirbelt die Geschlechterordnung für immer durcheinander. Enjoy, Sweethearts!
Aktuelle Rezensionen(5)
Mit dem Buch „Süss” ist Ann-Kristin Tlusty ein erstaunliches Werk gelungen. In der Einleitung lesen wir die Pointe, dass die Autorin „eating chocolate“ bei Interessen auf einer Internetseite die Coachsurfing anbietet eingetragen hat, aber warum fragt sich die Autorin und auch wir. Die Antwort ist süß und bitter zugleich, mehr dazu später. Im ersten Kapitel „sanft“ geht es um die sanfte Frau die Care-Arbeit erledigt, dass aber meistens unbezahlt. Die neoliberale Antwort darauf ist Self Care, Empowerment und Individualismus, doch nur, wer es sich leisten kann. Diese Ideologie wollen uns Girlbosse beibringen, ganz nach dem Motto: „eine Frau muss stark sein und nicht sanft”. Doch dieser Potenzfeminismus ist nur eine Aneignung des männlichen Patriarchat. Zu dieser Analyse kam schon Judith Butler in ihrem Buch „Gender Trouble - Feminism and the Subversion of Identity (1990)”. Zusammengefasst: die sanfte Frau kämpft für ihre Mitmenschen, die starke Frau nur für sich. Im zweiten Kapitel „Süß” geht es um die süße Frau, oder um die Frau, die die männlich dominierte Pop-Kultur erschaffen hat. Immer wieder streut Ann-Kristin Tlusty Referenzen aus Filmen, Serien oder Musik ein. Zudem immer wieder Anekdoten von Freundinnen der Autorin. Diese Pointen sind schmerzlich und fügen sich nahtlos in unsere Gesellschaft ein, leider. Aber warum „eating chocolate“? So wie in der Serie „Fleabag“ die Protagonistin 2 Uhr nachts Sex mit einem Mann hat, ohne es richtig zu wollen. So schrieb schon die Philosophin Nina Powers: „ich glaube, es gibt eine ziemlich reale Erwartung, dass Frauen immer mit Schokolade antworten sollen, wenn man sie fragt, was sie wollen.“ Doch was bedeute es mit Schokolade zu antworten? Vielleicht sich hinzugeben ohne es richtig zu wollen, wie die Protagonistin in Fleabag. Pierre Bourdieu nennt dieses Phänomen: „symbolische Gewalt” in seiner Studie „ die männliche Herrschaft“. Im dritten Kapitel „Zart“ geht es um die zarte Frau. Wie schon auf einigen Gemälden von Gustav Klimt ist die Frau fragil und muss gehalten werden. Doch diese veraltete Ansicht zieht sich leider bis heute durch. Großartig arbeitet Ann-Kristin Tlusty mit Beispielen in der Biopic-Filmkultur heraus, wie Frauen fragile Wesen sind, deren Antrieb die Anerkennung der Männer sind. Männer sind Genies in Filmen, wie in „The Wolf of Wall Street“ oder „Steve Jobs“. Diese Verklärung im philosophischen Sinne, wie sie schon von Theodor W. Adorno in den 40er und 50er verwendet zeigt, wie schädlich diese meist männlichen ideale sind. Es gibt noch so viel zu diesem phänomenalen Werk zu schreiben, doch kommen wir zum Epilog. Hier werden noch mal alle Thesen des Buches eingerissen. Aber nur, um zu verdeutlichen, wie fundamental wichtig eine progressive Semantik ist. Fazit: die Dialektik der Pointen gehen durch Mark und Knochen und dass ist auch gut so. Dieses Buch eröffnet eine Zäsur in der Pop-Kultur, eine Zäsur, die es zu Teilen schon gibt, aber die noch längst nicht ihr Höhepunkt erreicht hat. Zum Schluss bleibt nur zu sagen: „Die Freiheit der Frau ist die Freiheit des Menschen." - Simone de Beauvoir
oh wow I marked a lot
Ein durchaus gelungenes Buch. Es hält einem den Spiegel vor und ich habe mich oft wiedergefunden. Ich habe einiges dazu gelernt, zb. wie spät die Schweiz ihr Sexualstrafrecht angepasst hat und wie vorher die Definition war. Absolut lesenswert.
Ufff! Viele wichtige Infos und Wiederholungen für mich aber eine Sache hat mich besonders gepackt und in meine Jugend und early Twenties zurückversetzt, denn ich habe damals häufig bewusst infantil und "süß" mit den boys gechattet. Die damit einhergehende Verbindung zum Mädchensein/Frausein ist mir jetzt erst richtig bewusst geworden. 🫣
Richtig, richtig gut!