4.3

Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit

von Gianni Jovanovic

Format:Hardcover
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Gianni Jovanovic, geboren 1978, ist Unternehmer, Aktivist und Performer. Er ist der Sohn einer Roma-Familie und seine Biographie ist geprägt von grausamen Diskriminierungs- und Rassismus-Erfahrungen. Als er 14 Jahre alt war, arrangierten seine Eltern eine Hochzeit mit einem gleichaltrigen Mädchen. Kurze Zeit später wurden die Beiden Eltern eines Sohnes und einer Tochter. Doch mit Mitte 20 bekannte sich Gianni Jovanovic zu seiner Homosexualität und brach zumindest zeitweise mit seiner Familie. Inzwischen ist er zweifacher Großvater und seit fast 17 Jahren glücklich mit einem Mann verheiratet. Er gilt als eine der lautesten Stimmen der Rom*nja und Sinti*zze-Community. Außerdem kämpft er innerhalb der LGBTQI+-Community für die Rechte von Schwarzen Menschen und People of Colour. Er sagt: „Wir sind die Kinderder kleinen Mehrheiten. Unsere Stimmen müssen in der Gesellschaft gehört werden.“Mehr über Gianni Jovanovic: www.gianni-jovanovic.deInstagram: @giannijovanovic78Facebook: @giannijohannesjovanovic Oyindamola Alashe, geboren 1978, ist Journalistin. Zur ihren Schwerpunktthemen gehören Bildung, Inklusion, Gesundheit und Familie. Die alleinerziehende Mutter organisiert seit Jahren antirassistische Projekte und unterstützt Aktivist*innen der LGBTQI+-Community. Mit Gianni Jovanovic verbindet sie eine innige Freundschaft.Oyindamola Alashe ist in den USA geboren. Sie ist im Ruhrgebiet und in Köln aufgewachsen. Außerdem lebte sie in Paris (Frankreich) und Yaoundé (Kamerun). Heute sagt die Schwarze Frau über sich selbst: „In Deutschland war es lange eine Überlebensstrategie, mich anzupassen. Aber ich will kein angepasstes Leben.“

Biography & Memoir
Hardcover
Erschienen an: March 14, 2022

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.3(9 ratings)
PurpleHeroRezension von PurpleHero

Gianni Jovanovic nimmt uns gemeinsam mit Oyindamola Alashe in seinem Buch "Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit" mit auf eine tief bewegende Reise durch sein Leben, geprägt von zahlreichen Höhen und Tiefen. Diese autobiografische Erzählung ist nicht nur fesselnd, sondern auch ein kraftvolles Plädoyer gegen strukturelle Diskriminierung und für Menschlichkeit und Hoffnung. Geboren als Sohn einer Roma-Familie, ist Jovanovics Lebensweg von erschütternden Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung geprägt. Mit nur 14 Jahren wurde er verheiratet, später bekannte er sich zu seiner Homosexualität und brach zeitweise mit seiner Familie. Heute, als dreifacher Großvater und seit fast 17 Jahren glücklich verheiratet, ist er eine prominente Stimme der Rom*nja und Sinti*zze-Community sowie ein engagierter Aktivist innerhalb der queeren und PoC-Communities. Jovanovics Erzählung packt von der ersten Seite an. Gemeinsam mit Oyindamola Alashe gelingt es ihm, die Lesenden durch eine Vielzahl von Emotionen zu führen, stets authentisch und tiefgründig. Ein zentraler Aspekt des Buches ist die schonungslose Aufdeckung der gewaltsamen Strukturen, denen viele Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland ausgesetzt waren und sind. Jovanovics Erfahrungen sind oft schwer zu ertragen und werfen ein erschütterndes Licht auf die Realität. Dennoch schimmert in seiner Erzählung immer wieder eine immense Liebe und Hoffnung durch. Zwischen den Zeilen entdeckt man eine tiefe Menschlichkeit und einen unbeirrbaren Glauben an das Gute, der beeindruckt und inspiriert. Ich konnte Gianni an vielen Stellen gut verstehen, da ich selbst Diskriminierung erfahren habe. Der daraus resultierende Schmerz und die Traumata halfen mir, seinen Schmerz nachzuvollziehen. Ich habe mit ihm geweint und mich geärgert. Das Buch löste eine Vielzahl von Emotionen in mir aus. Ich bin Gianni sehr dankbar und schließe mit den Worten von Gianni: "Ich küsse dein Herz!"

ArminRezension von Armin

“Denke ich also an meine Kindheit zurück, dann denke ich an Röcke, Armut und Gewalt. Und ich denke an die ewige Sorge, heute könnte der letzte Tag sein.” (S.28) Gianni Jovanovics Eltern sind aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gezogen. Er ist in Rüsselsheim 1978 geboren und lernt schon sehr früh rassistische Erfahrungen zu erleben, die anfangs für ihn und seine Familie als Begriff ‚strukturellen Rassismus‘ nicht zu benennen wusste. Gerade mal mit 14 Jahren verheiraten seine Eltern ihn mit einer 13-Jährigen. Sehr schnell wurde er Vater und als gerade mal das erste Kind fast 1 Jahr wird, erfährt er, dass seine Frau Zwillinge bekommen wird. Zu dieser Zeit ist er 17 Jahre alt. Sein Begehren zu Männern merkte Gianni eigentlich schon mit 14, outete sich erst mit 20 als schwul. Mittlerweile lebt er zusammen mit seinem Partner seit 18 Jahren. Stolzer Großvater ist er zudem auch noch. Gianni gilt als die Stimme für Rom_nja und Sinti_zze.   Eine mitreißende Erzählung, die Gianni Jovanovic hier mit der Journalistin Oyindamola Alashe verfasst hat. Wie wenig wir als Gesellschaft über das ehemalige Jugoslawien als auch über dir Rom_nja und Sinti_zze wissen. Viele Jahre wurde und wird immernoch diese marginalisierte Gruppe stark unsichtbar gemacht. Nicht nur, dass wir jahrelang das Z-Wort als eine normale Bezeichnungen für eine bestimmte Gruppe benutzt haben, sondern, dass die historische Geschichte komplett ausradiert wirkt. So wichtig, dass Gianni versucht hat - auch wenn er am anfang des Buches meint, keine Stimme für alle sein zu können - die wichtigsten Details aufzugreifen. Mit seiner eigenen Erfahrung beschreibt Gianni welche Traditionen die Rom_nja und Sinti_zze haben.   Bemerkenswert und herzzerreißend ist dieser Abschnitt als Jovanovic versucht die Situation mit seinen Kindern, vor allem mit seinem Sohn zu schildern, der sich zunächst für seinen Vater fremdschämt, dass er gerne sich als Drag verkleidet und offen schwul ist. Dies hat dem Sohn sein männliches Bild eines Mannes geschadet und die Angst in der Schule gehänselt zu werden, stieg. Auch früh wurde der Sohn von den Großeltern zwangsverheiratet, als Gianni seine Kinder aus Selbstschutz verlassen musste.   Ich kann euch nur dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen! Eine ganze Podcastfolge könnte ich machen, damit ich euch zeigen könnte, wie wichtig es ist diese Erfahrung zu teilen und mehr Lücken zu füllen. “Ständige Mikroaggressionen - böse Blicke, gehässige Worte oder unangenehme Fragen -, aber auch körperliche und seelische Grausamkeit durch Mitmenschen und der Druck on Behörden haben uns krank gemacht. Nur waren wir uns dessen meist nicht bewusst, denn wir waren zu sehr damit beschäftigt, im Leben zurechtzukommen.” (S.29)

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