Die große Wiederentdeckung: Shirley Jacksons Bestseller über ihr turbulentes Familienleben.Neben ihrem Talent für das Schaurige war die große amerikanische Autorin Shirley Jackson bekannt für die absurd-komische Betrachtung ihres Lebens als Ehefrau und Mutter von vier Kindern in einem baufälligen Herrenhaus in Vermont. In ›Krawall und Kekse‹, das erstmals 1953 erschien, hadert sie mit liegenbleibenden Autos, Haushaltshilfen, die nicht wiederkommen, und einem selbstvergessenen Ehemann, der mit seinen Nachkommen erst etwas zu tun haben will, wenn sie lesen und schreiben können. Auch die altklugen Kinder tanzen ihr auf der Nase herum: Sohn Laurie erfindet einen aufmüpfigen Klassenkameraden, dem er seine eigenen Streiche anhängt. Tochter Jannie geht nirgends ohne ihre Puppen-Entourage hin, Baby Sally isst eine Spinne und grinst triumphierend. Dieses Buch ist ein zeitloses Lesevergnügen, das unterschwellig damalige wie gegenwärtige Rollenverhältnisse aufs Korn nimmt. So berührt es alle, die in Mehrfachrollen stecken und die Herausforderungen der sogenannten Work-Life-Balance kennen.
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Krawall und Kekse
von Shirley Jackson, Nicole Seifert
Die große Wiederentdeckung: Shirley Jacksons Bestseller über ihr turbulentes Familienleben.Neben ihrem Talent für das Schaurige war die große amerikanische Autorin Shirley Jackson bekannt für die absurd-komische Betrachtung ihres Lebens als Ehefrau und Mutter von vier Kindern in einem baufälligen Herrenhaus in Vermont. In ›Krawall und Kekse‹, das erstmals 1953 erschien, hadert sie mit liegenbleibenden Autos, Haushaltshilfen, die nicht wiederkommen, und einem selbstvergessenen Ehemann, der mit seinen Nachkommen erst etwas zu tun haben will, wenn sie lesen und schreiben können. Auch die altklugen Kinder tanzen ihr auf der Nase herum: Sohn Laurie erfindet einen aufmüpfigen Klassenkameraden, dem er seine eigenen Streiche anhängt. Tochter Jannie geht nirgends ohne ihre Puppen-Entourage hin, Baby Sally isst eine Spinne und grinst triumphierend. Dieses Buch ist ein zeitloses Lesevergnügen, das unterschwellig damalige wie gegenwärtige Rollenverhältnisse aufs Korn nimmt. So berührt es alle, die in Mehrfachrollen stecken und die Herausforderungen der sogenannten Work-Life-Balance kennen.
Aktuelle Rezensionen(2)
Nachdem ich die unmittelbare Fortsetzung ,Alles wie immer‘ mit größter Freude gelesen habe, musste ich natürlich auch dieses Buch zeitnah angehen. Stilistisch ist es sehr ähnlich; schnell, humorvoll und klug beobachtet, schildert Jackson stark autobiografisch geprägte Episoden aus dem Leben einer Mutter mit drei (später vier) kleinen Kindern und einem mehr oder weniger anwesenden Ehemann. Chaos, Überforderung und Zärtlichkeit gehen hier Hand in Hand und zwischen den Zeilen lassen sich immer wieder tolle Kommentare über Mutterschaft, unsichtbare Arbeit, Kapitalismuskritik, Erziehung und den amerikanischen Männertypus der Fünfzigerjahre entdecken. Mir hat ,Alles wie immer‘ letztendlich doch noch etwas besser gefallen, das mag aber vielleicht auch einfach dem Umstand geschuldet sein, dass mich Jacksons erfrischender und lustiger Stil dort mehr überrascht hatte. Dieses Mal wusste ich ja bereits, was mich erwartet. Die Frau kann also auf jeden Fall mehr als psychologischen Horror, eine wirklich inspirierende Schriftstellerin.
Es ergibt Sinn, dass nur eine Autorin von Horror-Literatur so pointiert über den Alltagsgrusel einer fünfköpfigen Familie schreiben kann. Die Kinder sind hier keine romantisierten, braven Glückskekse, sondern auf Krawall gebürstete kleine Rebellen (ja, es ist einer der besten Buchtitel!). Sie werden in ihrer absoluten Authentizität gezeigt! Und das mit großer Warmherzigkeit. Denn auch wenn sich das Hausfrauendasein als eingeengte, gelegentlich groteske Existenz liest, gelingt es Jackson das Leben ihrer Protagonistin (autobiografisch, aber nicht unbedingt wahr - wie ihre Kinder später über ihre Texte sagen werden) in seiner schillernden Ambiguität darzustellen. Nichts ist nur nervig und anstrengend, sondern es ist auch immer witzig und süß. Nichts nur bedrückend, sondern auch ein Heim schaffend. Dieses Buch zeigt ein Frauenleben in seiner widersprüchlichen Komplexität. PS: unter Kritiker*innen war Shirley Jacksons literarischer Spitzname übrigens „Virgina Werewolf“ ❣️