In ihrem neuen Roman gibt der japanische Shootingstar Rin Usami einen Einblick in die Psyche einer jungen Frau, die die Anforderungen der Gesellschaft und ihrer Familie bewältigen muss. Die siebzehnjährige Kanko ist überfordert: Sowohl in der Schule als auch zu Hause kommt sie nicht hinterher und hat kaum Freunde. Sie leidet an Depressionen und muss sich zudem um ihre Mutter kümmern, die alkoholkrank ist und mit den Spätfolgen eines Schlaganfalls zu kämpfen hat. Ihre beiden Brüder sind von zu Hause ausgezogen und übrig bleibt nur der gewalttätige Vater, der ihr auch keine Hilfe bieten kann.Als seine Mutter verstirbt, unternimmt die Familie einen Roadtrip zur Beerdigung. Auf dieser Fahrt werden nicht nur die Familiendynamiken sichtbar, sondern auch die Tatsache, dass jedes Familienmitglied sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Obwohl die Situation mehrmals zu eskalieren droht, kann sich die Familie zusammenreißen, und für Kanko besteht am Ende sogar die Aussicht auf Besserung.
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Kankos Reise
von Rin Usami, Luise Steggewentz
In ihrem neuen Roman gibt der japanische Shootingstar Rin Usami einen Einblick in die Psyche einer jungen Frau, die die Anforderungen der Gesellschaft und ihrer Familie bewältigen muss. Die siebzehnjährige Kanko ist überfordert: Sowohl in der Schule als auch zu Hause kommt sie nicht hinterher und hat kaum Freunde. Sie leidet an Depressionen und muss sich zudem um ihre Mutter kümmern, die alkoholkrank ist und mit den Spätfolgen eines Schlaganfalls zu kämpfen hat. Ihre beiden Brüder sind von zu Hause ausgezogen und übrig bleibt nur der gewalttätige Vater, der ihr auch keine Hilfe bieten kann.Als seine Mutter verstirbt, unternimmt die Familie einen Roadtrip zur Beerdigung. Auf dieser Fahrt werden nicht nur die Familiendynamiken sichtbar, sondern auch die Tatsache, dass jedes Familienmitglied sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Obwohl die Situation mehrmals zu eskalieren droht, kann sich die Familie zusammenreißen, und für Kanko besteht am Ende sogar die Aussicht auf Besserung.
Aktuelle Rezensionen(2)
Verstörend gut! Lässt einen zum Nachdenken zurück.
Nach außen hin wirkt Kankos Familie vermutlich ziemlich normal, mit den paar Eigenheiten eben, die ja jede Familie hat. Das will die Erzählstimme uns zumindest glauben machen und auch die Protagonistin Kanko selbst redet sich das ein. Allerdings ist Kankos Mutter alkoholkrank und kämpft mit den körperlichen und mentalen Folgen eines Schlaganfalls, während ihr Vater gewalttätig gegen die Familienmitglieder ist. Die 17-jährige Kanko versucht alles irgendwie zusammen zu halten, nachdem ihre beiden Brüder geflüchtet sind. Sie kümmert sich um die Eltern und ist um Frieden bemüht obwohl sie selbst stark unter der Situation leidet, mit Depressionen kämpft und immer weiter zerbricht. Ich habe mich anfangs bereitwillig von der abgeklärten Erzählstimme einlullen lassen und habe eine ganze Weile gebraucht, um zu begreifen, wie drastisch das Geschilderte wirklich ist. Die Situation wurde für mich als Leserin immer schwerer zu ertragen und zum Ende hin wirklich heftig. Der Handlungsstrang ist durchzogen von poetischen Naturbeschreibungen und klugen Analysen. Der Text ist schmerzhaft und gerade deswegen so wichtig und stark! Ich glaube, es ist Rin Usami auf bemerkenswerte Weise gelungen, die fragilen Dynamiken einer solchen Familie darzustellen. Durch die beiden Brüder wird im Kontrast zu Kanko deutlich, wie unterschiedlich die Geschwister mit den Zuständen umgehen. Zugleich vermittelt sie, dass es für keine der Personen eine isolierte, einfache Lösung gäbe und wie vielschichtig die Problematik, aber auch die Liebe zueinander ist. Die Sprache ist für mich bis zum Schluss etwas sperrig und unrund geblieben, lässt sich aber trotzdem gut lesen. Aus dem Japanischen übersetzt wurde er von Luise Steggewentz.