3.1

In die Schweiz

von Emma Cline, Nikolaus Stingl

Format:Hardcover
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Irgendwann im nächsten Jahr wird sein Verstand ihn vollständig im Stich lassen, so die Prognose – und schon jetzt besteht die Welt für David zunehmend aus Rätseln. Was er weiß: Cody, der auf dem Sitz neben ihm schläft, begleitet ihn auf einer Reise. Ein Zwischenstopp in London. Ein Abendessen mit seiner erwachsenen Tochter. Das Ziel: die Schweiz. Während die Gegenwart sich auflöst, drängt die Vergangenheit heran: die Sonntagsbraten der Kindheit. Die steifen Kleider, die David für die Kirche trug. Die Sommer im Haus seines Freundes Tom. Emma Clines neuer Roman ist ein psychologisches Meisterstück, mal komisch, mal berührend und immer fesselnd. Eine eindringliche Geschichte über die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn all das, was ihn ausmacht, zu verschwinden beginnt.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
384 Seiten • Hardcover
Erschienen an: 2026-08-18

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Aktuelle Rezensionen(5)

3.1(8 ratings)
ManuelRezension von Manuel

Nachdem ich „The Guest“ von Emma Cline sehr mochte, war ich sehr auf die Booker Prize nominierte Neuerscheinung „Switzy“ gespannt. Die Idee des Romans fand ich auch spannend. Schon zu Beginn war ich von der Konstruktion des Protagonisten David überrascht. Ein älterer, ehemals erfolgreicher Business Heini, der an Alzheimer erkrankt ist und für Sterbehilfe in die Schweiz reist. Dabei blickt er selbstmitleidig auf sein Leben zurück, während um ihn rum langsam alles verschwindet. Einzelne Episoden fand ich gelungen, vor allem die Dynamik mit seiner Tochter oder die steigende Aufregung vor dem Treffen mit seinem alten Schulfreund Tom. Gleichzeitig habe ich aber bei erstaunlich vielen Dingen einfach nicht verstanden, worin das laut Verlag „psychologische Meisterwerk“ besteht. Das liegt auch an der teilweise verkomplizierten Sprache oder Übersetzung. Das Treffen mit Tom genauso wie die etwas seltsame Dynamik mit seinem Begleiter und dessen Partner konnte ich nicht einordnen und die ganzen Anspielungen rund um sein Geld und seinen Besitz waren für mich ziellos. Auch seine inneren Monologe haben bei mir eher für Fragezeichen gesorgt. Ich mochte den Spannungsaufbau in den letzten Begegnungen von David. Die melancholische Grundstimmung und der leidende Protagonist waren mir aber zu viel. Insgesamt war mir das Ganze zu vage und bei mir kam wenig Empathie für David auf.

BrittaRezension von Britta

Ein Mann, der merkt, dass ihm seine Erinnerungen langsam entgleiten. Ein Notizbuch, das immer dabei sein muss. Und eine Reise in die Schweiz, deren eigentliches Ziel niemand kennen soll. David weiß, dass seine Krankheit fortschreitet und sein Gedächtnis ihn bald ganz im Stich lassen wird. Deshalb hat er sich entschieden, selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen. Begleitet wird er von Cody, seinem persönlichen Assistenten. Auf dieser letzten Reise besucht David noch einmal seine Tochter mit und seinen alten Schulfreund Tom. Was damals zwischen den beiden passiert ist, beschäftigt David bis heute. Besonders mochte ich, dass David selbst erzählt. Dadurch sind wir sehr nah an seiner Gedankenwelt und erleben mit, wie sich seine Wahrnehmung verändert. Gleichzeitig verlangt diese Perspektive einiges an Geduld. Der Roman springt häufig und unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen seiner Schulzeit, der Ehe mit Anabel, Familienerlebnissen und Erinnerungen, die nur noch bruchstückhaft auftauchen. Diese Sprünge spiegeln Davids geistigen Zustand, erschweren aber etwas den Lesefluss. Nicht jede Rückblende fügt sich sofort ein, und manche Zusammenhänge werden erst deutlich, nachdem man sich bereits neu orientieren musste. Die Darstellung seiner fortschreitenden Erkrankung fand ich sehr anschaulich. Wie er sich immer weniger auf sein Gedächtnis verlassen kann und wie abhängig er zunehmend von anderen wird. Sein Notizbuch wird dabei fast zu einem zweiten Gedächtnis. Trotz des schweren Themas hat mich der Roman wenig emotional berührt. Das liegt u.a. daran, dass David selbst eher kühl und zurückhaltend wirkt. Auch die Erzählweise hält spürbar Abstand zu seinem Schicksal. Seine Erinnerungen werden häufig eher aufgezählt oder registriert, als dass sie sich wirklich emotional entfalten. Für mich war das deshalb weniger ein Roman, der mich tief berührt, als einer, bei dem ich einem Menschen beobachtend dabei zusehe, wie er sein Leben noch einmal vor sich ausbreitet, während ihm gleichzeitig immer mehr davon entgleitet. Diese Nüchternheit ist vermutlich bewusst gewählt, hat die Geschichte für mich aber auch weniger eindringlich gemacht. An manchen Stellen war mir die Reise zu ausführlich und der Roman hätte für mich ohne größere Verluste kürzer ausfallen können. Die Geschichte rund um Tom entwickelt dagegen einen interessanten Sog. Hier hätte ich mir stellenweise sogar noch mehr gewünscht.

coffeedate.with.meRezension von coffeedate.with.me

Das ist mein erster Roman von Cline und leider bin ich ziemlich zwiegespalten. Die Idee eines dementen Ich Erzählers und damit eines unzuverlässigen Erzählers fand ich mega spannend. Leider hat mir genau das den Einstieg erschwert. Durch die kurzen Einblicke und Zeitsprünge wusste ich oft nicht, in welchem Zeitfenster wir gerade sind und wurde immer wieder aus der Handlung gerissen. Auch der Konflikt und Höhepunkt waren für mich nicht wirklich greifbar. Dazu kamen viele Charaktere, die kaum eingeführt wurden und zusätzlich für Verwirrung gesorgt haben. Die Idee war super, aber die Umsetzung hat mich leider nicht abgeholt. Schade!

AstridRezension von Astrid

Die Geschichte von David Hastings, der, an Alzheimer erkrankt, in die Schweiz zum assistierten Suizid reist, ist bewegend und geht unter die Haut. Was bleibt von einem Leben? An was kann man sich überhaupt erinnern? Welche Erinnerungen sind wahr? Als Leserin ist man in Davids Kopf und schwimmt ebenso in den Versatzstücken seiner Erinnerungen wie er selber.

ManuelRezension von Manuel

Nachdem ich „The Guest“ von Emma Cline sehr mochte, war ich sehr auf die Booker Prize nominierte Neuerscheinung „Switzy“ gespannt. Die Idee des Romans fand ich auch spannend. Schon zu Beginn war ich von der Konstruktion des Protagonisten David überrascht. Ein älterer, ehemals erfolgreicher Business Heini, der an Alzheimer erkrankt ist und für Sterbehilfe in die Schweiz reist. Dabei blickt er selbstmitleidig auf sein Leben zurück, während um ihn rum langsam alles verschwindet. Einzelne Episoden fand ich gelungen, vor allem die Dynamik mit seiner Tochter oder die steigende Aufregung vor dem Treffen mit seinem alten Schulfreund Tom. Gleichzeitig habe ich aber bei erstaunlich vielen Dingen einfach nicht verstanden, worin das laut Verlag „psychologische Meisterwerk“ besteht. Das liegt auch an der teilweise verkomplizierten Sprache oder Übersetzung. Das Treffen mit Tom genauso wie die etwas seltsame Dynamik mit seinem Begleiter und dessen Partner konnte ich nicht einordnen und die ganzen Anspielungen rund um sein Geld und seinen Besitz waren für mich ziellos. Auch seine inneren Monologe haben bei mir eher für Fragezeichen gesorgt. Ich mochte den Spannungsaufbau in den letzten Begegnungen von David. Die melancholische Grundstimmung und der leidende Protagonist waren mir aber zu viel. Insgesamt war mir das Ganze zu vage und bei mir kam wenig Empathie für David auf.

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