Empfehlungen basierend auf "Ich nannte ihn Krawatte"
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von Georgi Gospodinov
»Georgi Gospodinov schreibt ein erschreckend zeitgemäßes Buch über die Sucht nach Geschichtsklitterung«
von Hengameh Yaghoobifarah
Hengameh Yaghoobifarah lebt und arbeitet in Berlin. Gemeinsam mit Fatma Aydemir hat Hengameh Yaghoobifarah 2019 den viel beachteten Essayband »Eure Heimat ist unser Albtraum« herausgegeben. 2021 erschien der Debütroman »Ministerium der Träume« bei Blumenbar, der ein SPIEGEL-Bestseller wurde. 2023 folgte der Kolumnen-Band »Habibitus«, der auf der Shortlist für den Kurt-Tucholsky-Preis stand. »Schwindel« ist Hengameh Yaghoobifarahs zweiter Roman.
von Zsuzsa Bánk
Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In Sterben im Sommer erzählt Zsuzsa Bánk davon.
von Franziska Gänsler
»Die Bilder, die Franziska Gänsler aufruft, sind so einprägsam, dass man es fast wie einen Film vor sich ablaufen sieht (...) Die Trauer um die Mutter und die Schwester schwingt in jedem Satz mit, und trotzdem ist es ein ganz flirrend leichter Roman. Ich musste die 208 Seiten in einem Zug durchschwimmen und würde das Buch jedem ans Herz legen, der emotionale Wärme sucht. Am Schluss lässt Franziska Gänsler alles ganz elegant ausklingen: das ist dramatisch und sanft und tröstlich zugleich - wirklich reine Poesie.« Sarah Elsing, Deutschlandfunk Kultur, 18.04.2024
von Franziska Gänsler
»Mit ihrer präzisen, schnörkellosen Sprache beschreibt Gänsler nicht nur diesen kleinen Kosmos in Gefahr ganz famos, sie zeigt außerdem anschaulich, wie sehr Klimawandel auch gesellschaftlichen Wandel bedeutet.« Doris Kraus, Presse am Sonntag, 07.08.2022
von Sayaka Murata
Keiko Furukawa ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Ladenhilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraba dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.
von Becca Braun
Ihren Erstling muss man lesen! Was man hier nämlich erfährt, ist Literatur auf höchstem Niveau sowie mit lebensverändernder Wirkung. Es gibt kaum etwas Vergleichbares im Bücherregal. Absolut betörend, seltenst grandios!
von Victor Jestin
Wie jedes Jahr verbringt der 17-jährige Léonard auch diese Sommerferien auf einem der großen, französischen Campingplätze. Léonard hasst diese Ferien: Er ist nicht sportlich, nicht braun gebrannt und kommt nicht gut bei Mädchen an. An einem der letzten Tage und bei hochsommerlichen 39 Grad beobachtet er, wie sich der gleichaltrige Oscar erhängt. Unfähig ihm zu helfen, betrachtet Léonard dessen Todeskampf, bevor er sich danach schuldig fühlt und den Leichnam vergräbt. Später verliebt sich Léonard ausgerechnet in Luce, in das Mädchen, das Oscar vor seinem Tod geküsst hat. Völlig übermüdet muss er dann mit seinen Gefühlen klar kommen. Der Debütroman des erst 1994 geborenen Autors wurde in Frankreich gefeiert und erscheint nun auf Deutsch. In dem schmalen Sommerroman geht es vor allem um Sex, um unterbrochenen, erzählten oder verhinderten. Dabei erinnert die nüchterne, schmucklose Sprache an Salingers "Der Fänger im Roggen" und lässt seine Leser ähnlich verunsichert zurück. Zumindest größeren Bibliotheken oder Beständen mit französischem Schwerpunkt - trotz des eher nichtssagenden Covers - gerne empfohlen.