3.6

Hitze

von Victor Jestin

Format:Hardcover

Wie jedes Jahr verbringt der 17-jährige Léonard auch diese Sommerferien auf einem der großen, französischen Campingplätze. Léonard hasst diese Ferien: Er ist nicht sportlich, nicht braun gebrannt und kommt nicht gut bei Mädchen an. An einem der letzten Tage und bei hochsommerlichen 39 Grad beobachtet er, wie sich der gleichaltrige Oscar erhängt. Unfähig ihm zu helfen, betrachtet Léonard dessen Todeskampf, bevor er sich danach schuldig fühlt und den Leichnam vergräbt. Später verliebt sich Léonard ausgerechnet in Luce, in das Mädchen, das Oscar vor seinem Tod geküsst hat. Völlig übermüdet muss er dann mit seinen Gefühlen klar kommen. Der Debütroman des erst 1994 geborenen Autors wurde in Frankreich gefeiert und erscheint nun auf Deutsch. In dem schmalen Sommerroman geht es vor allem um Sex, um unterbrochenen, erzählten oder verhinderten. Dabei erinnert die nüchterne, schmucklose Sprache an Salingers "Der Fänger im Roggen" und lässt seine Leser ähnlich verunsichert zurück. Zumindest größeren Bibliotheken oder Beständen mit französischem Schwerpunkt - trotz des eher nichtssagenden Covers - gerne empfohlen.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2020-04-09

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.6(30 ratings)
fynnRezension von fynn

Eine überwältigende Geschichte! Es passiert so viel und trotzdem verliert man nie den Überblick. Klare sympathische Charaktere, ein Ort, beschrieben als wäre man selbst da, eine Geschichte so absurd wie fragenaufwerfend. Alles in allem ein extrem gutes Buch, gut zu lesen und durch die Länge auch perfekt für einen Tag. Absolute Empfehlung!

giuliaRezension von giulia

3,5/5⭐️

FranzRezension von Franz

Ein Roman der Platz für Interpretation lässt und einem nicht so schnell wieder loslässt. Wir begleiten hier den Jugendlichen Léonard der mit seiner Familie in einem Rekordsommer Urlaub auf einem Campingplatz macht. Nach einer Party beobachter er wie sich ein anderer Jugendlicher stranguliert. Stumm und ohne jede Regung beobachtet er die Szenerie und lässt es geschehen. Als sich das Seil sich lockert und ihm bewusst wird, dass durch sein Zögern und nicht Eingreifen Oskar tatsächlich tot ist, beschließt Léonard ihn in den Dünen zu vergraben. Eine spontane Reaktion? Während der nächsten zwei verbleibenden Tage auf dem Campingplatz erhalten wir einen kleinen Einblick in die Gedanken und die Gefühlswelt eines pupertierenden Jungen, der sensibel, ruhig und sich nicht wirklich zu den anderen Jugendlichen zugehörigen fühlt. Der sich verliebt und Angst vor Zurückweisung hat. Und nebenbei Angst und Ohnmacht jemand anderer könnte Oscar finden und seine Taten ans Licht kommen bis er am Ende sich seiner Angst stellt. Sein Handeln, seine Gedanken, das offene Ende. Alles lässt einen Nachdenken. Auch lange nach dem man diese recht kurze Geschichte aus der Hand gelegt hat.

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