4.4

Evil Eye

von Etaf Rum, Heike Reissig

Format:Hardcover
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Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
432 SeitenHardcover
Erschienen an: April 25, 2025

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Aktuelle Rezensionen(13)

4.4(71 ratings)
SirinRezension von Sirin

Der Roman behandelt generationsübergreifende Traumata und den Versuch sich aus den gesellschaftlichen Erwartungen befreien zu können. Yara hat das Gefühl in einer Abwärtsspirale zu stecken. Sie kämpft gegen ihre eigenen Gefühle und Gedanken an, um es allen recht zu machen, außer sich selbst. Sie äußert ihre Ängste gegenüber ihren Mann und erhofft sich Verständnis, stattdessen stößt sie immer wieder auf Schuldzuweisungen. Sie kämpft sich aus den Zwängen ihres vermeintlich perfekten Lebens, in der Hoffnung die Spirale durchbrechen zu können. Trotz der durchgehenden Melancholie konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.

RÉALISATEURRezension von RÉALISATEUR

Evil Eye ist eine ruhige, melancholische Geschichte über Yara, die zwischen kulturellen Erwartungen, Ehe und eigenen Bedürfnissen gefangen ist. Während sie ihr Leben reflektiert, arbeitet sie sich durch generationenübergreifende Traumata und versucht herauszufinden, warum sie unglücklich ist – und wie sie ihren eigenen Weg finden kann. 🧿 Besonders gelungen sind die sehr intimen Einblicke in ihre Gedankenwelt sowie die Themen rund um Identität, Herkunft und traditionelle Rollenbilder. Auch die kulturellen Elemente – vor allem Essen und palästinensische Traditionen – geben dem Buch eine besondere Tiefe. Gerade dieser Einblick in einen Kontext, den man vielleicht selbst nicht kennt, macht das Buch unglaublich wertvoll. Es ist eine Geschichte aus dem Leben, die sich mit patriarchalen Strukturen auseinandersetzt, ohne ein klassisches Sachbuch zu sein. Allerdings ist die Erzählweise sehr ruhig, teilweise fast in Zeitlupe. Die Handlung wirkt oft vorhersehbar und entwickelt sich eher wie ein innerer Monolog als mit klassischem Spannungsbogen. Dadurch war es für mich stellenweise etwas langatmig. Für mich persönlich: Ich habe gemerkt, dass ich auf meiner eigenen Reflexionsreise schon an vielen Punkten war, die das Buch behandelt – deshalb haben mir neue Erkenntnisse gefehlt. Aber: Nach dem Austausch in meinen Buch Club ist mir nochmal klar geworden, wie viele wichtige Themen in diesem Buch stecken und wie sehr es doch nachwirkt – gerade, wenn man selbst nicht aus diesem kulturellen Kontext kommt. Ein leises, aber sehr wertvolles Buch, das mehr bleibt, als man beim Lesen vielleicht denkt. ✨

Vanessa Mia ✨Rezension von Vanessa Mia ✨

Etaf Rum erzählt in ‚Evil Eye‘ die Geschichte von Yara Murad. Von außen scheint sie das perfekte Leben zu führen: Haus, Mann, zwei Kinder, Job. Doch aufgrund ihrer palästinensischen Wurzeln & Kultur wird sie auf Ehe & Mutterschaft reduziert. Eine Tatsache, die sie sehr unglücklich sein lässt. Zusätzlich trägt sie ein tiefes generationsübergreifendes Familientrauma in sich: ein gewalttätiger Vater, eine viel zu früh verstorbene Mutter & das Aufwachsen in einer geflüchteten Familie. Hinzu kommen Vorurteile & Stigmatisierung als arabische Frau in ihrem Alltag. All das führt in Yaras Leben zu einer schwer belastenden psychischen Erkrankung, die sie aber letztendlich aus den Zwängen ihrer Kultur befreit. Durch Etaf Rums Schreibstil gelang es mir von Beginn an, mich in die Melancholie von Yaras Leben hineinzuversetzen, mit zu leiden, aber mit Fortschreiten der Geschichte vor allem tiefes Mitgefühl für Yara zu empfinden. Während des Lesens durchlebte ich eine echte Achterbahn der Gefühle von Hoffnung über Fassungslosigkeit bis hin zu Wut. Sogar in Phasen des Nichtlesens wanderten meine Gedanken immer wieder zu Yara & ihrem schicksalhaften Leben, verbunden mit dem Wunsch nach einem besseren Leben für sie. Deswegen war ich auch sehr stolz auf sie, als sie zum Ende des Buches all ihren Mut zusammenfasste, die Scheidung einreichte & fortan ihr eigenes Leben, endlich nach ihren Vorstellungen, lebte. Auch wenn mir das erste Viertel des Buches zunächst etwas langatmig erschien, erhielt es durch die Beschreibung von Yaras Gefühlswelt & auch durch kulturelle Gegebenheiten, wie das palästinensische Essen, an Tiefe und ist somit in Summe ein gelungenes Gesamtbild. ‚Evil Eye‘ ist in meinen Augen eine Hommage an den Feminismus. Wir dürfen uns in unserer westlichen Kultur jeden Tag daran erinnern, welch privilegiertes Leben wir Frauen doch führen, während dies in anderen Kulturen leider noch immer nicht der Fall ist. Wir sollten uns verstärkt dafür einsetzen. Kämpfen. Denn dies sollte eigentlich die Selbstverständlichkeit für jede Frau auf dieser Welt sein!

ÖzlemRezension von Özlem

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EstherRezension von Esther

Kann man machen, hat mich aber nicht wahnsinnig abgeholt, eine Geschichte über eine Frau, die sich selbst befreit und ihre generationsübergreifended Trauma aufarbeitet. Ich finde es leider etwas klischeehaft und vorhersehbar.

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