Ein deutsches Mädchen: Mein Leben in einer Neonazi-Familie
von Heidi Benneckenstein, Tobias Haberl
Wer so tief im braunen Sumpf steckt, schafft es nicht über Nacht hinaus. Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut auszusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt. Quelle: Verlag.
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Ein deutsches Mädchen: Mein Leben in einer Neonazi-Familie
von Heidi Benneckenstein, Tobias Haberl
Wer so tief im braunen Sumpf steckt, schafft es nicht über Nacht hinaus. Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut auszusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt. Quelle: Verlag.
Aktuelle Rezensionen(1)
Eine 'Geschichte', von großer Wichtigkeit, die tatsächlich passiert ist und vielleicht ähnlich genau jetzt in unserer Nachbarschaft wieder passiert, ohne, dass wir es bemerken. Ich möchte gar nicht groß über die Gesinnung von nationalsozialistischen Menschen sprechen, da dies ein sehr heikles Thema ist und ich weder die eine noch die andere Seite kritisieren möchte. Steht es mir zu? In irgendeiner Form bestimmt, aber ich möchte eher darauf eingehen, wie groß der Inhalt dieses Buches ist und wie groß diese junge Frau, die hier ihre Lebensgeschichte erzählt und präsentiert. Teilweise erwarten uns verletzende und auch sehr erschreckende Passagen, gleichermaßen aber auch Momente, in denen wir als Leser aufatmen und neue Hoffnung schöpfen. Wir erleben Teile des Geschehens mit Heidi, teilweise erleben wir Dinge distanzierter. Aber immer sind wir nahe genug dran, um zu fühlen, was wir fühlen sollen. Das ganze Leid, der ganze Drill, diese ganzen Machenschaften und Verbrechen und dann aber auch wieder diesen Sog der Gemeinschaft, den Sog einer selbst erschaffenen Familie. Eine Gruppe, ein Zusammenhalt, der durchaus vorhanden ist, durchaus gewisse Menschen wohlig umhüllen und mit in den Abgrund ziehen kann. Wir lernen hier viel aus diesem Buch, viel von den Menschen darin und viel von den Erfahrungen, die Heidi machte und ich empfand dieses Leseerlebnis als großartig, da ich viele Einblicke gewonnen habe, die mir sonst verwehrt geblieben wären. Wissenslücken fühlen sich im Nachhinein gefüllter an, ich bin nun in der Lage, einen Rundumblick zu gewinnen, in der Lage, Menschen die sich dem Nationalsozialismus hingezogen wie abgeneigt fühlen, alle in einer Form zu verstehen. Hier wird nicht schwarz weiß gedacht, hier wird aufgezeigt, warum so viele Menschen in die Fänge einer solchen Menschengruppe geraten können und warum das nicht alles schlechte Menschen sein müssen oder gar bösartig. Gleichermaßen wird nicht außer Acht gelassen, welch ein schlimmes und sehr unerfülltes Leben einen dort erwarten kann und dass damit keineswegs zu spaßen ist. Insgesamt ein gutes Buch mit vielen Eindrücken, über die man noch sehr lange nachdenken kann. Ein Buch das einem am Ende hoffentlich zeigt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und gegangen zu sein. Auf dass wir alle etwas aus den Fehlern anderer lernen und aufrichtig genug sind, alle Menschen als Menschen anzusehen, egal, woher sie kommen.