4.2

Die Taucherin

von Verena Boos

Format:Hardcover
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Meine unergründliche Freundin Seit Kindertagen verbindet Amalia Faller eine enge Freundschaft mit Marina in Valencia. Als Marina von einem Tag auf den anderen verschwindet, macht sich Amalia aus dem Schwarzwald auf die Suche nach ihrer Freundin in Valencia. Dort wird Amalia stets eine andere: weicher und sensibler, unerschrockener und direkter, verwandelt sich in Amaia. Ihre Recherchen eröffnen ihr einen neuen Blick auf die alte Freundin und lassen verdrängte Erinnerungen auftauchen. Ihre Suche legt ein Geheimnis frei, das nicht nur die beiden Frauen auf viel existenziellere Weise miteinander verbindet, als sie es je geahnt hätten, sondern auch ihre Familien und ihre Länder. »Zwei beste Freundinnen, die sich von klein auf kennen. Zwei Länder, die ihre schuldhafte Geschichte nie aufgearbeitet haben. Ein Roman, der daraus eine intensive und atemlos zu lesende Geschichte macht, die von Amalia und Marina.« Stefanie de Velasco

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
288 SeitenHardcover
Erschienen an: July 24, 2024

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.2(5 ratings)
OststadtLese86Rezension von OststadtLese86

Der Titel von Verena Boos' Roman „Die Taucherin“ ist treffend gewählt: Zwar geht es nur am Rande um den Tauchsport, doch passt der Titel perfekt zur Handlung. Amalia aus dem Glottertal bei Freiburg begibt sich auf einen Tauchgang in ihre Familiengeschichte, die sich als Teil eines dunklen Kapitels deutsch-spanischer Geschichte entpuppt. Ich mochte die bildliche Sprache der Autorin: Das Klettern und Tauchen sind Motive, die sich durch die gesamte Handlung ziehen und auch sprachlich aufgegriffen werden – die Figuren tauchen ab, fallen tief, ziehen sich hoch, sind echte Kämpferinnen-Naturen. Boos bringt das Glottertal und seine Region mit viel Liebe zum Leben. Wer hier aufgewachsen ist, weiß, wie einladend Schwarzwald und Vogesen sein können und wie verwurzelt viele Menschen in dieser Landschaft sind. Faszinierend sind auch die Gänge durch Valencia: die Stadtviertel, das Essen und schließlich die Sprache, in der die Protagonistin immer wieder wechselnd kommuniziert. Man merkt: Da hat sich jemand viel Gedanken über Orte, Menschen und sprachliche Feinheiten gemacht! Und Neues über die Franco-Diktatur habe ich auch gelernt. Schockierend, welch Unheil das politische System angerichtet hat und welche Schmerzen Menschen auch heute noch davontragen. Mitten in Europa. Es geht aber auch um alt bekannte Machtstrukturen und um die anhaltenden Ambivalenzen, die wir alle in unseren eigenen Lebenswelten aushalten: „Ambiguitätstoleranzen“ werden sie im Roman genannt. Auch wenn die Handlung im Roman spannend ist und sich zum Schluss zu einem richtigen Krimi entpuppt, ist das Buch kein pageturner im Sinne eines spannungsgeladenen Thrillers. Vielmehr entfaltet sich die Geschichte Amalias im gemütlichen Tempo, vergleichbar mit einem Tapas-Abend unter Freunden mit reichlich Wein. Und zum Ende des Romans gibt die Handlung ordentlich Gas. Das muss man mögen. Mir hat diese Beschleunigung am Ende sehr gut gefallen!

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