3.8

Die Routinen

von Son Lewandowski

Format:Hardcover
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»Anerkennung ist eine entfernte Umarmung.«  Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Turnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf, jede Wiederholung. Und jede überschrittene Grenze nimmt Amik dafür hin, bis sich ihre eigene Geschichte in ihrer Konkurrentin Izzy zu wiederholen beginnt. Son Lewandowski seziert die Welt des Leistungssports, von der jeder ahnt, dass sie hart ist, aber niemand sieht, wie ausbeutend ein System ist, auf dem so viel Glitzer und Glanzspray liegt.  »Die Geschichte einer Emanzipation – stark und unverwechselbar.« Anne Rabe

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
272 SeitenHardcover
Erschienen an: January 17, 2026

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.8(21 ratings)
GabrieleRezension von Gabriele

Ein sprachlicher Totalschaden. Ich zitiere mal eine einzige Passage, die als Beispiel für die Machart des gesamten Textes stehen kann (denn von „Stil“ kann ich bei diesem dadaistischen Wortsalat bei bestem Willen nicht sprechen): „Mit Scheu und Schaum vorm Mund lernten die Mädchen und ich uns, kannten die andere bald mehr als uns selbst, ihre Aufschwünge, ihre Nacken, ihre ersten Verzweiflungen, die besten Ausreden und an welchen Stellen die Aufregung vor dem Wettkampf zuerst ausbrach. Bei den meisten flackerte sie kurz durch das Gesicht und zog dann in den Atem, den sie gleich wieder in die Konzentration zwangen“ Bitte, Frau Lewandowski: es gibt talentierte und nicht so talentierte Schriftstellerinnen, aber Sie spielen noch einmal eine ganz andere Liga der „Tiefbegabung“. Nur, weil Sie in der Lage sind, Worte zu bilden und diese aneinander zu reihen, können Sie noch keine sinnvolle Sätze bilden, ganz zu schweigen vom Texte verfassen oder womöglich dem, was „Schreiben“ im künstlerischen Sinne genannt wird. Und, lieber Klett-Cotta Verlag: die für dieses „Buch“ verwendete Lektorats-KI muss ganz dringend trainiert werden.

WestgratRezension von Westgrat

Kleine Handlungen detailreich und immer wieder ein wenig anders beschrieben. Wenig Handlung in der Hauptgeschichte.

nessaboRezension von nessabo

Ein inhaltlicher Donnerschlag - aber sprachlich wirklich (!) anspruchsvoll Ich war so begeistert von den ersten Besprechungen und dem Inhalt des Romans, dass ich ihn unbedingt lesen wollte. Und er ist für mich unheimlich schwer zu greifen, weil da zwei sehr widersprüchliche Bewertungen in mir sind. Das Werk ist sprachlich unglaublich anspruchsvoll! Poetisch-verschnörkelt und zugleich roh reiht Son Lewandowski ihre Worte aneinander. Sie springt so rasant zwischen Realem und Fiktivem, zwischen konkreter Handlung und Gedankenschnipseln, dass der Text oft unmöglich zu greifen ist. Mit Sprachstilen, die schon kompliziert sind, habe ich es wirklich überhaupt nicht. Ich brauche eine direkte Sprache ebenso wie eine klare Struktur. Doch während ich bei anderen Büchern an dieser Stelle schon längst abgebrochen hätte, hat mich Lewandowski irgendwie doch halten können und ich verstehe es zwar nicht, rechne es ihr aber hoch an. Was ich ebenso bemerkenswert finde, ist die Nähe zum Thema, die die Autorin hier schafft. Würde ich es nicht besser wissen, würde ich sicher davon ausgehen, dass sie selbst Kunstturnerin war. Sie schreibt so dermaßen detailliert über diese Welt, dass ich nur meinen Hut ziehen kann vor ihrer Rechercheleistung. Einerseits erzählt Lewandowski die fiktive Geschichte der Turnerin Amik, webt in diese aber gleichzeitig reale Ereignisse mit ein. Ob Nadia Comăneci, Olga Korbut, Dominique Moceanu, Kerri Strug oder Simone Biles - über Zitate und Berichte werden ihre Erlebnisse eingebunden in eine fundierte Systemkritik. Diese formuliert die Autorin jedoch selten für uns aus, bleibt vage und wird doch deutlich genug. Es geht um ein System, dass Leistung über absolut alles stellt, Essstörungen sowie Missbrauch auf verschiedenen Ebenen Tür und Tor öffnet, alles Weibliche gleichermaßen voyeuristisch zur Schau stellt wie verachtet. Einige Sätze der Autorin waren schlicht ein Donnerschlag, so poetisch sie manchmal auch daherkamen. Ich hatte oft das Gefühl, der Handlung nicht wirklich folgen zu können, und trotzdem immer wieder Tränen in den Augen oder brennende Wut in der Brust. Am Ende bleibe ich so unschlüssig wie nur irgend möglich zurück. Ich wünsche mir so sehr, dass gesellschaftlich über Leistungssport und sein zerstörerisches System gesprochen wird. Dass Mädchen und junge Frauen sich nicht in missbräuchlichen Strukturen wiederfinden. Und dass dieses Buch die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Aber ich finde es sprachlich auch wirklich so schwer, dass es Hürden hinstellt, wo es keine geben sollte - dafür ist das Thema viel zu wichtig. Ich bewerte dennoch wohlwollend, weil Lewandowski hier ein herausstechendes Stück Literatur geschrieben hat.

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