Nora Rischer sitzt im Behandlungsstuhl einer Kinderwunschpraxis, als eine E-Mail sie erreicht: Rassistischer Vorfall an unserer Universität. Sie ist neugierig, vorauseilend empört – und sie stutzt: Ist da etwa ihr eigenes Seminar in der Germanistik gemeint? Rischer ist erschüttert. In ihrem Kopf werden kritische Stimmen laut, eine innere Anklage beginnt: Hat sie sich als Dozentin tatsächlich rassistisch verhalten? Soll sie sich entschuldigen? Und weshalb? Aus ehrlichem Schuldbewusstsein oder um sich zu retten? Wird sie gecancelt, obwohl sie kein alter weißer Mann ist, sondern eine queere Frau, die sich bislang für linksliberal gehalten hat? Die Rassistin ist eine schwarze Komödie, die den Rückzug auf allzu bequeme Gewissheiten verweigert. Komisch und präzise nimmt die Autorin all die menschlichen Reflexe, Widersprüche und rhetorischen Geschütze unter die Lupe, die einen konstruktiven gesellschaftlichen Austausch über Diskriminierung so kompliziert machen.
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Die Rassistin
von Jana Scheerer
Nora Rischer sitzt im Behandlungsstuhl einer Kinderwunschpraxis, als eine E-Mail sie erreicht: Rassistischer Vorfall an unserer Universität. Sie ist neugierig, vorauseilend empört – und sie stutzt: Ist da etwa ihr eigenes Seminar in der Germanistik gemeint? Rischer ist erschüttert. In ihrem Kopf werden kritische Stimmen laut, eine innere Anklage beginnt: Hat sie sich als Dozentin tatsächlich rassistisch verhalten? Soll sie sich entschuldigen? Und weshalb? Aus ehrlichem Schuldbewusstsein oder um sich zu retten? Wird sie gecancelt, obwohl sie kein alter weißer Mann ist, sondern eine queere Frau, die sich bislang für linksliberal gehalten hat? Die Rassistin ist eine schwarze Komödie, die den Rückzug auf allzu bequeme Gewissheiten verweigert. Komisch und präzise nimmt die Autorin all die menschlichen Reflexe, Widersprüche und rhetorischen Geschütze unter die Lupe, die einen konstruktiven gesellschaftlichen Austausch über Diskriminierung so kompliziert machen.
Aktuelle Rezensionen(4)
Dieses Buch ist sprachlich sehr interessant & klug und stellt genau die richtigen, unangenehmen Fragen. Der Erzählstil war anfangs gewöhnungsbedürftig, im Verlauf habe ich ihn zu schätzen gelernt, er blieb aber anspruchsvoll.
Gutes Buch über die Frage: Was draf man eigentlich noch sagen? Scheerer sucht nach der goldenen Mitte zwischen Cancel Culture und übertriebener Bubble-Bildung. Wann spaltet Engagement für Gleichheit aller Menschen mehr, als dass er verbindet? Sehr guter literarischer Beitrag zur aktuellen Debattenkultur.
Leider sehr enttäuschend, der Schreibstil ist mehr als nur Geschmackssache, sehr anstrengend. War für mich leider nur ein Durchringen bis zum Ende. Ich bin trotzdem dran geblieben weil die Story viel Potential hatte, ich bin damit leider nicht warm geworden.
Entlarvend, böse, witzig, durch und durch unterhaltsam