Eine große Familiengeschichte vom Holocaust bis ins heutige FrankreichIm Januar 2003 fand Anne Berests Mutter unter den Neujahrswünschen eine verstörende Postkarte mit nichts als den Namen ihrer vier Angehörigen, die in Auschwitz ermordet wurden. Anne fragt nach, und die Mutter erzählt ihr die tragische Geschichte der Rabinovitchs. Aber erst als ihre Tochter in der Schule Antisemitismus erfährt, geht Anne der Sache wirklich auf den Grund: Sie recherchiert in alle erdenklichen Richtungen. Und das Ergebnis ist dieser Ausnahmeroman, der den ungewöhnlichen Weg der Familie nachzeichnet und fragt, ob man in unserer Zeit als Jüdin ein »ganz normales« Leben führen kann.»Ein Meisterwerk biographischer Erzählkunst.« DLF
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Die Postkarte
von Anne Berest, Amelie Thoma, Michaela Meßner
Eine große Familiengeschichte vom Holocaust bis ins heutige FrankreichIm Januar 2003 fand Anne Berests Mutter unter den Neujahrswünschen eine verstörende Postkarte mit nichts als den Namen ihrer vier Angehörigen, die in Auschwitz ermordet wurden. Anne fragt nach, und die Mutter erzählt ihr die tragische Geschichte der Rabinovitchs. Aber erst als ihre Tochter in der Schule Antisemitismus erfährt, geht Anne der Sache wirklich auf den Grund: Sie recherchiert in alle erdenklichen Richtungen. Und das Ergebnis ist dieser Ausnahmeroman, der den ungewöhnlichen Weg der Familie nachzeichnet und fragt, ob man in unserer Zeit als Jüdin ein »ganz normales« Leben führen kann.»Ein Meisterwerk biographischer Erzählkunst.« DLF
Aktuelle Rezensionen(23)
„DIE POSTKARTE“ von Anne Berest Die Autorin Anne Berest erforscht in diesem Buch ihre eigene Familiengeschichte. Im Januar 2003 fand Anne Berests Mutter Lelia unter den Neujahrswünschen eine verstörende Postkarte mit nichts als den Namen ihrer vier Angehörigen, die in Auschwitz ermordet wurden; ohne Absender, ohne Unterschrift. Anne fragt nach und die Mutter erzählt ihr die tragische Geschichte der Familie Rabinovitch. Daraufhin versucht Anne herauszufinden, wer diese Postkarte an ihre Mutter geschickt hat und warum und was genau ihren Verwandten zugestoßen ist „Ephraïm Emma Noémie Jacques“. Diese vier Namen stehen auf der Postkarte. Die vier Menschen sind ihre Großeltern, ein Onkel und eine Tante. Sie wurden 1942 in Auschwitz ermordet. Ihre Großmutter Miriam ist die einzige Überlebende der Familie Rabinowitsch, die im Auftrag der deutschen Besatzer in den Jahren des zweiten Weltkriegs verschleppt und ermordet wurden. Anne Berest zeichnet ein exaktes Portrait ihrer Vorfahren und der Orte, an denen sie Unterschlupf oder sogar ein Zuhause fanden. Das Schicksal einer um Anpassung bemühten jüdischen Familie, die nur wenig mit der Religion zu tun hat. Dennoch auf der Flucht vor Progromen in Russland, Ablehnung in Frankreich und Opfer des deutschen Holokaustwahnsinns. Fesselnd und erschreckend zugleich sind die Schilderungen der Autorin auf ihrer Suche in der Vergangenheit. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Lebensgeschichten der vier Menschen auf der Postkarte haben mich tief bewegt. Anne Berest ist ein eindrucksvolles und würdiges Denkmal für ihre Familie und zugleich für die Millionen Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung gelungen. Ein berührendes, wichtiges Buch, das ich sehr empfehlen kann. Meine Bewertung: 5 von 5⭐️
Der Aufbau der Geschichte ist grossartig! Ein sehr berührendes Buch, dass zum Nachdenken anregt. Ich hab die Sicht von Betroffenen sehr interessant gefunden. Sie hat mich berührt und ich wurde im Denken breiter
Gegen das Vergessen - eine erschütternde Geschichte über ihre Vorfahren, die in Ausschwitz ermordet wurden, über Vertriebenen und Menschen auf der Flucht… Aufwühlend mit Spannung und zum Schmunzeln
die postkarte von anne berest ist ein literarisch wie emotional beeindruckendes werk, das biografie, geschichtsschreibung und persönliche spurensuche auf eindringliche weise miteinander verwebt. es handelt sich um die rekonstruierte geschichte einer jüdischen familie im 20. jahrhundert. erzählt mit tiefem respekt, viel gefühl und einem besonderen blick für historische zusammenhänge. die autorin begibt sich auf eine sehr persönliche reise: ausgangspunkt ist eine anonyme postkarte, auf der nur vier namen stehen. namen von familienmitgliedern, die während des holocaust ermordet wurden. was folgt, ist eine intensive recherche, die sich über länder, jahrzehnte und generationen erstreckt. anne berest gelingt es, dabei nicht nur fakten zu sammeln, sondern erinnerungen zum leben zu erwecken. das buch ist gleichermaßen herzzerreißend wie informativ. es vermittelt geschichte nicht trocken, sondern spürbar. die schilderungen sind oft erschütternd, aber nie pathetisch. besonders bemerkenswert ist die ehrliche und aufrichtige art, mit der die autorin die schmerzhaften abschnitte der familienbiografie beleuchtet, ohne zu idealisieren oder zu dramatisieren. sprachlich ist die postkarte sehr kraftvoll und klar. anne berest schreibt in einem zugänglichen ton, der dennoch literarisch anspruchsvoll bleibt. sie schafft es, die lesenden nicht nur intellektuell, sondern auch emotional zu berühren. stellenweise ist das buch so bewegend, dass man beim lesen unweigerlich mitfühlt, mittrauert und mitdenkt; es gibt momente, in denen man innehalten muss. besonders hervorzuheben ist auch, wie viel arbeit und recherche in dieses buch eingeflossen sind. jede seite zeugt von tiefer auseinandersetzung mit dem thema erinnerung, identität und verlust. es ist nicht nur ein werk über vergangenheit, sondern auch über gegenwart und zukunft - über das weitergeben von geschichten, über die bedeutung von namen, über stille überlieferungen und die notwendigkeit des erinnerns. ich hatte während des lesens mehrmals tränen in den augen und gänsehaut; noch nie hat mich ein buch so berührt. die postkarte ist ein stilles, aber kraftvolles meisterwerk. es verdient aufmerksamkeit, gelesen und weiterempfohlen zu werden. nicht nur wegen seiner historischen bedeutung, sondern vor allem wegen der menschlichen geschichte, die es erzählt. ein buch, das bleibt.
Bester historischer Roman, den ich bisher gelesen habe. Eine absolute Empfehlung! 📚