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Die neue autoritäre Linke

von Nicholas Potter

Format:Softcover
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Über eine Linke, die den Terror feiertSie gibt sich progressiv, tritt aber seit dem Angriff der Hamas auf Israel zunehmend demokratiefeindlich auf: die neue autoritäre Linke. Mit dogmatischem Eifer deutet sie radikalislamistische terroristische Gewalt zum dekolonialen Widerstand um. Propaganda und Desinformation autokratischer Regime oder zweifelhafter „Alternativmedien“ nimmt sie bereitwillig auf. Wer widerspricht, gilt schnell als Feind, gegen die Presse schürt sie Hass – bis hin zu Mordaufrufen.Der Journalist Nicholas Potter gibt durch investigative Recherchen und seine persönliche Geschichte Einblicke in das Innerste dieser Bewegung. Er deckt das Netz der neuen autoritären Linken auf, zeigt, wie sie agiert, und fragt: Sind wir als demokratische Gesellschaft darauf vorbereitet?

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
256 SeitenSoftcover
Erschienen an: March 20, 2026

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Aktuelle Rezensionen(1)

1.8(2 ratings)
SeviRezension von Sevi

Leider ist dieses Buch für mich eine Enttäuschung. Es findet keinerlei Begriffsarbeit statt. Was ist diese "Neue autoritäre Linke"? Oder grundsätzlicher: Wie versteht der Autor Autoritarismus? Muss der Autoritarismusbegriff aktualisiert werden? In diesem Buch findet sich hierzu leider keine Antwort. Das liegt insbesondere wohl daran, dass der Autor wenig Interesse zeigt über sein titelgebendes Thema zu schreiben. Er berichtet lieber von Antisemitismus in der deutschen Linken und vor allem von sich selbst. Das Wörtchen "Ich", in verschiedensten Kasus, kommt erstaunlich oft vor, für ein Buch, dass eigentlich ein vermeintlich neues Phänomen beschreiben und analysieren möchte. Potter hätte lieber eine persönliche Genealogie der Ereignisse nach dem 7. Oktober geschrieben. Mit viel Fleißarbeit trägt er hier alle möglichen linken Akteure zusammen, die sich palästinasolidarisch bis antisemitisch in Bezug auf den Gazakrieg positioniert haben. Leider franst dabei jeglicher Begriff bis zur Unkenntlichkeit aus. Sowohl der des Antisemitismus als auch der des titelgebenden Autoritarismus. Beides sind Themen mit denen sich die Linke in Deutschland, wie auch global befassen muss, möchte sie eine progressive Kraft sein. In diesem Buch werden beide Begriffe aber praktisch in eins gesetzt. Dies führt dazu, dass sich Stalinisten, Trotzkisten und Vertreter*innen der Queer- und Postcolonialstudies plötzlich in einem Topf wiederfinden. Analytisch gewinnbringend ist das nicht. Potter spricht von Roten Gruppen, K-Gruppen und Kaderorganisationen und verwendet diese Begriffe synonym, was jegliche differenzierte Analyse verunmöglicht. Aus diesem Werk lassen sich noch weit mehr Beispiele mit derartiger Unschärfe aufführen. Diese Rezension ist aber eh schon zu lang. Autoritarismus und Antisemitismus haben in diesem Buch leider keinen eigenen Wert. Es bleibt auch unklar wie sie zusammenhängen. Potter liefert hier lediglich eine Materialsammlung, die man rechten Agitatoren an die Hand geben kann, um gegen links mobil zu machen. Mit Potter als Token-Linken, als Kronzeuge. Kein Wunder, dass das Buch in Welt, NZZ, etc. so gut bekrittelt wurde. Damit erinnert es sehr an das ebenfalls von Potter zitierte Buch "After Woke" von Jens Balzer, das den Hamasüberfall vom 7. Oktober zum Anlass nahm, um nochmal alle seit den 90ern bekannten Argumente gegen die vermeintliche Wokeculture mit besonderer Dringlichkeit in die Öffentlichkeit zu brüllen. Zusammenfassend bleibt zu sagen: Rechte finden hier viele Beispiele als Argumentationsstütze gegen Links und wir Linken werden unsere nötigen Analysen zu autoritären und antisemitischen Strukturen wohl selbst machen müssen.

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