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„Mehr als binär“ ist ein Buch, das uns einlädt, über die Kategorien Mann und Frau hinaus zu denken. Kraftvoll und offen spricht Alok Vaid-Menon über das binäre Geschlechtersystem, den Weg zur eigenen Identität und die Vorurteile und Vorwürfe, mit denen sich gendernonkonforme Menschen jeden Tag konfrontiert sehen. Atemberaubend von Julius Thesing illustriert und mit viel Sorgfalt von Linus Giese übersetzt, ist „Mehr als binär“ ein Buch, das Mut macht, inspiriert und die ganze Vielfalt des Spektrums an Geschlechtsidentitäten feiert. „Das hier ist ein Buch über Geschlechterbinarität. Oder vielmehr darüber, warum es wichtig ist, über binäre Vorstellungen hinauszudenken. Geschlechterbinarität ist die kulturell geprägte Vorstellung, dass es nur zwei – voneinander abgegrenzte – Geschlechter gibt: Mann und Frau. Dieser Glaube wird von einem Herrschaftssystem aufrechterhalten, dessen Funktion es ist, Konflikt und Trennung zu vergrößern, statt Kreativität und Diversität zu feiern.“ – Alok Vaid-Menon „ALOKs Arbeit und dieses Buch sind eine riesige Bereicherung für alle Menschen und inspirierten mich wie kaum etwas zuvor.“ Avi Jakobs – Beauty Expertin „Sich selbst zu finden, bedeutet meist, sich vielen Fragen zu stellen. Dieses Buch kann dabei ein Leitfaden sein – mit Empathie und einem warmen Herzen.“ Strify – Sänger, DJ & Influencer „Nur mit der Überwindung des binären Geschlechts können wir das Patriarchat besiegen. ALOK zeigt uns in einer behutsamen, radikalen und poetischen Weise, wie es geht.“ Emilia Roig – Speakerin, Autorin, Beraterin

Biografien & Memoiren
108 SeitenHardcover
Erschienen an: 2022-09-21

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.6(8 ratings)
ArminRezension von Armin

„Das Ziel von Geschlechtsneutralität ist, von normativen Geschlechtervorstellungen wegzukommen – und nicht, Menschen ihre Geschlechter wegzunehmen.“   „Mehr als Binär“ ist ein Buch, das eigentlich alle besitzen sollten, denn hier werden Antworten auf Fragen gegeben, die längst hätten beantwortet sein müssen. Alok Vaid-Menon (they/them) hat ein Werk niedergeschrieben, das über den Tellerrand – über diese binären Kategorien – hinausgeht. In fünf Kategorien schildert Alok mit schönen Illustrationen von Julius Thesing (he/him) die Missstände, die in unserer Gesellschaft verankert sind. Zu erkennen, dass das binäre System, ergo Mann und Frau, ein Konstrukt und Problem unserer Gesellschaft ist, ist nicht das Bedauernswerteste. Das Bedauernswerteste ist nicht erkennen zu wollen, dass es diskriminierend ist und einfach nicht funktioniert. Dies spiegelt sich in Aloks Kindheit, Jugend und auch jetzt wider.   Zu denken, es gäbe nur Mann und nur Frau ist, wie zu denken, es gäbe nur Himmel und Hölle, Tag und Nacht, Feuer und Wasser, usw. Wir vergessen allerdings dabei alles, was dazwischen ist. Zwischen Himmel und Hölle gibt es die Erde, zwischen Tag und Nacht gibt es die Dämmerung, Nachmittage, Abende und zwischen Feuer und Wasser gibt es noch Luft, Erde, Holz, Metall, usw. An dieser Stelle will ich lediglich hinweisen, dass wir alles bei Namen benennen können und wissen im Kern, dass Binärität – also die Zweiteiligkeit – Jenseits dessen ist, was wir denken sei wirklich existent. Dass die Biologie oft als Argument benutzt wird, „um trans und gendernonkonforme Menschen als künstlich zu bezeichnen – und alle anderen als natürlich“, zeigt wiederrum, wie intolerant die Menschen sein können. Es ist längst wissenschaftlicher Konsens, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt. „Es gibt absolut keine biologische Grundlage dafür, warum Jungen nicht ihre Nägel lackieren oder sensibilisieren sein sollten, genauso, wie es auch keine biologische Grundlage dafür gibt, warum Mädchen kein Fußballspiel oder ihre Ideen ernst genommen werden sollten. Es geht hier nicht um Wissenschaft, sondern um Macht.“   Wenn es um falsche Benennung von Farben, Pilzarten, Pflanzen, Tiere, usw., geht, sind wir schnell kampfbereit, um jegliche Missverständnisse aufzudecken. Warum fällt es uns bei diesen Dingen einfacher sie zu akzeptieren als einen Menschen, der sich ausdrücken und klar kommunizieren kann, was er gerade empfindet? Warum akzeptieren wir die Gefühle und Erfahrungen, die dieser Mensch gemacht hat, nicht? Warum muss sich jeder Mensch dafür rechtfertigen und geradestehen für die eigene Geschlechtsidentität? Es ist Macht.   Übersetzt von Linus Giese (he/they), zeigt wiederum, wie unkompliziert das Gendern sein kann und vor allem ist dieses Buch auch sprachlich für alle deutschsprachige Menschen einfach geschrieben. Allerdings ist auch zu beachten, dass explizite Diskriminierungsformen erwähnt werden, die triggern können. Aufgefallen ist mir, dass keinerlei Quellen verwendet worden sind, als es um „Fakten“ ging, die für mich zwar klar sind, weil ich dazu die Quellen kannte, aber für Lesenden, die keine bzw. wenig Berührungspunkte mit dieser Thematik haben, jedoch gefehlt haben.   „Meinen Körper, meine Identität und meinen Selbstwert zurückzuerobern und von der Scham anderer Menschen zu befreien, hat mir gezeigt, dass Veränderung möglich ist, egal, wie unmöglich sie auch erscheinen mag.“

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