4.7

Wicker King: Roman

von Kayla Ancrum

Format:Hardcover

Lass dich mitnehmen in die Welt von Jack und August! Aber gibt es sie wirklich?Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der "Wicker King", und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2018-09-21

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.7(4 ratings)
Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Einerseits finde ich das Ende nach wie vor problematisch, andererseits hat es mir ein durchatmen erlaubt. Und trotz allem ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Vielleicht brauchte es nach dieser Handlung... Manche Bücher finden einen zur rechten Zeit... Viele Gefühle und Verhaltensmuster habe ich wiedererkannt (weil ich sie leider aus eigener Erfahrung kenne). Ich liebe dieses Buch, fürchte es, liebe es wieder. Ganz merkwürdig, aber ich finde "Wicker King" beschreibt die Mechanismen dieser Freundschaft so perfekt, so glaubwürdig. Das war auch beängstigend. Aber auch befreiend,es hat irgendwie geholfen zu wissen das man eben nicht die einzige Person ist, die in eine solche Beziehung hineinrutscht und nicht alleine herausfinden kann. Die Freundschaft zwischen August und Jack ist eine sehr komplizierte und bei aller engen Beziehung zwischen den beiden, auch eine ziemlich verstörende. Manches mal hat es mich fast an eine Beziehung denken lassen, die sehr stark an klischeehafte Vorstellungen von Sadomasochistischen Pärchen denken lässt. Nur das hier das Ganze auf die gesamte Freundschaft ausgeweitet ist und es keine sexuellen Handlungen gibt. August sieht sich als Jacks Besitz und dieser verneint dies nicht. Umso intimer und gleichzeitig verstörend wirkten manche Szenen auf mich. Von außen sieht man sehr deutlich, das beide Hilfe gebraucht hätten. Von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen, die in der Handlung wegschauen und die Hilferufe nicht erkennen oder erst gar keine Fragen stellen. Zurecht schreibt auch die Autorin in ihrem Nachwort, das es erschreckend ist, das der Direktor sich nicht fragt, weshalb August eventuell Drogen verkauft sondern nur, das dieser dafür bestraft wird. Überhaupt stellt eigentlich keiner der Erwachsenen im Roman die richtigen Fragen. Ein System das versagt... Einerseits wirkt das sehr schwarz-weiß, auf der anderen Seite erleben wir ja immer wieder wie genau die Menschen, die unsere Gesellschaft als schützenswert achtet, trotzdem durchs Raster fallen. August kommt allein wegen seiner guten Kleidung mit allem durch. Niemand kommt auf die Idee mal hinter die Fassade zu schauen. Jack, Sohn aus reichem Hause... niemand scheint auf die Idee zu kommen, das seine Eltern ihn vernachlässigen könnten. Obwohl sie praktisch nie zu Hause sind. Bis auf August - der ihn aber so gut kennt, das er so oder so alle Geheimnisse kennt, scheinen das aber alle zu ignorieren. Nur durch die Ereignisse die zum Ende des Romans führen, schaffen es beide langsam, einen neuen Blick auf ihre Beziehung zu finden. Sie erkennen, das sie diese neu definieren müssen um sie weiter bestehen lassen zu können. Ich finde nur, genau hier hätte die Autorin weiter gehen müssen. Ein kleines bisschen weniger Happy End hätte den Roman noch glaubhafter gemacht. Ich bin froh das ich den Roman genau jetzt gelesen habe. Von mir bekommt er trotz all meiner Kritik die volle Sternen- Anzahl. Alles andere fühlt sich für mich zur Zeit falsch an.

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