Sieben Minuten nach Mitternacht
von Patrick Ness
Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf. Wie das bei monstern eben üblich ist. Conor war wach, als es kam. Er hatte einen Albtraum gehabt. Na gut, nicht irgendeinen. Den Albtraum. Den einen, den er in letzter Zeit ziemlich oft hatte. Den mit der Finsternis und dem Wind und dem Schrei. Den mit den Händen, die er irgendwann nicht mehr festhalten konnte, egal, wie sehr er sich bemühte. Den, der immer endete, dass.
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Sieben Minuten nach Mitternacht
von Patrick Ness
Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf. Wie das bei monstern eben üblich ist. Conor war wach, als es kam. Er hatte einen Albtraum gehabt. Na gut, nicht irgendeinen. Den Albtraum. Den einen, den er in letzter Zeit ziemlich oft hatte. Den mit der Finsternis und dem Wind und dem Schrei. Den mit den Händen, die er irgendwann nicht mehr festhalten konnte, egal, wie sehr er sich bemühte. Den, der immer endete, dass.
Aktuelle Rezensionen(5)
Berührendes Buch über los lassen, Verlust und Leid und Schuldgefühle des jungen Conors, der seine Mutter aufgrund einer schweren Krankheit gehen lassen muss.
''Es ist nicht wichtig, was du denkst. Wichtig ist nur, was du tust.'' Zitat, Seite 202 Patrick Ness hat diese Geschichte für Siobhan Dowd niedergeschrieben, da sie selbst es nicht mehr konnte. Auch sie ereilte der Tod, doch die Idee für 'Sieben Minuten nach Mitternacht' blieb. Patrick Ness hat sich auf Nachfragen hin dazu bereit erklärt, die Geschichte auf seine Weise zu schreiben. Ich bin mir sicher, sie hätte Siobhan Dowd gefallen. Sie hätte sie geliebt, genau wie wir alle. Der kleine Conor muss in seinem Leben viele Hürden meistern. In der Schule wird er von den einen gemobbt, von den anderen gar nicht erst wahrgenommen. Doch das ist nur sein kleinstes Problem, denn seine Mutter ist schwer krank. So schwer, dass er an den Tagen nach ihren Behandlungen, den Haushalt ganz alleine schmeißen muss. Nicht einmal nachts kommt Conor zur Ruhe, weil ihn ein schrecklicher Alptraum quält. Doch eines Nachts, um Sieben Minuten nach Mitternacht, erscheint ein Monster an seinem Fenster. Durch dieses Monster wird Conor bewusst, dass dieser Alptraum etwas ganz Bestimmtes mitteilen will. Und der Junge ist dazu gezwungen, sich nicht nur dem Monster zu stellen, sondern auch der Wahrheit. Seiner eigenen Wahrheit. Dieses Buch ist wirklich für jeden geeignet. Doch Jugendliche in einem Alter, in dem nur Jungs/Mädchen und der neuste Klatsch und Tratsch von Bedeutung sind, sollten vielleicht überlegen, ob sie überhaupt bereit dafür sind, eine solch tiefgründige Geschichte zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Ich hätte mich in diesem Alter wahrscheinlich eher nicht dafür interessiert. Gleich die ersten Seiten zeigen, dass einen in diesem Buch etwas ganz Großes erwartet. Der Schreibstil ist unglaublich einfühlsam und packend. Conor schließt man sofort ins Herz, am liebsten würde man ihn so richtig dolle in den Arm nehmen und versprechen, dass alles wieder gut wird. Die düstere Stimmung wird durch die Illustrationen noch mehr hervorgehoben. Die Geschichte von Conor berührt zutiefst, sodass wohl fast kein Leserauge trocken bleibt. Es wird so viel vom Leben und vom Tod erzählt, ohne diese Dinge beim Namen zu nennen. Jede einzelne Zeile geht unter die Haut. Die Handlungen, Stimmung und die Gefühle in diesem Buch sind so glaubhaft geschildert, sodass sich die Dramatik förmlich durch den eigenen Körper zieht. Ein Buch mit Tiefgang und einer wundervollen Lehre des Lebens. Bitte nicht ohne Taschentücher.
Es war so schwer für mich es zu lesen, auf emotionaler Ebene. Aber es hatte so eine Wahrheit in sich, die zwar weh tut aber unglaublich gut vermittelt wurde, durch die Worte von Patrick Ness.
Ich hatte dieses Buch schon eine Weile in meinem Bücherregal stehen und ich habe nie danach gegriffen, weil ich eigentlich schon genau wusste was passieren würde. Ich meine es steht im Buchklappentext und das Buch war eine Weile lang so gehyped, dass man eigentlich unmöglich daran vorbei kam - man weiß einfach was passiert. Aber es war nicht das Ende an sich, welches mich abgehalten hat es sofort in die Hand zu nehmen und es zu lesen - es war eine enorme Erwartungshaltung, die mich abhielt es sofort in die Hand zu nehmen und zu lesen. Ich neige häufig dazu mit einer gewissen Erwartung an Bücher heran zu gehen und dann sehr stark enttäuscht zu werden und ich hatte diese enorme Angst, dass es hier ebenso der Fall sein würde. Und das bei einem Thema welches ich für so wichtig empfinde. Und dann griff ich doch nach diesem Buch und begann zu lesen. Und vom ersten Moment an bis zur letzten Seite war ich begeistert. Dieses Buch ist sensibel, dabei schonungslos ohne jemals zu direkt zu sein. Es zeigt wie unfair das Leben sein kann, aber wie reif Kinder manchmal sein können - manchmal reifer als Erwachsene. Es zeigt wie wir in den dunkelsten Momenten unseres Lebens zu Schutzmechanismen neigen, die wir manchmal gar nicht verstehen oder wissen, dass wir sie nutzen. Es zeigt uns ganz einfach, aber das in einer enormen Tiefe, das nicht alles Schwarz-Weiß ist - oder gut und böse. Um das aufzugreifen, was im Buchklappentext steht - manchmal muss man Menschen loslassen um sie nicht zu vergessen, um ihnen nahe zu sein. Und manchmal muss man sich eingestehen, dass ein Kampf verloren ist - nicht nur für einen selbst, sondern auch für Andere.
Sehr ergreifende Geschichte. Absolut empfehlenswert!