Prima Facie
von Suzie Miller
»›Prima Facie‹ ist so viel mehr als ein Roman: eine scharfe Anklage, ein Schritt-für-Schritt-Prozess, in dem wir uns für Zeugen halten, bis wir erkennen, dass wir alle schuldig sind. So muss Literatur sein, die etwas bewirken will. Dieses Buch ist für alle, die nicht länger nach den Gesetzen des Patriarchats leben wollen!« Mareike Fallwickl
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Prima Facie
von Suzie Miller
»›Prima Facie‹ ist so viel mehr als ein Roman: eine scharfe Anklage, ein Schritt-für-Schritt-Prozess, in dem wir uns für Zeugen halten, bis wir erkennen, dass wir alle schuldig sind. So muss Literatur sein, die etwas bewirken will. Dieses Buch ist für alle, die nicht länger nach den Gesetzen des Patriarchats leben wollen!« Mareike Fallwickl
Aktuelle Rezensionen(52)
Tessa kommt aus der Arbeiter:innenklasse und ist inzwischen eine renomierte Strafverteidigerin, die sich auf die Verteidigung mutmaßlicher Sexualstraftäter spezialisiert hat. Doch dann wird sie selbst von einem ihrer Kollegen vergewaltigt, mit dem sie zuvor ein kurzes Verhältnis hatte. Sie zeigt ihn an und der Fall landet vor Gericht. Im Verlauf des Romans stellt Suzie Miller, eng verwoben mit Tessas Gedanken, immer wieder die Frage nach der objektiven Rationalität des Justizsystems, das vorgibt, alle Menschen gleich zu behandeln, zugleich aber gerade in Fällen sexueller Gewalt strukturelle Ungerechtigkeiten sichtbar werden lässt, wenn Aussage gegen Aussage steht und das Patriarchat seit Jahrhunderten herrscht. Miller beschreibt mit eindringlicher Sprache Tessas Trauma, Selbstzweifel, Schmerz; Aber auch ihre Wut auf den Täter und auf das ganze System. Ich fand das Buch sehr gut, aber auch sehr bedrückend und stellenweise schwer zu ertragen. Umso wichtiger ist dieses Buch und die Themen, die es behandelt. Ich bin auf den Roman deshalb aufmerksam geworden, weil Moritz Neumeier es im Podcast "Talk ohne Gast" (zusammen mit Till Reiners) empfohlen hatte für alle Männer, die sich mehr mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen wollen. Und was soll ich sagen: Männer, lest/hört das! Bitte, danke! Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wunderbar gesprochen von Pega Ferydoni!
Leider ein sehr belastendes Thema, was mich die letzten Seiten noch wütender gemacht hat als eh schon! Trotzdem, „tolles“ Thema und tolles Buch! 🥺Leider habe ich im mittel Teil ein wenig länger gebraucht, weil ich Jura-Themen schon sehr zäh finde 🫣
Gutes und wichtiges Buch, dass erschütternd wieder einmal beweist, dass wir noch nicht wütend genug sind!
Ein großartiges Buch, spannend, fesselnd und tief bewegend. Suzie Miller schafft es einen schonungslosen Blick auf das Rechtssystem zu werfen, voller Empathie, Wut und gerechtfertigte Fassungslosigkeit.
Was passiert, wenn ein System, dass alle Menschen beschützen soll, nur einen Teil der Menschen beschützt? Dieser Frage geht die Autorin in Prima Facie nach, in dem sie die Lesenden eine junge Anwältin begleiten lässt, die sich ihre Stellung hart erarbeitet hat und sehr erfolgreich vor Gericht ihre Fälle, auch als Verteidigung von sexuellen Delikten, führt und gewinnt. Ihr Leben bricht auseinander, als sie von einem ihrer Kollegen vergewaltigt wird. Trotz der erwartbaren Widrigkeiten für ihren Job und die Scham für die erlittene Tat zeigt sie den Kollegen an. Im Laufe und in der Vorbereitung zu dem Prozess hinterfrägt sie immer mehr das System und auch ihre Rolle darin. Als Verteidigerin von Sexualstraftätern hat sie eigentlich immer gewonnen, doch war es ihre tragende Rolle als Anwältin oder doch das System, in dem das Opfer nachweisen muss, was ihm passiert ist? Nur sie als Opfer muss Aussagen, doch wie kann sie diese extrem verstörende und verletzende Situationen in jeder Nuance richtig beschreiben? Wie kann sie es schaffen, dass dabei keine Widersprüche entstehen? Ihr wird im Laufe des Buches klar, dass das gar nicht gehen kann und auch vom System gar nicht gewünscht wird. Das Buch liest sich extrem gut. Zeitliche Sprünge machen das Lesen sehr kurzweilig. Als Leser:in fühle ich mich durch diese Art des Schreibens in die Geschichte hineingesogen. Die Message dieses Buches ist ein genau so lautes Rufen nach Veränderungen wie die Geschichten von Gisèle Pelicot oder Collien Fernandes. Ein System, was erstmal nur die Täter (Männer) schützt, kann kein gesellschaftlich Neutrales sein. Nicht die Worte der Opfer sollten auf die Goldwaage gelegt werden, sondern die der Täter!