Liebe! Ein Aufruf
von Daniel Schreiber
Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag? In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme.
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Liebe! Ein Aufruf
von Daniel Schreiber
Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag? In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme.
Aktuelle Rezensionen(6)
💛 Lesung: „LIEBE! Ein Aufruf“ – Daniel Schreiber in Leipzig 📍 Salles de Pologne 🎙️ Ausgerichtet von Thalia Leipzig 📚 Verlag: Hanser Berlin Gestern Abend war einer dieser Abende, die lange in meinem Herzen bleiben. Die Lesung mit Daniel Schreiber über sein aktuelles Buch „LIEBE! Ein Aufruf“ – und über nicht weniger als die Frage, wie wir in Zeiten gesellschaftlicher Verrohung, dem immer stärker werdenden Rechtsruck, Populismus und dem damit einhergehenden Rückzug ins Private, politisch handlungsfähig bleiben. Durch den Abend führte die bezaubernde Elisabeth R. Hager – Autorin, Klangkünstlerin, Kulturvermittlerin. Ihre positiv berauschende Aura hat mich sofort angesteckt. Mit ihrer Präsenz, Empathie, Wärme und kluger Neugier war sie eine Gesprächspartnerin, die Tiefe und Leichtigkeit zugleich ins Publikum transportierte. Es war ein Austausch auf Augenhöhe – getragen von philosophischer Klarheit, präzisen Fragen und ganz konkreten Impulsen für unser gesellschaftliches Miteinander. Daniel und Elisabeth, ein Duo, das so harmonisch zusammenspielte, dass ich ihren Gedanken mühelos noch zwei Stunden länger hätte lauschen können. Danke euch dafür.🫶🏻 💛Daniel Schreibers Plädoyer: LIEBE nicht als romantisches Gefühl zu denken, sondern als politische Kraft. Als Form der Nächstenliebe. Als kognitive Empathie. Als aktiven Widerstand gegen eine Kultur des Hasses. Der Hanser Berlin Verlag beschreibt das Buch als persönlichen Aufruf zum Widerstand gegen Menschenverachtung und Isolation. Ohnmacht sei zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden – und genau hier setzt Schreiber an: mit der radikalen Rückbesinnung auf LIEBE als gesellschaftsverändernde Energie. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele – u. a. von Hannah Arendt, Erich Fromm, Bell Hooks, Martin Luther King, Timothy Snyder und Alexei Yurchak – zeigt er, dass große Umbrüche oft genau dort beginnen: bei der Entscheidung, den anderen nicht aufzugeben. Beim Zuhören. Beim Verstehen. Beim Aufeinander-Achtgeben. Beim Denken an die Generationen nach uns. in Buch über Widerstand und Trost. Über das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme. Der Abend hätte keinen passenderen Ort haben können als die Salles de Pologne – einen Raum, der den Gedanken Freiheit gewährte. Mein Herz ist voll mit neuen Denkanstößen, tollen Begegnungen und echtem Austausch, intellektuell bereichernd und emotional bewegend. Dieses Gefühl von Miteinander. Von Mut und Zuversicht. Sich nicht zu verschließen, sondern Offenheit auszustrahlen. Sich zu kümmern. Ein Wir-Gefühl erlebbar zu machen❣️ Ich bin beseelt nach Hause gefahren – und meine Daniel-Schreiber-Sammlung ist um ein weiteres Exemplar gewachsen. 💛📚
An vielen Stellen wirkt es so, als wolle der Autor mit seinem Wissen brillieren, er verkauft es so, als kenne er alle Zitate, an die er vermeintlich zufällig auf seinem Spaziergang denkt, auswendig, als läge in dem Buch keine Recherchearbeit. Doch was ist am Ende der Mehrwert des Bandes? Alles, was er sagt, ist dann doch allgemeiner gesellschaftlicher Diskurs. Es gelingt ihm nicht einmal, bildliche Beispiele zu wählen, um diese Argumente überzeugend zu vermitteln. Schreiber sagt in seinem Schreibworkshop selbst, dass die Teilnehmenden über etwas schreiben sollen, worüber nur sie schreiben können, das dies ein Text ist, der geschrieben werden muss, weil er so persönlich ist. Genau gegen dieses Gebot verstößt er selbst. Unindividuell, übermäßig pathetisch und belehrend wirkt sein Text leider.
"Liebe. Ein Aufruf" ist ein schönes kurzes und stilistisch ansprechendes Buch. Daniel Schreiber versteht es, komplexe Gedanken in eine klare und oft poetische Sprache zu übersetzen, wodurch sich das Werk angenehm und zügig lesen lässt. Es hat mir insbesondere an den Stellen gefallen, an denen er sich mit der Philosophie der Liebe auseinandersetzt. Diese Abschnitte entfalten eine echte argumentative Tiefe und machen Lust auf Mehr! Der letzte Teil des Buches überzeugt aber leider deutlich weniger. Zum Beispiel wird die Idee eines „ethischen Kapitalismus“ (Markus Gabriel) vertreten. Verkannt wird dabei, dass Kapitalismus aber stets auf Wachstum, Konkurrenz und Ressourcenverbrauch basiert und niemals ein gutes Leben für alle ermöglichen wird. Auch die politische Argumentation bleibt unzureichend. Die Verteidigung der liberalen Demokratie gegen den Faschismus greift meiner Meinung zu kurz. Gerade in seiner neoliberalen Form trägt der Liberalismus selbst dazu bei, soziale Ungleichheit und ökonomische Unsicherheit zu verschärfen. Diese Entwicklungen begünstigen autoritäre Tendenzen – ein Zusammenhang, den das Buch weitgehend ausblendet. Insgesamt fand ich das Buch gut geschrieben, würde es aber nicht nochmal lesen.
Mir persönlich zu langatmig, vermittelt jedoch eine wichtige Message.
Ich bin Daniel Schreiber berührt auf seinen Wegen durch Venedig gefolgt, als er über den Verlust seines Vaters nachdenken musste, und ich war gern dabei, als es Schreiber ums Alleinsein ging. Zwischen mir und den Abhandlungen zur Liebe hat es leider nicht gefunkt - zu bemüht und konstruiert wirkten die Passagen vom Schreibseminar, zu wenig persönlich und dringlich die Ausführungen zur Liebe. Schade.