Format:Hardcover
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Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni, im Juli, im August in Adana, dreitausend Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés, auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berühren, reißen ihn die Gedanken zurück zu Hassan, dem Nachbarsjungen in Adana, den Dede, sein Großvater, immer nur »Hundesohn« nennt. Zeko kennt das laute Viertel, den Staub in den Gassen nur aus den Sommerferien. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen, nicht den Großvater, der alten Männern die Sorgen aus dem Bart schnitt und auf Arabisch sang, nicht die religiösen Rituale und den Geschmack von Bamya. Und vor allem nicht Hassan.»In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen«, wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt. Hundesohn erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit, der Angst und dem Glück, wenn man liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch, in fremden Betten und im Gebet. Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart, über alle Grenzen von Ländern, Sprache und Körper hinweg.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
219 SeitenHardcover
Erschienen an: September 15, 2025

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Aktuelle Rezensionen(43)

4.0(234 ratings)
Josua OvariRezension von Josua Ovari

so toll und so gay literally kafkaesque stellenweise schwuler Sex ohne Schamfilter und provokative Übertreibung Poesie aus der türkischen Sprache viel Apsilon dabei gehört Tod, Trauer, Weiterleben Freundschaft, die Liebe und Halt gibt 🫶

AnnaRezension von Anna

Der Anfang des Buches hat mich total umgehauen. Die Sprache, die Bilder, die Wucht, ganz neu und so noch nie gelesen. Insgesamt hätte ich das Buch glaub ich lieber als Kurzgeschichten oder Lyrik gelesen, als Roman hat es für mich nicht so richtig funktioniert, dennoch toller Autor und empfehlenswert!

ClaraRezension von Clara

Unbedingt das Hörbuch anhören. Keskinkılıç eigene Lesung ist ein Meisterwerk. Ich wollte gar nicht mehr aufhören ihm zuzuhören!

Anna 🐰Rezension von Anna 🐰

hätte noch so viel länger sein können. Religionen, Heimat, Kulturen, Leben von migrantischen Familien, Homosexualität, in Berlin!, Freundschaft und Familie. I like!

ZottelRezension von Zottel

Hundesohn ist mehr als eine queere Liebesgeschichte. Der Roman lebt von seinen Spannungen: zwischen Deutschland und der Türkei, Familie und Selbstbestimmung, Religion und Queerness sowie Erinnerung und Gegenwart. Zeko bewegt sich ständig zwischen diesen Polen, ohne jemals ganz anzukommen. Dazu passt das Motiv des unerfüllten Begehrens: Seine Sehnsucht nach Hassan wird zum emotionalen Zentrum und lässt ihn regelrecht verharren. Besonders gelungen sind die intertextuellen Bezüge zu Franz Kafka. Die Anspielungen sind keine bloßen literarischen Verweise, sondern spiegeln Zekos innere Verfassung. Wie eine kafkaeske Figur verfolgt er ein Ziel, das sich seiner Erfüllung entzieht: Hassan wird weniger zu einer realen Person als zu einem Symbol für unerfüllte Sehnsucht. Das Wiedersehen am Ende löst deshalb nicht die Spannung auf, sondern verdeutlicht, dass manche Wünsche gerade deshalb ihre Kraft behalten, weil sie unerfüllt bleiben und vor allem in der Erinnerung weiterleben.

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