4.3

Heimat

von Nora Krug

Format:Hardcover
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Erneut nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis – Evangelischer Buchpreis – Förderpreis der Stadt Aalen – SWR-Bestenliste – Tagesspiegel-Bestenliste Comics – Silbermedaille der »Society of Illustrators« – Goldmedaille des Art Director Clubs USA – NBCC Award – Nominiert für den Grand-Prix des Comicfestivals AngoulemeSie lebt seit fast zwanzig Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. »Heimat« ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.Ausstattung: mit Abb., durchgehend 4c

Biography & Memoir
Hardcover
Erschienen an: August 27, 2018

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Aktuelle Rezensionen(3)

4.3(8 ratings)
Sarah Michelle WeilRezension von Sarah Michelle Weil

Rezension zu Heimat von Nora Krug Nora Krugs Heimat ist ein beeindruckendes Buch, das Familiengeschichte und NS-Vergangenheit durch Collagen, Zeichnungen und Texte auf einzigartige Weise verknüpft. Jede Seite ist visuell (und emotional) ein Erlebnis. Ein Satz blieb mir besonders hängen, obwohl er inhaltlich wenig mit dem Thema zu tun hat: „Für mich war die Tatsache, eine Frau zu sein, ebenso beschämend wie die, eine Deutsche zu sein.“ Diese Worte haben mich stark berührt, weil sie zeigen, wie tief Scham und Identität verwurzelt sein können. Die Briefe von Edwin R., die eine andere Perspektive auf den Krieg zeigen, haben mich besonders bewegt. Krugs authentische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit macht das Buch zu etwas Besonderem.

Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Was ist eigentlich "Heimat"? Im ersten Moment bin ich immer noch verwundert, weshalb Nora Krug sich eigentlich für diesen Titel für ihr Buch entschieden hat. Denn es geht um ihre Familiengeschichte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der NS Zeit und der Frage, waren in ihrer Familie Täter und wenn ja, in wie fern? Was hat ihre Familie über die Shoah gewusst? Aber eine Antwort findet sich dann doch auch im Buch. Heimat ist, wo sich das Herz zu Hause fühlt ist die Antwort, die Noras Vater dazu findet. Aber gleichzeitig ist die Antwort vielleicht, Heimat ist, wo Familie ist. Die Autorin stellt sich viele Fragen, die ich mir auch immer wieder stelle. Doch im Gegensatz zu ihr, habe ich bisher wenige bis keine Antworten bekommen. Auch, weil ich sie eigentlich viel zu spät wirklich gestellt habe. Und daher keine mehr erhalten kann. Ich glaube auch deshalb hat mir "Heimat" so gut gefallen. Nora Krug stellt unbequeme Fragen, stöbert in Archiven. Ihre Gefühle zu dieser Suche sind irgendwo zwischen Begeisterung und Scham angesiedelt und allem was sich dazwischen noch so findet. Geschichte anhand einer Familie, gleichzeitig in der Hoffnung, nichts all zu schlimmes zu finden. Die Zeit der NS Diktatur ist in vielen Deutschen Familien eine Leerstelle geblieben. Emotionale Fragen, die nicht immer beantwortet werden. Erst vor wenigen Wochen habe ich wieder gemerkt, das mein Vater bei meiner Meinung fast wütend wurde. Weil ich in Frage gestellt habe, wie nach dem Krieg und auch noch heute, mit einigen unbequemen Wahrheiten über die Frage nach einer Täterschaft an der Shoah und weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit umgegangen wird. Nora Krug hat eine besondere Art gefunden sich ihren Fragen zu stellen. Es ist eine Reise in die Familiengeschichte, immer auch eingeordnet in dem, was an anderen Orten gleichzeitig passierte. Kollagen, Zeichnungen, Fotos, Erinnerungen aus Gesprächen mit Verwandten und Zeitzeug:innen, Einsicht in Dokumente aus Archiven... Ein Buch dessen Zugang nicht nur Bildreich und Lebendig erzählt, was Krug über ihre Familie herausfindet. Sondern so ganz neben bei zeigt welche Fragen man stellen könnte, und auch wie und wo sie sich beantworten lassen könnten. "Heimat" hat in mir persönlich weniger die Frage nach Heimat ausgelöst, sondern mehr noch die Fragen lauter werden lassen, die ich nach wie vor habe. Vor allem im Bezug auf die Familienmitglieder die ich nie kennen gelernt habe. Gleichzeitig ist es leider kaum noch möglich die meisten meiner Fragen je beantworten zu können. Denn es gibt niemanden mehr, der das könnte. Diese Leerstellen machen mir durchaus zu schaffen. Nora Krug hat eine sehr persönliche Reise zu ihrem ersten Buch verarbeitet und mich damit tief beeindruckt. Es ist eine emotionale Achterbahn die sie auch Visuell ausgestaltet hat. Das macht es wirklich einem besonderen Zugang zu Geschichte, aber auch zu Emotionen und sehr persönlichen Erinnerungen. Ein Highlight über das ich sicher noch länger nachdenken werde. Eine Reise auch in meine eigenen Erinnerungen, ohne das ich das erwartet hätte.

annielemieRezension von annielemie

Eine wunderschöne Kombination aus Literatur und Kunst. Es war mein erstes Buch dieser Art. Die Collagen haben mich von Anfang an fasziniert. Nora Krug ist es wirklich meisterhaft gelungen die zwei Welten miteinander zu verbinden. Da die Textabschnitte recht kurz gehalten sind, musste sie sehr präzise arbeiten. Ein kleiner Wermutstropfen war der, oft sprunghafte, Wechsel zwischen der Familie väterlicher und mütterlicherseits. Zum Glück gibt es kleine Stammbäume in den Klappen. Die helfen bei der Orientierung.<br/>Die Suche nach ihren eigenen Wurzeln fand ich sehr spannend. Fast zeitgleich stellte sich der Wunsch ein, tiefer in die eigene Familiengeschichte abzutauchen.<br/>Am Ende bleiben viele Fragen offen, aber dies ist eben kein Roman.<br/><br/>Vielen Dank für diese kreative und andere Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.

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