3.6

Stella

von Takis Würger

Format:Hardcover

Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2019-01-01

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Aktuelle Rezensionen(5)

3.6(45 ratings)
Sandy GrotelohRezension von Sandy Groteloh

Takis Würgers Roman ‚Stella‘ ist weit mehr als nur ein handwerklich schwaches Buch; es ist ein ethischer Fehlgriff. Eine Frau, die aktiv und grausam hunderte jüdische Mitbürger in den Tod schickte, zur Protagonistin einer kitschigen Liebesgeschichte zu machen, verhöhnt nicht nur die Opfer, sondern verzerrt die historische Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit. Wer die wahre Stella Goldschlag verstehen will, sollte zu Peter Wydens Standardwerk greifen. Würgers Roman hingegen wirkt wie eine Farce gegenüber Wydens seriöser Aufarbeitung. Während Wyden die Abgründe und die manipulative Kälte Goldschlags dokumentiert, reduziert Würger sie auf eine mysteriöse Femme fatale. Das ist eine Beleidigung für die historische Recherche und für Wyden selbst, dessen Arbeit hier als bloßer Steinbruch für eine seichte Romanze missbraucht wird. Das Schlimmste an diesem Buch ist die gefährliche Sympathisierung. Stella Goldschlag wird als jemand gezeichnet, dem Dinge ‚passieren‘, während die Realität viel düsterer war: Sie war eine Frau, die Menschen benutzte und instrumentalisierte, bis hin zu ihrer eigenen Tochter und engsten Freunden. Dass ihre tiefe Verachtung für die eigene Herkunft, ihre Konversion und ihr bis zum Lebensende anhaltender Antisemitismus in diesem Buch hinter einer romantischen Kulisse verschwinden, ist unverzeihlich. Fazit: Ein moralisches Scheitern Dieses Buch ist ein Paradebeispiel für ‚Holocaust-Kitsch‘. Anstatt sich mit der monströsen Komplexität einer Täterin auseinanderzusetzen, die ihr eigenes Volk verriet, liefert der Autor eine oberflächliche Erzählung, die das Grauen zum bloßen Dekor degradiert. Wer wissen will, wer Stella Goldschlag wirklich war, eine überzeugte Antisemitin, die keine Reue kannte, sollte diesen Roman meiden und sich an die historischen Fakten halten.

Clara:)Rezension von Clara:)

Dieses Buch behandelt sehr wichtige, düstere und tiefgründige Themen und sollte einem deshalb unter die Haut gehen. Aber ich bin leider nicht wirklich reingekommen. Gerade wegen dieser Themen war mir der Schreibstil zu oberflächlich, nicht tiefgehend genug um ihnen gerecht zu werden.

JenniferRezension von Jennifer

Berührt. Traurig. Mir gefällt der Schreibstil.

IsabelleRezension von Isabelle

Eine Rezension, die mir sehr schwer fällt. Über ein Buch, das bei seiner Erscheinung sehr kontrovers diskutiert und teilweise sogar von der Kritik zerrissen wurde. Es geht um die „Greiferin“ Stella Goldschlag, die Leser*innen aus der Sicht eines jungen, in sie verliebten, Schweizers kennenlernen. Das Buch ist hart, schnell, beklemmend. Sprachlich hat es mir nicht so gut gefallen. Takis Würger hat es vermutlich geschafft, dass sich mehr Menschen für die Geschichte von Stella Goldschlag interessieren und sich weiter in das Thema einlesen. Die letzten Sätze des Nachworts von Sascha Feuchert fassen es sehr gut zusammen: „Letztlich bleibt klar, dass Geschichte immer wieder neue Geschichten braucht, um aktuell und bedeutsam zu bleiben – erst, wenn nicht mehr über sie erzählt wird, ist eine Epoche wirklich vergangen und mit ihr die Lehren, die wir aus ihr ziehen können. Dieses Erzählen kann aber nicht gleich bleiben – es muss für jede neue Generation neue Brücken in die Vergangenheit bauen.“

CathyRezension von Cathy

Spannend, einfach geschrieben, unerwartete Wendungen

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