Was passiert, wenn wir Frauen uns entziehen. Was wäre, wenn Nettsein kein Charakterzug, sondern ein Überlebensmechanismus ist? In diesem Buch verabschiedet sich Silvi Carlsson von der Rolle der immer braven, verständnisvollen Frau. Was passiert, wenn wir uns erlauben, nicht immer für andere da zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Sie zeigt, wie tief die Good-Girl-Prägung in Beziehungen, Karrieren und Körpern wirkt – und was geschieht, wenn wir Männer nicht länger ins Zentrum unseres Denkens stellen.
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Good Girl Exit
von Silvi Carlsson
Was passiert, wenn wir Frauen uns entziehen. Was wäre, wenn Nettsein kein Charakterzug, sondern ein Überlebensmechanismus ist? In diesem Buch verabschiedet sich Silvi Carlsson von der Rolle der immer braven, verständnisvollen Frau. Was passiert, wenn wir uns erlauben, nicht immer für andere da zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Sie zeigt, wie tief die Good-Girl-Prägung in Beziehungen, Karrieren und Körpern wirkt – und was geschieht, wenn wir Männer nicht länger ins Zentrum unseres Denkens stellen.
Aktuelle Rezensionen(6)
Falls du dieses Buch lesen willst: there is no return. You have been warned. Ich bin in Trauer….um die Teile meiner Persönlichkeit, die ich umgebracht habe, um besser reinzupassen. Hiermit bitte ich mich selbst um Entschuldigung. Ich habe es nicht besser gewusst. Gleichzeitig bin ich so unendlich froh, an einem Ort zu leben, an dem ich mich so leicht entziehen kann. Ich könnte allein leben, wenn ich es wollte. Ich kann einfach kinderlos bleiben und das Schlimmste, was ich deshalb erdulden muss, ist, dass ich deswegen ständig genervt werde, weil es so wenig ins System passt. #sorrynotsorry Frauen sind unfassbar tolle Wesen die seit Jahrhunderten so viel leisten und erdulden. Doch wir halten uns selbst und gegenseitig klein, damit nicht im Entferntesten einer auf die Idee kommt, dass wir uns darauf etwas einbilden….dass wir uns selbst mögen könnten…ew… Danke Silvi, dass du den Finger in die Wunde legst. Das war nötig. So…ich muss los….meinen Freundinnen sagen, wie toll sie sind und wie sehr ich sie liebe. Ciao p.s.: Ich werde den Film Arielle für immer mit anderen Augen sehen. </3
Können bitte ALLE dieses Buch lesen!
Tolles Debüt - öffnet die Augen, regt extrem zum Nachdenken an und das in einem sehr tollen und kurzweiligen Schreibstil, sodass man es kaum aus der Hand legen möchte :) große Empfehlung
Boah, dieses Buch... Ich fand es einfach richtig, richtig gut!! In Good Girl Exit geht es darum, wie Frauen die gesellschaftlich auferlegten Normen und Vorstellungen von Weiblichkeit ablegen können. Was mir besonders gefallen hat, war die Art, wie die Autorin die Themen erklärt. Es ist eine richtig gute Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, Thesen und Erklärungen, aber gleichzeitig immer wieder ergänzt durch Beispiele aus dem Alltag und der Lebensrealität von Frauen. Dazu kommen Beispiele aus anderen Kulturen und verschiedenen Zeiten, die zeigen, dass Frauen schon immer Wege gefunden haben, gemeinsam etwas zu verändern. Also gerade durch weibliche Solidarität. Ich fand die Perspektive der Autorin dabei einfach unheimlich gut. Viele Dinge, die man theoretisch schon kennt, werden so verständlich und greifbar erklärt, dass ich beim Lesen trotzdem immer wieder so abgeholt gefühlt habe. Für mich ist Good Girl Exit deshalb nicht nur ein Buch für Frauen, die sich gerade intensiver mit diesen Themen beschäftigen. Ich finde wirklich, dass sich das Buch für alle lohnt und eigentlich jede Person es einmal gelesen haben sollte.
„Good Girl Exit“ von Silvi Carlsson hat mich zunächst sehr angesprochen, da das Thema „Ende weiblicher Verfügbarkeit“ mich sehr interessiert. Der Klappentext verspricht eine wichtige Auseinandersetzung damit, wie Frauen von klein auf lernen, emotional, körperlich und mental für andere verfügbar zu sein. Leider bleibt das Buch hinter diesen Erwartungen zurück. Die klare Zweiteilung ist zunächst sehr gut gewählt. Im ersten Teil geht es um weibliche Verfügbarkeit und ihre Prägungen, zum Beispiel durch Anpassung, Datingkultur, Scham und die große „Girlboss“-Lüge. Der zweite Teil widmet sich dem Ausstieg aus diesen Mustern, etwa durch kollektive Kraft oder radikalen Entzug. Das Inhaltsverzeichnis weckte daher große Erwartungen. Viele dieser Themen werden jedoch nur gestreift, statt wirklich vertieft. An die Stelle einer objektiven Analyse treten persönliche Erfahrungen, gesellschaftskritische und psychologische Reflexionen, die zwar interessant sind, dem Text aber stellenweise die argumentative Schärfe nehmen. Auch die Einbindung von Social-Media-Beispielen verstärkt den Eindruck einer eher assoziativen als systematischen Herangehensweise. Positiv hervorzuheben sind einzelne Denkanstöße, etwa zur Macht von Sprache oder zu kollektivem Handeln. Besonders die Beispiele aus Island und Liberia machen sichtbar, welches Potenzial in gemeinsamer Organisierung liegen kann. Kritischer sehe ich den teils pauschalen Blick auf Männer und heterosexuelle Beziehungen, der nicht durchgehend differenziert wirkt. Zwar ist die Kritik an patriarchalen Strukturen vollkommen berechtigt, doch hätte ich mir insgesamt eine analytischere und vielschichtigere Perspektive gewünscht, insbesondere auf die Frage, warum weibliche Verfügbarkeit so tief gesellschaftlich verankert ist. Insgesamt ist es ein Buch mit wichtigem Thema und interessanten Impulsen, das seine Möglichkeiten jedoch nicht ausschöpft. Wer erste Denkanstöße sucht, wird hier fündig. Wer eine tiefgehende, differenzierte Analyse erwartet, wird eher ernüchtert zurückbleiben.