Die Wand (Marlen Haushofer: Die gesammelten Romane und Erzählungen 3)
By Marlen Haushofer, Daniela Strigl
»Die Radikalität in den fast nüchternen Sätzen dieses erstaunlichen Romans mit seiner subtilen poetischen Schwingung entsteht durch die gleißende Härte der Situation, die sie schildern. Die Worte nehmen sich nicht wichtig. Sie treten hinter das Existentielle zurück.«ANTJE RÁVIK STRUBEL
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Die Wand (Marlen Haushofer: Die gesammelten Romane und Erzählungen 3)
By Marlen Haushofer, Daniela Strigl
»Die Radikalität in den fast nüchternen Sätzen dieses erstaunlichen Romans mit seiner subtilen poetischen Schwingung entsteht durch die gleißende Härte der Situation, die sie schildern. Die Worte nehmen sich nicht wichtig. Sie treten hinter das Existentielle zurück.«ANTJE RÁVIK STRUBEL
Popular Reviews(34)
Immersiv, still und doch voller Durchschlagskraft
Das Buch war sehr intensiv und gleichzeitig entschleunigend und slow in der Erzählweise. Es war atmosphärisch und hat starke Bilder geschaffen.
Eine wirklich einzigartige Leseerfahrung! Die Geschichte gleicht einer Art Meditation, die einen immer tiefer in ihren Bann zieht. Das liegt zum einen an den oft ähnlichen und sich wiederholenden Schilderungen des Alltags der Protagonistin, vor allem aber an den Themen, die unter der Oberfläche mitschwingen. Für mich entsteht daraus eine schonungslose Beschreibung und zugleich desillusionierte Metapher für das Leben. Selten war die Stimme einer literarischen Figur für mich so klar und unmittelbar wie die von Haushofers namenloser Protagonistin. Sie schildert ihr Schicksal mit großer Nüchternheit – gerade angesichts der Schwere dessen, was ihr widerfährt, fast erschreckend emotionslos. Ich konnte das Buch tatsächlich nur in kleinen Dosen lesen, weil es auf eine außergewöhnlich subtile Weise zunehmend belastend wurde. Fast scheint es, als würde sich im Verlauf der Geschichte immer mehr Druck aufbauen – ebenso unerbittlich und bedrückend wie das Schicksal der Protagonistin selbst. Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, brachen die Emotionen bei mir durch. All die Anspannung und Gefühle, die während des Lesens keinen Raum gefunden hatten, waren plötzlich da – intensiv und überwältigend. Fast so, als hätte man es sich als Leser, genau wie die Protagonistin, nicht erlaubt, zu viel zu fühlen, weil man es schlicht nicht ertragen hätte.
Genau wie die Protagonistin von der Außenwelt durch die Wand abgeschnitten wird, taucht man als Leserin mit ihr in einen ereignisarmen Alltag aus harter Arbeit, Natur und Tierliebe ein. Das ist manchmal etwas träge, aber wenn man sich drauf einlässt kann man wie die Protagonistin die Entfernung von der Schnelllebigkeit des eigenen gemütlichen Alltags wertschätzen.
„Die Wand“ von Marlen Haushofer ist ein ruhiger, eindringlicher Roman über das Überleben in völliger Einsamkeit. In Tagebuchform schildert die Protagonistin ihren harten Alltag mit ihren Tieren hinter einer unsichtbaren Wand. Die Entbehrungen und die körperlich, wie seelisch zehrende Arbeit werden eindrucksvoll spürbar.