Eigentlich sollte Valeria im tabaccaio nur Zigaretten für ihren Mann besorgen – kauft dann aber verbotenerweise ein schwarzes Notizheft und ahnt nicht, welche Konsequenzen dies haben würde. Es sind die Nachkriegsjahre in Rom, und Valeria führt das bescheidene und unscheinbare Leben einer Frau der Mittelschicht. Sie ist Mutter, Gattin und Büroangestellte. Mehr sieht niemand in ihr, seit Jahren hat sie ihren eigenen Namen nicht gehört, sogar ihr Mann nennt sie »mamma«. Doch als sie beginnt, in das Notizheft zu schreiben, verändert sich allmählich etwas in Valeria. Sie sondiert ihr Inneres, geht auf die Suche nach ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten. Irgendwann beginnt sie, sich kleiner Lügen zu bedienen, sich heimlich mit ihrem Chef zu treffen und die Forderungen ihrer Kinder zu übergehen. Bis sie glaubt, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. Elena Ferrante nennt es ein »Buch der Ermunterung«, für viele Generationen war Das verbotene Notizbuch ein Schlüsselroman menschlicher Beziehungen und weiblicher Identität – und nun kann das fesselnde, intime und zeitlose Meisterwerk endlich wieder gelesen werden.
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Das verbotene Notizbuch
von Alba de Céspedes, Verena von Koskull
Eigentlich sollte Valeria im tabaccaio nur Zigaretten für ihren Mann besorgen – kauft dann aber verbotenerweise ein schwarzes Notizheft und ahnt nicht, welche Konsequenzen dies haben würde. Es sind die Nachkriegsjahre in Rom, und Valeria führt das bescheidene und unscheinbare Leben einer Frau der Mittelschicht. Sie ist Mutter, Gattin und Büroangestellte. Mehr sieht niemand in ihr, seit Jahren hat sie ihren eigenen Namen nicht gehört, sogar ihr Mann nennt sie »mamma«. Doch als sie beginnt, in das Notizheft zu schreiben, verändert sich allmählich etwas in Valeria. Sie sondiert ihr Inneres, geht auf die Suche nach ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten. Irgendwann beginnt sie, sich kleiner Lügen zu bedienen, sich heimlich mit ihrem Chef zu treffen und die Forderungen ihrer Kinder zu übergehen. Bis sie glaubt, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. Elena Ferrante nennt es ein »Buch der Ermunterung«, für viele Generationen war Das verbotene Notizbuch ein Schlüsselroman menschlicher Beziehungen und weiblicher Identität – und nun kann das fesselnde, intime und zeitlose Meisterwerk endlich wieder gelesen werden.
Aktuelle Rezensionen(1)
Das verbotene Notizbuch – Alba de Céspedes Dieses Buch war für mich keine angenehme Lektüre, sondern eine unbequeme – und genau das macht es so stark. Valeria beginnt heimlich, ein Notizbuch zu führen, und was als kleine Freiheit anfängt, deckt nach und nach auf, wie sehr sie selbst in den Rollen gefangen ist, die sie äußerlich beklagt. Die meisten Rezensionen lesen Valeria vor allem als Opfer eines patriarchalen Systems – bei mir hat sich das im Lauf der Lektüre verschoben. Am Anfang volles Mitgefühl, dann zunehmend Befremden über ihre eigene Grausamkeit: die doppelte Moral gegenüber Schwiegertochter und Sohn, die Übergriffigkeit gegenüber der eigenen Tochter, der sie genau die Freiheit nicht zugesteht, die sie sich selbst nimmt. Besonders stark fand ich, wie sehr Valeria über Projektionen funktioniert: Auf ihre Schwiegertochter wirft sie ab, was sie an sich selbst nicht erträgt, auf ihre Tochter projiziert sie eine Freiheit, die sie gleichzeitig bewundert und beneidet, ohne es sich je einzugestehen. Ihre Kollegin liest sie als Warnung vor der Einsamkeit der unabhängigen Frau, obwohl diese in Wahrheit freier lebt als sie selbst. Und die eigene Mutter, deren Unterwürfigkeit sie beschämend findet, ist ihr ein Spiegel, den sie nicht als solchen erkennen will. Selten hatte ich eine Protagonistin, der ich gleichzeitig so viel Verständnis entgegengebracht und die mir so unsympathisch war. Gerade das macht das Buch für mich so stark: Es nimmt Valeria nicht in Schutz, sondern lässt zu, dass sie Opfer und zugleich Teil des Systems ist, das sie beklagt. Kein Buch zum Weglesen, aber eines, das lange nachhallt – und zum Weiterdenken zwingt.