Wie er seine Geschichte aufschreibt, wie er kühl und genau auf sein Unglück blickt, das nimmt einem tatsächlich den Atem.
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Das Ende von Eddy
von Edouard Louis, Hinrich Schmidt-Henkel
Wie er seine Geschichte aufschreibt, wie er kühl und genau auf sein Unglück blickt, das nimmt einem tatsächlich den Atem.
Aktuelle Rezensionen(21)
Ein sprachgewaltiges, tief berührendes, ganz und gar tragisches Buch, dass mich schockiert und sprachlos zurück ließ, obgleich es auch unfassbar gut und wichtig ist, um aufgeklärt zu werden und neue Perspektiven zu gewinnen, egal wie schwierig oder düster das Thema ist. Denn wir begleiten in dem Buch die autobiographische Geschichte von Édouardo Louis und seiner Kindheit als homosexueller Junge Eddy, der in ärmlichen Verhältnissen groß wird und nicht nur mit einem schwierigen Elternhaus zu kämpfen hat, sondern auch versucht seine eigene Sexualität und Anziehung zu Jungs/Männern zu leugnen und zu verstecken, da er schon früh gesellschaftliche Ausgrenzung und hartes Mobbing erleben musste. Ich glaube mich hat noch nie ein Buch auf emotionaler und psychischer Ebene derart mitgenommen, denn es verändert etwas in Dir. Man fühlt sich ein, in diesen Jungen, den man am liebsten beschützen würde und zeitgleich schämt man sich, dass solche gesellschaftlichen Dinge heute noch ungesehen und ungestraft passieren können. Ich bin selbst Mama und finde es ist so wichtig, dass wir als Eltern unsere Kinder darin bestärken sollten zu ihrer eigenen Sexualität, ihrer eigenen Identität zu finden, sie zu begleiten, statt zu verurteilen und zu fördern, dass sie sich zu guten Menschen entwickeln, die ebenso die Würde Anderer respektieren und wertschätzen. Aber ja, wir leben in einer Welt, in der nicht jeder das Privileg hat unter guten Umständen groß zu werden. Und auch Schatten sind Teil des Lebens und daher umso wichtiger ist es, solche Literatur zu lesen statt sie zu meiden. Das Buch enthält viele Kraftausdrücke, mag für Manche vielleicht "schwere Kost" (was immer das heißen soll) sein, aber es war jede Seite zu lesen wert und ich werde es vermutlich nie vergessen können. Als jemand, der auch auf andere Art keine leichte Kindheit hatte, bin ich sogar der Überzeugung, dass es mehr solcher Bücher geben sollte, um ein realistischeres Bild der Gesellschaft aufzuzeigen, die vielfältig ist, und um wichtige Themen nicht mehr zu tabuisieren.
Schrecklich, unsere Welt scheint schrecklich !
Starkes Buch! Mit mehr Schwänzen und Schimpfwörtern als in manchem Houellebecq-Roman schildert Louis seine Kindheit in verarmten Verhältnissen in der nordfranzösischen Provinz in den 90ern des letzten Jahrhunderts zwischen Suff und Gewalt und tradierten Rollenbildern und das als homosexueller Junge. Klare Empfehlung!
Pageturner...direkt, bildlich, schockierend. So eingängig, dass man kaum Luft bekommt. Musste ständig den Kopf schütteln über die Grausamkeit, die entsteht, wenn ein Mensch einfach nicht in das enge Bild seiner Umgebung passt. Bestürzend, stark. Über Abgründe, Gewalt und den verzweifelten Versuch, überhaupt existieren zu dürfen.
In jeder Seite, in jedem Satz steckt so viel Schmerz. Ein Buch, das wütend macht, das traurig macht und einen ganz tief berührt