3.5

Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch

von Sophie Passmann

Format:Softcover
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»[...] Passmanns Buch ist nicht nur eine sehr kluge, passmanntypisch, selbstironische und oft hochkomische Meditation auf eine wichtige Frage, es ist ein überzeugendes Plädoyer für den Dialog.«

History, Humanities & Society
Softcover
Erschienen an: March 7, 2019

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Aktuelle Rezensionen(13)

3.5(249 ratings)
LensRezension von Lens

Mansplaining und weißer Feminismus ohne Ende! Sophie Passmanns Buch *Alte Weiße Männer* soll ein Versuch sein, mit Männern ins Gespräch zu kommen, die als Vertreter des Patriarchats gesehen werden könnten. Sie führt Interviews mit verschiedenen Persönlichkeiten, die sie als mögliche "alte, weiße Männer" identifiziert, und versucht dabei, Vorurteile und Realitäten aufeinanderprallen zu lassen. Doch funktioniert dieser Ansatz? **Schlichtung oder fehlende Gegenstimme?** Der Klappentext beschreibt Passmann als "stolz, laut und selbstbestimmt", doch im Buch wirkt sie oft eher zurückhaltend. Sie lässt viele Aussagen ihrer Gesprächspartner unwidersprochen stehen, nickt sie ab oder begegnet ihnen mit Höflichkeit. Das kann als bewusste Strategie der "Schlichtung" verstanden werden, doch stellt sich die Frage: Wo bleibt ihre eigene Stimme? Warum kontert sich nicht? Ein echter Dialog erfordert, dass beide Seiten ihre Meinungen äußern und sich auf Augenhöhe begegnen. Doch in *Alte Weiße Männer* bleibt oft unklar, ob Passmann ihre Gedanken bewusst nicht äußerst oder ob sie schlicht keine starken Gegenargumente anbringt. **Ein feministischer Blick – oder doch Mansplaining?** Das Buch wird oft als humorvoll beschrieben, doch dieser Humor bleibt stellenweise schwer erkennbar. Vielmehr erinnert das Werk an eine endlose Abfolge von Männern, die erklären, was Feminismus ist und was Frauen noch tun könnten, um weniger diskriminiert zu werden. Gerade in einem Buch, das Feminismus verhandelt, ist es ernüchternd, wenn die Stimme der Autorin in den Hintergrund tritt und stattdessen genau jene Männer den Diskurs bestimmen, die das Thema aus ihrer privilegierten Perspektive betrachten. Ich brauche kein Buch lesen, dass nur aus Mansplaining besteht! **Weißer Feminismus ohne intersektionale Perspektive** Ein weiterer Kritikpunkt ist die Einseitigkeit des feministischen Diskurses in diesem Buch. Es dominiert eine weiße, akademische Perspektive, die kaum Platz für marginalisierte Gruppen lässt. Begriffe wie Schwarz, intersektional oder marginalisiert tauchen kaum auf. Die Abwesenheit dieser Stimmen ist eine verpasste Chance, denn ein modernes, vielschichtiges Bild von Feminismus erfordert mehr als nur die Auseinandersetzung mit privilegierten, meist älteren, männlichen Stimmen. Ebenso hätte Passmann zumindest Fragen stellen können zu marginalisierten Gruppen, wenn man schon keinen Menschen dieser Gruppen zu Wort kommen lässt. Aber radier sie nicht komplett aus deinem Buch heraus als würden sie nicht existieren! **Ein binäres Verständnis von Geschlecht** Neben der fehlenden intersektionalen Perspektive fällt auf, dass das Buch weitgehend einem binären Geschlechterbild folgt. Mann und Frau werden oft als feststehende Kategorien behandelt, wobei Geschlechtsteile mit Geschlechtsidentität gleichgesetzt werden. Dadurch werden nicht-binäre und trans Menschen in der Debatte unsichtbar gemacht – ein Umstand, der in einer zeitgemäßen feministischen Auseinandersetzung nicht ignoriert werden sollte. **Interessante Reaktionen auf "alt"** Wenn die Männer zu einer Definition der "alten, weißen Männer" ansetzen und gefragt werden, ob sie selbst sich zu dieser Kategorie einordnen würden, fiel mir auf, dass sie immer vom Wort "alt" getroffen zu sein scheinen. "Weiß" oder "Mann" ist nie ein Problem für sie (ich vermute, weil als weißer Mann bezeichnet zu werden das Beste ist, was einem im Patriarchat passieren kann). Aber bezeichnet man sie als alt, drucksen sie herum und fragen "ab wann ist man alt?" oder "was ist Alter schon?" und versuchen sich vor dieser Zuordnung zu drücken. Interessant. Das waren die einzigen Kratzer am männlichen Ego, die ich in diesem Buch erkennen konnte, das ansonsten leider unbeschadet geblieben ist. **Fazit** *Alte Weiße Männer* ist ein Buch mit einer vorerst spannenden Prämisse, das jedoch an zu vielen entscheidenden Stellen zu oberflächlich, zahm und unterwürfig bleibt. Die fehlende intersektionale Perspektive, das binäre Geschlechterverständnis und die oft unkritische Haltung gegenüber den interviewten Männern schwächen die feministische Wirkung des Buches. Wer sich eine tiefgehende, progressive Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet, wird hier enttäuscht.

CarlaRezension von Carla

Ich fand die Idee von Sophie genial, diverse weisse Männder zu interviewn. Schon krass wie der Mindset von all diesen Männer ist wenn es zum thema Sexismus, Feminismus, Chancegleichheit und Frauenquote ist. Long way to go zur Änderungen.

FresbertRezension von Fresbert

Spannendes Buch mit neuen Eindrücken, aber es wiederholt sich an manchen Stellen

LeniRezension von Leni

Hat mich leider in eine Leseflaute getrieben. Buchidee war gut, aber die Umsetzung eher makaber

MajaRezension von Maja

3.5 - hat mir an sich gefallen aber is the schlichtungsversuch in the room with us??

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