Raoul Hausmann (1886–1971). Vision. Provokation. Dada.
By Ralf Burmeister, Thomas Köhler, Hanne Bergius, Peter Bexte, Ralf Burmeister, Amélie Castellanet, Annina Guntli, Nadine Hartmann, Thomas Köhler, Annelie Lütgens, Agatha Mareuge, Nils Philippi, Bernd Stiegler, Hélène Thiérard, Timm Ulrichs, Michael White, Gregor Schreiter
Zeitlebens agierte Raoul Hausmann gegen alle Konventionen. Sein Credo, sowohl in der Kunst als auch im Leben „bedenkenlos aufrichtig“ zu sein, ließ den Dadaisten zu einem multimedial tätigen Künstler der ersten Stunde wie auch zum scharfzüngigen Kritiker der Gesellschaft werden. Nun ist sein visionäres Schaffen in seiner ganzen Breite zu erleben. Mit mehr als 300 Abbildungen spannt der Katalog zur Retrospektive in der Berlinischen Galerie den Bogen von frühen expressionistischen Arbeiten, Glanzstücken der Berliner Dada-Jahre und Hausmanns fotografischem Werk über Mode, Tanz und Literatur bis hin zum wenig bekannten Exilschaffen des Künstlers. In 12 Essays erkunden internationale Expert*innen aus Kunst- und Literaturgeschichte, Medienwissenschaft und Psychoanalyse das vielschichtige Œuvre und ermöglichen damit eine facettenreiche Zusammenschau des erstaunlich aktuellen Werks von Raoul Hausmann. Der Katalog begeistert außerdem durch seine attraktive Gestaltung.Raoul Hausmann (1886–1971) war einer der innovativsten Avant- gardisten. Er gehörte zu den Erfindern der Collage, ergründete Körper, Sprache und Raum in ersten Happenings, verband das Sehen mit dem Haptischen und übersetzte Töne in Bilder. Provokant wandte sich der „Dadasoph“, auch über die Kunst hinaus, stets gegen Etabliertes.
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Raoul Hausmann (1886–1971). Vision. Provokation. Dada.
By Ralf Burmeister, Thomas Köhler, Hanne Bergius, Peter Bexte, Ralf Burmeister, Amélie Castellanet, Annina Guntli, Nadine Hartmann, Thomas Köhler, Annelie Lütgens, Agatha Mareuge, Nils Philippi, Bernd Stiegler, Hélène Thiérard, Timm Ulrichs, Michael White, Gregor Schreiter
Zeitlebens agierte Raoul Hausmann gegen alle Konventionen. Sein Credo, sowohl in der Kunst als auch im Leben „bedenkenlos aufrichtig“ zu sein, ließ den Dadaisten zu einem multimedial tätigen Künstler der ersten Stunde wie auch zum scharfzüngigen Kritiker der Gesellschaft werden. Nun ist sein visionäres Schaffen in seiner ganzen Breite zu erleben. Mit mehr als 300 Abbildungen spannt der Katalog zur Retrospektive in der Berlinischen Galerie den Bogen von frühen expressionistischen Arbeiten, Glanzstücken der Berliner Dada-Jahre und Hausmanns fotografischem Werk über Mode, Tanz und Literatur bis hin zum wenig bekannten Exilschaffen des Künstlers. In 12 Essays erkunden internationale Expert*innen aus Kunst- und Literaturgeschichte, Medienwissenschaft und Psychoanalyse das vielschichtige Œuvre und ermöglichen damit eine facettenreiche Zusammenschau des erstaunlich aktuellen Werks von Raoul Hausmann. Der Katalog begeistert außerdem durch seine attraktive Gestaltung.Raoul Hausmann (1886–1971) war einer der innovativsten Avant- gardisten. Er gehörte zu den Erfindern der Collage, ergründete Körper, Sprache und Raum in ersten Happenings, verband das Sehen mit dem Haptischen und übersetzte Töne in Bilder. Provokant wandte sich der „Dadasoph“, auch über die Kunst hinaus, stets gegen Etabliertes.
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Die Berlinische Galerie ist in Deutschland die Bewahrerin des Nachlasses von Raoul Hausmann. Kurator der Ausstellung ist der Dada-Spezialist und Leiter der Künstler:innen-Archive Ralf Burmeister. Zum 50. Geburtstag der Berlinischen Galerie präsentiert das Haus eine große Ausstellung zum Mitbegründer der Berliner Dada-Bewegung, Raoul Hausmann. Der liebevoll gestaltete Ausstellungskatalog gibt Einblick in die verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers und Dada als solches (soweit es diese Epoche überhaupt zulässt) und enthält alle Werke der Ausstellung. Wer die Ausstellung besucht hat, kann so noch einmal auf der heimischen Couch jedes Werk auf sich wirken lassen und versuchen, das kreative Energiebündel Hausmann für sich einzuordnen. Denn Ordnung ist Dadas Sache ganz und gar nicht! Die begleitenden Katalogtexte, z.B. "Der Postdadaist im Netz der Avantgarde", "Das Projekt einer Neuverschaltung der Sinne", "Präsentistische Utopie im Wandel der Zeit" schrecken mich ob ihrer unzugänglichen Sprache ab. Das sind verkopfte Expertentexte mit so viel Geschwurbel, das ich ihnen schnell überdrüssig werde und überblättere. Dada ist ein Bruch mit allem Bekannten mit den Mitteln des Bekannten. Es hinterfragt alles und gibt keine Antworten vor. Dada ist frech und laut. Dada verursacht Empörung und Begeisterung. Dada ist nicht zu fassen. Raoul Hausmann war ein enorm talentierter Mensch, der sich auf einem künstlerischen Niveau ins Neue aufmachte, wo andere am Ende ihrer Schaffensreise landen. Die Collage ist vermutlich die bekannteste Ausdrucksform des Dada. Er experimentierte aber auch mit Fotografie, Aquarell, Kohlezeichnungen, Linol- und Holzschnitt, kreierte Kleidung und schrieb einen, erst nach seinem Tod veröffentlichten Roman. Bis jetzt habe ich Dada nicht verstanden. Ich sehe Raoul Hausmanns unglaubliches Talent, sein drängendes Ausdrücken des Selbst auf so viele verschiedene Weisen. Er ist gedanklich auf Wegen unterwegs, auf denen ich ihm nicht folgen kann. Seine Texte und Gedanken verstehe ich nicht, viele der späteren Werke holen mich nicht ab. Ich wäre gerne mit ihm dort geblieben, wo er anfing, diese Werke von ihm gefallen mir sehr. Aus seinem Gesamtwerk spricht eine riesengroße Rastlosigkeit und Egozentrik. Den Großteil seines Lebens lebte Raoul Hausmann mit zwei, auch drei Partnerinnen gemeinsam, mit denen er auch zusammen arbeitete. Seine Frauen waren Partnerinnen, Musen, Ehefrauen, verehrten ihn und seine Art, zu leben. Dennoch wirken seine Werke wie immer wieder neue Versuche, mit dem Außen in Kontakt zu treten, was aber nicht gelingt, da er sich ihm nicht verständlich machen kann.