4.1

Anna Karenina

By Leo N Tolstoi

Format:Hardcover
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Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern …

Literary & Contemporary Fiction
992 pagesHardcover
First published February 27, 2010

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Popular Reviews(8)

4.1(42 ratings)
mrs.blackwoodReviewed by mrs.blackwood

5 🌟 Wenn Worte zu schwer werden und warum Tolstoi mir den Atem für jedes andere Buch geraubt hat. Ich bin offiziell ein Wrack!!! Nachdem ich die letzte Seite zugeklappt hatte, ist in meinem Kopf eine Sicherung durchgebrannt! Ungelogen saß ich drei Tage lang in einer Schockstarre aus russischer Melancholie und existenziellen Fragen fest. Ich war in einer emotionale Quarantäne, die absolut nötig war, um dieses tonnenschwere Erbe irgendwie zu verdauen. ​Ich habe danach alles versucht, um mich aus diesem Gedankenstrudel freizuschaufeln. Ich wollte mein Gehirn mit irgendwas Belanglosem resetten, bin aber kläglich gescheitert. Selbst meine geliebten Hildegard-Romanzen (mein absoluter Safe-Place) wirkten plötzlich wie blasse Skizzen. Wenn man gerade ein gewaltiges Orchester in voller Lautstärke im Kopf hatte, klingt jede andere Geschichte wie ein kaputtes Blockflöten-Solo. Ich musste erst mal mühsam wieder lernen, wie man im 21. Jahrhundert existiert ohne bei jedem Bahngleis, an dem ich zufällig vorbei fahre, in Tränen auszubrechen. ​Ich liebe diese ausufernden Handlungen in denen man nicht nur liest, sondern regelrecht ertrinkt. Tolstoi erschafft kein Buch, er erschafft ein ganzes Universum, das mich mit seiner Detailbesessenheit und den unerbittlichen Regeln der damaligen Zeit mit Haut und Haaren aufgesaugt hat. Aber das eigentlich Unheimliche ist dieser psychologische Fleischwolf, durch den man gedreht wird. Man sitzt nicht mehr auf seinem Sofa, man hockt direkt im Kopf dieser Menschen und spürt ihren Wahnsinn als wäre es der eigene. ​Man nimmt diese krankhafte Besessenheit wahr, diese alles verzehrende Leidenschaft und die quälende Zerrissenheit. Dass Anna meine Namensvetterin ist hat das Ganze für mich fast schon beängstigend persönlich gemacht. Man beobachtet ihren Zerfall nicht mit kühler Distanz. Man atmet ihre Verzweiflung mit jedem einzelnen Satz ein bis man selbst keine Luft mehr bekommt. Ob es nun Annas radikale Hingabe ist, Alexej Karenins bizarre Fixierung auf die gesellschaftliche Form oder Lewins schmerzhafte Suche nach einem Sinn. Tolstoi hält uns einen Spiegel vor, der heute noch genauso scharf und grausam ist wie damals. ​Diese Rezension ist mein Versuch, endlich mit der Geschichte abzuschließen und die Geister von St. Petersburg aus meinem Kopf zu werfen. Vielleicht finde ich ja jetzt den Weg zurück zu meinen Romanzen. Ich werde wohl noch lange an diesem fiktiven Bahnsteig stehen bleiben und darüber nachdenken, wie viel „Anna“ eigentlich in uns allen steckt.

Lennard PackReviewed by Lennard Pack

Tolstoi beschreibt in seinem Meisterwerk das Liebesverhältnis zweier Menschen, die füreinander wie eine Droge sind. Was als elektrisierende Anziehung auf der Tanzfläche beginnt, entwickelt sich schnell zu einem chaotischen, isolierenden Desaster. Dabei fängt Tolstoi nicht nur in der Hauptromanze beide Seiten der Gefühlswelt auf beeindruckend realistische Weise ein, sondern gewährt auch abseits davon brillante Einblicke und behandelt auf interessante Weise ökonomische, gesellschaftliche und familiäre Fragen. Auf einzigartige Weise beschreibt er, was passiert, wenn man einen chaotischen Funken der Leidenschaft mit einer tragfähigen Grundlage für ein gemeinsames Leben verwechselt. Ein toller Klassiker, der auch wenn er vor allem am Anfang etwas dahinplätschert, zurecht zu den größten Werken der Weltliteratur zählt.

AlexaReviewed by Alexa

Fantastisch.

EmiloReviewed by Emilo

Hot Take: Genialer psychologischer Roman, unerträgliche Figuren​ Ich bin erst bei 80%, aber mein Gott, sind diese Leute nervig! ​Anna: Die egoistische, manipulative Hauptfigur mit Opfermentalität. Anna ist extrem egozentrisch. Sie will die wilde Affäre mit Wronski, aber auch ihr Kind als emotionales Trostpflaster behalten und gleichzeitig den Applaus der High Society. Sie bricht alle Regeln, verlässt ihr Kind und jammert dann wie ein trotziges Kleinkind, weil die Gesellschaft sie meidet. ​ ​Lewin: Ein emotionaler Pflegefall. Der angebliche „weise Denker“ des Buches ist eigentlich eine der dümmsten Figuren. Ein arroganter Gutsherr, der am Sterbebett seines Bruders grundlegende Hygiene als „weibliche Oberflächlichkeit“ abtut. Emotional agiert er wie ein eifersüchtiger Teenager. Er denkt nur an sich (WIR brauchen keinen Arzt / keine Schule, denn ICH brauche sie nicht... Toll, Lewin) und verschließt sich gegen alles Wissenschaftliche. ​Tolstoi: Der predigende Egomane. Er missbraucht den Roman ständig für seitenlange, sterbenslangweilige Werbeunterbrechungen über seine privaten Hobbys: endlose Exkurse über Landwirtschaft, Kunsttheorie oder religiöse Hochzeitspredigten. ​Ich frage mich ernsthaft, ob Anna Karenina, wenn es heute erscheinen würde, von Lektoren nicht radikal gekürzt worden wäre. Es ist ein handwerkliches Meisterwerk und verdient seinen Respekt, keine Frage. Aber Mannomann, sind diese Figuren und dieser Autor Jammerlappen! 🤷‍♂️📚 Update: Jetzt habe ich das Buch beendet und meine Meinung nicht geändert.

CharlyReviewed by Charly

So einen langen Klassiker zu lesen, muss man schon wollen. Aber vor allem positiv überrascht hat mich, wie akkurat Tolstoi nicht nur die emotionale Lage der männlichen Seite, sondern auch die der weiblichen Seite einfängt.

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