Donna Leons neuester Fall führt in den verwilderten Garten eines verwitterten Palazzos – und tief in die Vergangenheit
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Wie die Saat, so die Ernte
von Donna Leon, Werner Schmitz
Donna Leons neuester Fall führt in den verwilderten Garten eines verwitterten Palazzos – und tief in die Vergangenheit
Aktuelle Rezensionen(3)
Wenn die Vergangenheit die Gegenwart einholt Wie die Saat, so die Ernte von Donna Leon beginnt mit einem rätselhaften Fund: In einer kalten Novembernacht wird eine Leiche aus einem venezianischen Kanal geborgen. Da der Tote keine Papiere bei sich trägt, scheint es zunächst kaum Anhaltspunkte zu geben. Doch die Ermittlungen führen Brunetti nicht nur auf die Spur eines Verbrechens, sondern auch tief in seine eigene Vergangenheit. Der Roman ist weit mehr als ein klassischer Kriminalfall. Donna Leon greift die politischen Spannungen der italienischen Studentenbewegung und die Zeit der Roten Brigaden auf und zeigt, wie sehr diese Jahre eine ganze Generation geprägt haben. Erinnerungen, Überzeugungen und alte Wunden holen Brunetti und einige seiner Weggefährten noch einmal ein. Besonders berührt hat mich, dass wir Brunetti hier noch persönlicher kennenlernen. Wir erfahren mehr darüber, warum er heute der Commissario ist, den wir kennen und gerade deshalb so schätzen: weshalb er sich immer wieder für die Menschen einsetzt, die sonst übersehen werden, warum er manchmal bereit ist, die Grenzen des Erlaubten zu berühren, um der Wahrheit näherzukommen, und weshalb er gleichzeitig gelernt hat, dass es Kräfte gibt, gegen die selbst der beste Ermittler nicht ankommt. Wie die Saat, so die Ernte ist ein ruhiger und zugleich politischer Brunetti-Roman über Erinnerung, Verantwortung und die Spuren, die Vergangenheit im Leben eines Menschen hinterlässt.
Ich mag die Brunetti-Reihe und finde sie generell den perfekten klassischen Krimi. Die Fälle sind natürlich unterschiedlich gut, ich werde alle lesen.
Die Grand Dame des Italienkrimis hat Mal wieder geliefert. Kommissar Brunetti und sein treuer Begleiter Vianello ermitteln im Fall eines ermoderten Sonderlings, der das renovierte Teehaus im verwilderten Garten einer altehrwürdigen venezianischen Villa bewohnt hat, und der eines Tages tot im trüben Kanal treibt. Gleichzeitig wüsste Brunettis Schwiegervater gern, ob das prachtvolle Anwesen zum Verkauf steht. Und so schleicht der Commissario quasi in doppelter Funktion durch die Handlung und durch die Gassen Venedigs. Da sind sie wieder, die Spaziergänge durch die Lagunenstadt, die Kaffeehausszenen, die Illegalen und die großspurigen Einheimischen, die Immobilienhaie und die Jugendfreunde des Ermittlers, Paola und die Kinder. Irgendwie ist alles schon Mal da gewesen. Ein mattes Spätherbstlicht liegt auf diesem Werk. Für wahre Fans ein Muss, andere sollten lieber zu früheren Bänden aus der Reihe greifen.