Empfehlungen basierend auf "Was fange ich bloß mit guten weißen Menschen an?"

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von Jessica George

»Sei bereit, dich in Maddie zu verlieben – ich hab's getan!« • Der große New-York-Times-BestsellerIhr ganzes Leben lang wurde Maddie Wright gesagt, wer sie ist. Für ihre ghanaischen Eltern ist sie Maame, diejenige, die sich um die Familie kümmert. Die in die Mutterrolle tritt. Die Betreuerin ihres an Parkinson erkrankten Vaters. Diejenige, die den Familienfrieden bewahrt – und die Geheimnisse. Es ist Zeit für sie, ihre eigene Stimme zu finden. Als sie endlich die Chance bekommt, von zu Hause auszuziehen, ist Maddie fest entschlossen, die Frau zu werden, die sie sein möchte: Eine Frau, die einen knallgelben Anzug trägt, mit Männern ausgeht und sich mutig ihrer Chefin entgegenstellt. Und die nicht all ihre Lebensentscheidungen googeln muss. Doch dann passiert etwas, das Maddie zwingt, die Risiken einzugehen, denen man sich stellen muss, wenn man sein Herz aufs Spiel setzt.»Maame« ist so unglaublich lustig und tiefgründig wie seine Protagonistin. Es ist eine unvergessliche Geschichte darüber, endlich die Heldin des eigenen Lebens zu werden.

von Khuê Pham

Sie ist dreißig Jahre alt und heißt Kiều, so wie das Mädchen im berühmtesten Werk der vietnamesischen Literatur. Doch sie nennt sich lieber Kim, weil das einfacher ist für ihre Freunde in Berlin. 1968 waren ihre Eltern aus Vietnam nach Deutschland gekommen. Für das, was sie zurückgelassen haben, hat sich die Journalistin nie interessiert. Im Gegenteil: Oft hat sie sich eine Familie gewünscht, die nicht erst deutsch werden muss, sondern es einfach schon ist. Bis zu jener Facebook-Nachricht. Sie stammt von ihrem Onkel, der seit seiner Flucht in Kalifornien lebt. Die ganze Familie soll sich zur Testamentseröffnung von Kiềus Großmutter treffen. Es wird eine Reise voller Offenbarungen – über ihre Familie und über sie selbst.

von Emilia Roig

»Dass Emilia Roig einen in seiner Radikalität essentiellen Beitrag zu den Diskriminierungsdebatten dieser Zeitgeschrieben hat, steht außer Zweifel. Er wird es so lange bleiben, bis eine ganze Reihe weiterer Empathielücken geschlossen ist.«

von Walter Tevis

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage.

von Candice Carty-Williams

»›Queenie‹ wurde die ›Schwarze Bridget Jones‹ genannt. Aber dieses Buch ist noch viel besser.« Sunday Times»Großartig: am Puls der Zeit, lustig, herzzerreißend.« Jojo MoyesQueenie ist ein Naturtalent. Darin, sich Ärger einzuhandeln. In der Zeitungsredaktion, in der sie arbeitet, mit ihrer chaotischen jamaikanischen Familie, mit ihrem braven weißen Langzeitfreund. Als die Beziehung zerbricht (»Wir machen eine Pause«), sucht Queenie Trost in all den düsteren Ecken, die die Datinghölle des dritten Jahrtausend zu bieten hat. Sie trifft eine falsche Entscheidung nach der anderen und die Welt schaut ihr zufrieden dabei zu: ist denn von jungen (schwarzen) Frauen was anderes zu ewarten? Eben. Als man schon kaum mehr hinschauen kann, stellt sich Queenie endlich ihrem Leben und den dazugehörigen Fragen: Wie kann ich die Welt zu einem besseren, gerechteren Ort machen? Und mich in ihr ein bisschen glücklicher?Ein gnadenlos ehrlicher Roman, der jede*n begeistern wird, der schon einmal nach der wahren Liebe gesucht und stattdessen etwas viel Aufregenderes gefunden hat.

von Sharon Dodua Otoo

Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos. In ihrer Welt hängt alles am seidenen Faden, es droht zu fallen, und doch bleibt es auf wundersame Weise in der Schwebe. So wie Ada, um die sich Otoos erster Roman dreht. Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen. Sie ist aber auch alle Frauen, denn die Schleifen transportieren sie von einem Jahrhundert zum nächsten. So erlebt sie das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Das Romandebüt "bietet eine verwobene Geschichte, die aufs große Ganze zielt. Die ambitionierte Konzeption nötigt einem Respekt ab, vor dem Hintergrund, dass es sich hier um ein Debüt handelt, gilt das noch einmal mehr. In seinem Kern erzählt das Buch von Herkunft und von Identität. Damit liegt es absolut im Trend aktueller Debatten und Diskurse und fügt sich zu vielen anderen Titeln dieses Bücherfrühjahrs. Man denke etwa an Bernadine Evaristo und ihren tolldreisten Roman "Mädchen, Frau etc.", der 12 schwarze Frauen und ihre disparaten Biografien ins Zentrum stellt. Gegen diesen, ebenfalls die Politik und das Leben in ihrer historischen Tiefe und Aktualität auslotenden Roman wirkt Otoos Erstling nicht nur wie ein minderes Vergnügen, sondern wie ein zu akkurat geratener Erzählreigen im Namen der guten Sache. Sie könne als Zeugin von Missständen ihre Literatur in deren Dienst stellen, hat Otoo einmal gesagt. Womöglich ist es diese deutliche Indienststellung, die dazu führt, dass mich ihr erster Roman nicht ganz überzeugt" (deutschlandfunk.de). "Die Erzählinstanzen sind ebenso variabel wie die Zeitebenen: Ein Reisigbesen, ein Türklopfer. Oder auch ein Zimmer. Denn darum geht es: Um Freiräume und Unterdrückungsszenarien, die in einer Kontinuität stehen, aber nicht zwangsläufig in einer kausalen Verbindung" (Platz 9 der SWR-Bestenliste April 2021)

von Caleb Azumah Nelson

»Eure Blicke begegnen sich in der Stille. Es braucht keine Worte. Dies ist eine ehrliche Begegnung.« Zum ersten Mal sehen sie sich in einem Pub in South East London. Beide sind schwarz, beide haben schon in der Schule nicht recht dazugehört. Und beide versuchen nun als junge Künstler – er ist Fotograf, sie Tänzerin – ihren Platz zu finden in der englischen Hauptstadt, die sie mal umarmt und mal abstößt. Sie teilen so viel miteinander, die Liebe zu afroamerikanischen Autoren, zum Hip- Hop, und er weiß schon bei der ersten Begegnung, dass sie füreinander bestimmt sind. Aber sie bewegen sich nicht im luftleeren Raum, und die Welt kann ein grausamer Ort sein. Caleb Azumah Nelson erzählt auf schmerzlich schöne Weise die große Liebesgeschichte zweier junger Menschen und erkundet zugleich Fragen von Identität, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie (über)lebt man in einer Welt, in der man nicht gesehen wird, in einer Gesellschaft, die einem ein Label aufdrückt? Was heißt es, jedes Mal Angst haben zu müssen, sobald man seine Wohnung verlässt, was, verletzlich zu sein, wenn nur Stärke zu zählen scheint? Und wie fühlt es sich an, in der Liebe Geborgenheit zu finden – und wieder zu verlieren? Caleb Azumah Nelson hat einen der aufre- gendsten und aufrichtigsten, einen der wichtigsten Debütromane des Jahres geschrieben.

von Sayaka Murata

Keiko Furukawa ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Ladenhilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraba dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.

von Fredrik Backman

Eine Kleinstadt in Schweden, kurz vor dem Jahreswechsel: An einem grauen Tag findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Sie alle stehen an einem Wendepunkt, sie alle wollen einen Neuanfang wagen. Doch dieser Neuanfang verläuft turbulenter als gedacht. Denn wegen der ziemlich dummen Idee eines stümperhaften Bankräubers werden auf einmal alle Beteiligten zu Geiseln. Auch wenn davon niemand überraschter ist als der Geiselnehmer selbst. Es folgt ein Tag voller verrückter Wendungen und ungeahnter Ereignisse, der die Pläne aller auf den Kopf stellt – und ihnen zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist …

von Olivia Wenzel

unusual book