4.2

Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde

von Ole Nymoen

Format:Hardcover
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Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.Ole Nymoen erhebt Einspruch: Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der «Dienst an der Waffe» auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten. Und wer bestimmt eigentlich über den «Waffengang»? Ist es wirklich der demos, das Volk?Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung.

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
144 SeitenHardcover
Erschienen an: March 11, 2025

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Aktuelle Rezensionen(5)

4.2(33 ratings)
Christopher Rezension von Christopher

Das Buch lässt sich mit diesem Titel natürlich sehr gut vermarkten. Eigentlich aber wäre „Warum Staaten Krieg führen, auch gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung“ der deutlich treffendere Titel. Denn im Kern geht es Ole Nymoen genau darum. Er erläutert und kritisiert aus einer linken, kapitalismuskritischen und internationalistischen Perspektive, warum Nationalstaaten immer wieder Kriege führen. Mit welchen Argumenten die jeweiligen Regierungen (seien es nun Autokratien oder Demokratien) diese Kriege rationalisieren und rechtfertigen. Und wer in diesen Kriegen immer Opfer zu bringen haben. Nämlich diejenigen, die sich nicht gegen diesen Krieg entscheiden können: Allen voran die Zivilbevölkerung und diejenigen, die zum kämpfen an der Front gezwungen werden, egal auf welcher Seite diese stehen. Im letzten Kapitel des Buches geht es abschließend darum, wie denn eine Gesellschaft aussähe, für die der Autor kämpfen würde bzw. wofür er schon tagtäglich durch Überzeugungsarbeit wirbt: „Ich wäre gern Teil einer Gesellschaft, in der es nicht als Schwäche gilt, aufeinander angewiesen zu sein (…) Ich würde gerne in einer Gesellschaft leben, in der ein jeder nicht bloß an seinen Vorteil denkt, sondern Freude daran hat, das soziale Leben gemeinsam mit anderen zu gestalten. (…) Eine solche (…) Gesellschaft würde nicht nur erfordern, dass die Menschen ihr ökonomischen Verhältnisse selbst in die Hand nehmen wollen, sondern auch, dass sie aufhören, sich zuallererst mit ihrer Nationalität oder ihrem Staat zu identifizieren.“ Ich empfehle das Buch allen, die sich mit der Wehrpflichts- und Kriegstüchtigkeitsdiskussion über eine Markus-Lanz-Sendung hinaus beschäftigen möchten.

fynnRezension von fynn

Also dieses Buch ist auf keinen Fall schlecht, das möchte ich zuallererst klarstellen. Trotzdem ist es für mich „nur“ drei Sterne wert, aus ein zwei einfachen Gründen: 1. Sind einige der Thesen des Buchs für mich nicht vollkommen nachvollziehbar, sondern ich würde ich ihnen auch widersprechen. 2. Manche Punkte bleiben sehr oberflächlich und teils unkonkret, was sicherlich auch der Kürze des Buchs geschuldet ist. ABER: Es ist wie gesagt kein schlechtes Buch, ich teile die Meinung des Herrn Nymoen auch, ich bin auch gegen eine Wehrpflicht, aber mit einem längeren Buch und der dementsprechend weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema, das noch weiter auch in die Psychologie des Menschens spielt, hätte dem Thema gut getan. Trotzdem das Lesen wert.

Camilla RenzRezension von Camilla Renz

Pflichtlektüre

CptMarvus99Rezension von CptMarvus99

Ein wichtiges und aufschlussreiches Buch, in dem der Autor erörtert warum es die moralische Pflicht eines jeden Menschen ist, sich gegen den Kriegsdienst zu stellen. Wem wirklich ein gemeinschaftliches Wir wichtig ist sollte nicht in Nationalstaaten denken, sondern die Gemeinsamkeiten aller Menschen erkennen und begreifen.

AnnaRezension von Anna

Dieses Buch ist im aktuellen Diskurs soooo wichtig! Ich wünschte, viel mehr Leute würden es lesen und zumindest versuchen die Argumentation nachzuvollziehen. Im aktuellen Aufrüstungs-und Militarisierungswahn auch und besonders von linksliberalen, ist es wichtiger denn je eine gut ausformulierte linke Gegenposition zu haben. Ole gelingt das in weiten Teilen des Buchs. Das Kapitel dass sich auf Hobbes bezieht fand ich wirr und konnte der Argumentation logisch kaum folgen. Für mich hat das mehr Fragen aufgeworfen als es beantwortet hat. Ansonsten eine sehr gute Lektüre!

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