»[Hegemanns] Hinwendung zu den menschlichen Abgründen [entwickelt] eine ungeahnte Sogwirkung, der sich nur schwer zu entziehen ist.«
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Schlachtensee
von Helene Hegemann
»[Hegemanns] Hinwendung zu den menschlichen Abgründen [entwickelt] eine ungeahnte Sogwirkung, der sich nur schwer zu entziehen ist.«
Aktuelle Rezensionen(1)
Helene Hegemanns Sammlung mehrerer Kurzgeschichten ist so ungemein abgedreht, verrückt und unkonventionell, dass eine gängige Inhaltsangabe schwierig wird. Nur so viel: um den "Schlachtensee" geht es in keiner der Geschichten, dafür umso mehr um Entgrenzung, Grenzüberschreitungen, Unglaubliches und Unfassbares. Oft werden Körper verletzt, geschunden, gefordert, ein Pfau wird erschlagen, Beziehungen zerbrechen oder man kämpft um deren Bestehen. Was genau passiert und wie, das schleudert einem Helene Hegemann in einer direkten, aufgeladenen und dichten Sprache entgegen, dass man beim Lesen mehrfach an Punkte kommt, die bei einem ein "What the...?", "Echt jetzt?" oder "Krass!" auslösen, Diametrales und neues Metaphorisches wird erzeugt, das man so noch nicht gelesen hat : - "In dem Moment kam eine SMS von Maria. Sie schrieb, dass sie durch Prag laufe und der Mond Spitzen hätte. Ich wusste nicht, was sie damit meinte. Bis ich zum Fenster ging und mir den Mond anguckte. Der war so eine Sichel. Ein sichelförmiges Messer. Zweischneidige Klinge mit spitzen Enden aus Stahl." -"Dieses Mal ohne den Journalisten, der hatte am Dessertbuffet randaliert und saß jetzt im Taxi. Es lief Madonna. Irgendeine Transe stand in Flammen, weil sie besoffen in den Kerzenständer gefallen war, es gab Langweiligeres." Hier knallt so vieles aufeinander, dass man schnell das Gefühl hat, einer Reizüberflutung ausgesetzt zu sein. Das fordert und strengt an, die Sachebene bleibt oft bei der ganzen Bilderflut zu sehr verschlüsselt.