- Von der Autorin von Loveless und Heartstopper - Empowerment durch Selbstliebe - Erfolgsdruck bei jungen Erwachsenen als hochaktuelles Thema
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Nothing Left for Us (deutsche Ausgabe von Radio Silence)
von Alice Oseman, Anne Brauner
- Von der Autorin von Loveless und Heartstopper - Empowerment durch Selbstliebe - Erfolgsdruck bei jungen Erwachsenen als hochaktuelles Thema
Aktuelle Rezensionen(2)
Habe das Buch ,,Loveless‘‘ von Alice Oseman sehr sehr sehr geliebt und muss leider sagen, dass ich den Schreibstil hier teilweise etwas zu verwirrend fand und schwer in die Geschichte reingekommen bin. Musste viele Sätze mehrmals lesen und es hat mich bis zum Schluss leider alles nicht ganz so abholen können. Ich weiß nicht warum, aber leider nichts für mich. 😢🎧🤫🎓
https://viciousbooknerd.wordpress.com/2025/05/27/nothing-left-for-us/ Die Protagonistin Frances wird zu Beginn stark über ihre Rolle als typische „Streberin“ definiert. Sie ist ehrgeizig, zielorientiert und scheint ihr Leben voll im Griff zu haben – doch im Verlauf der Geschichte wird deutlich, dass sie weit mehr Facetten hat, als ihr Umfeld vermutet. Ihre Entwicklung wird sehr sensibel und nachvollziehbar dargestellt. Aled, die zweite zentrale Figur, ist ebenfalls ein Musterschüler, doch besitzt er eine weitere, sehr besondere Fähigkeit – eine, die ich hier nicht vorwegnehmen möchte. Beide Charaktere sind vielschichtig und authentisch, und gerade die Beziehung zwischen ihnen hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich nicht um eine Liebesbeziehung, sondern um eine tiefe Freundschaft, die von gegenseitigem Verständnis, Loyalität und Vertrauen geprägt ist. Diese emotionale Tiefe hebt sich positiv von vielen anderen Jugendromanen ab, in denen oft romantische Liebe im Vordergrund steht. Allerdings muss ich sagen, dass mir genau diese romantische Komponente ein wenig gefehlt hat. Auch wenn ich es grundsätzlich gut finde, wenn Freundschaft und Selbstfindung thematisiert werden, hätte ich mir vielleicht doch eine kleine romantische Nebenhandlung gewünscht, einfach um die emotionale Bandbreite noch etwas zu erweitern. Es ist natürlich nicht zwingend notwendig, aber für meinen persönlichen Geschmack hätte es das Leseerlebnis bereichert. Was ich sehr an Alice Oseman schätze, ist die bewusste Repräsentation, die sie in ihre Werke einfließen lässt. Sie gibt queeren Figuren Raum, ihre Geschichten zu erzählen, ohne dass deren Identität problematisiert oder zum einzigen Thema gemacht wird. Die Vielfalt der Charaktere wirkt nie gezwungen, sondern ganz natürlich in die Handlung integriert. Das ist ein starkes, positives Zeichen, besonders im Jugendbuchbereich. Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich mit den Radio-Episoden, die immer wieder eingestreut werden. Teilweise konnte ich deren Bedeutung oder Bezug zur Haupthandlung nicht ganz einordnen. Zwar sorgen sie für eine gewisse mysteriöse Grundstimmung und regen zum Weiterdenken an, aber für mich persönlich wirkten sie manchmal eher wie ein Bruch im Erzählfluss. Ein schönes Detail für Fans der Heartstopper-Reihe: In der Netflix-Adaption sieht man Isaac beim Lesen genau dieses Buchs – ein kleiner Meta-Moment, der den Roman noch einmal in ein anderes Licht rückt. Fazit: Alice Oseman gelingt es, ernste Themen wie Identität, Leistungsdruck, mentale Gesundheit und Freundschaft auf einfühlsame Weise zu behandeln. Die Figuren sind authentisch, die Dialoge realistisch, und es gibt viele starke Momente, die zum Nachdenken anregen. Dennoch blieb bei mir ein gewisses Gefühl der Unvollständigkeit zurück. Vielleicht lag es daran, dass ich mehr emotionale Höhepunkte oder eine etwas klarere Struktur erwartet hatte. Alles in allem ein solides Jugendbuch mit wichtigen Botschaften – aber kein Werk, das mich vollends mitgerissen hat. 3 von 5 Sternen!