Die Zwillinge Hugo und Willem Adema könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine ist ein gefeierter Künstler, der andere leitet das vom Großvater aufgebaute millionenschwere Offshore-Imperium. Doch wer war dieser Großvater, der zuerst auf deutscher Seite kämpfte und sich dann dem Widerstand anschloss? Als seine verschollen geglaubten Tagebücher auftauchen, geht es für alle bald um viel mehr als nur die Vergangenheit. »Nirwana« ist ein schillernder Generationenroman über die bis in die Gegenwart wirkende Verschränkung von Wirtschaft und Faschismus, den Vormarsch der neuen Rechten und die Frage nach Macht und Ohnmacht der Kunst. »›Nirwana‹ gehört zu den Büchern, die man zum Ende hin langsamer liest, weil man nicht will, dass sie enden.« De Standaard
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Nirwana
von Tommy Wieringa, Bettina Bach
Die Zwillinge Hugo und Willem Adema könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine ist ein gefeierter Künstler, der andere leitet das vom Großvater aufgebaute millionenschwere Offshore-Imperium. Doch wer war dieser Großvater, der zuerst auf deutscher Seite kämpfte und sich dann dem Widerstand anschloss? Als seine verschollen geglaubten Tagebücher auftauchen, geht es für alle bald um viel mehr als nur die Vergangenheit. »Nirwana« ist ein schillernder Generationenroman über die bis in die Gegenwart wirkende Verschränkung von Wirtschaft und Faschismus, den Vormarsch der neuen Rechten und die Frage nach Macht und Ohnmacht der Kunst. »›Nirwana‹ gehört zu den Büchern, die man zum Ende hin langsamer liest, weil man nicht will, dass sie enden.« De Standaard
Aktuelle Rezensionen(1)
Mit NIRWANA legt Tommy Wieringa einen Roman vor, der sich eindringlich mit der Last der Vergangenheit beschäftigt. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Großvaters und den moralischen, emotionalen und identitätsstiftenden Folgen, die diese für die nachfolgenden Generationen hat. Wieringa fragt danach, wie Schuld weitervererbt wird, wie Erinnerung das Leben der Gegenwart prägt und ob es möglich ist, sich von einer historischen Hypothek zu lösen. Dabei verbindet er persönliche Familiengeschichte mit größeren gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen. Im Zentrum des Romans stehen Figuren, die sich in einer Welt (bzw. unserer fragilen Welt) bewegen, die aus den Fugen zu geraten scheint: politisch, moralisch und persönlich. NIRWANA ist dabei weniger eine klassische Handlungserzählung als vielmehr eine gedankliche Reise Hugo Ademas: Der Titel verweist auf einen Zustand der Erlösung oder des Aufgehens im Nichts, doch der Roman zeigt, wie schwer (oder vielleicht unmöglich) dieser Zustand für den modernen Menschen zu erreichen ist. Während der erste Teil für mich eher 2-Sterne-Charakter hatte (zu langsam, zu zäh), waren es ab der Hälfte bzw. dem letzten Drittel nahezu fünf Sterne. Das heißt nicht, dass der Beginn des Buches überflüssig war, man sollte sich nur auf ihn einlassen können. NIRWANA fordert Geduld (fehlt mir manchmal) und Aufmerksamkeit. Wer eine rasante Handlung oder eindeutige Antworten erwartet, wird enttäuscht sein. Stattdessen belohnt der Roman Leser*innen, die bereit sind, sich auf Ambivalenzen einzulassen und offene Fragen auszuhalten. Wieringa vertraut auf die Reflexionsfähigkeit seines Publikums und verzichtet auf einfache Lösungen. NIRWANA war eine Empfehlung meiner lokalen Buchhandlung und ich bin froh, mich darauf eingelassen zu haben. Zum Ende hin hätte es (dann doch) einige Seiten mehr haben dürfen, um die Ereignisse zum Schluss hin stärker zu beleuchten.