3.6

Marthas Widerstand

von Kerry Drewery

Format:Hardcover

Ein makaberes Gedankenspiel: Was wäre, wenn es unser heutiges Rechtssystem nicht mehr gäbe? Die 16-jährige Martha Honeydew ist des Mordes angeklagt und eine Woche lang entscheidet die Bevölkerung in einem Telefonvoting über Leben und Tod des Mädchens. Ab 14.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
426 SeitenHardcover
Erschienen an: 2017-03-16

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.6(14 ratings)
Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Korruption, mediale Manipulation und die Ausnutzung verschiedener gesetzlicher Schlupflöcher. Ein Mädchen das dagegen endlich etwas tun möchte und übersieht, wie viel Macht wirklich hinter dem ganzen System steht und vor allem, weshalb es eigentlich so gut funktioniert. Aber klar ist die super mutig und gibt keinesfalls auf. So könnte man den Roman kurz zusammenfassen. Um ehrlich zu sein, an manchen Stellen ist der Roman sehr schwarz weiß gehalten und ziemlich plakativ. Natüüürlich sind praktisch alle privilegierten Figuren korrupt und die Journalisten vor allem daran interessiert ihren Job zu behalten, statt objektiv zu berichten. Selbstverständlich haben Martha und alle auf ihrer Seite stehenden, eine dramatische Geschichte. Klingt das genervt?? Ja, das war ich tatsächlich an einigen Stellen auch. Der Roman hat eine interessante Ausgangslage, setzt sich aber dann doch vor allem aus Dystopie-und Jugendbuchklischees zusammen. Tatsächlich war für mich vor allem nicht glaubwürdig konstruiert, weshalb die TV Sendung, die das Gerichtssystem mit Zeugenaussagen, Anwälten, Richtern, einer Verteidigung und Beweisen ersetzt hat, so gut funktioniert. Da die Autorin gleichzeitig ihren Leser*innen vermitteln möchte, wie schlimm diese Sendung ist, wird offensichtliches gestreut. Etwa eine ziemlich manipulative Moderatorin, die immer wieder die Meinung der Zuschauer in eine ganz bestimmte Richtung lenkt. Allerdings, wenn es mir so klar auffällt, ist unrealistisch begründet, weshalb es den Figuren im Buch nicht auffällt. Bzw. nur den armen Schichten, die selbstverständlich viel viel Schlauer sind und sowieso ist alles eh nur Korruption. Das ganze ist mir zu einfach in zwei Welten geteilt. Hinzu kommt eine ziemlich anstrengende Handlung rund um Marthas Vergangenheit und die Romanze, die für sie Ausgangspunkt allen Handelns ist. Auch das hat mich gestört, weil ich finde das schon ihre eigene Geschichte gereicht hätte, um ihre Beweggründe zu liefern. Mag sein das es mich persönlich eben auch stört, das eine weibliche Hauptfigur mal wieder nicht ohne eine romantische, heterosexuelle Verwicklung auskommt. Gleichzeitig ist das Ganze schon so geschrieben, das man gerne weiter liest. Ich habe nicht nur einmal die Augen verdreht und war genervt. Ich habe trotzdem weiter gelesen. Der Stil hat mich durchaus angesprochen und ich wollte zumindest wissen, wie eine Verbindung zu Band eins und zwei gezogen wird. Viele Fragen werden offen gelassen, der Band funktioniert daher meiner Meinung nach nicht ohne die beiden Fortsetzungen. Gleichzeitig fand ich dadurch aber bestimmte Figuren, die nur am Rande eine Rolle spielen, interessanter als Martha oder die anderen Hauptfiguren. Ich weiß noch nicht ob die Fortsetzungen lesen werde. Momentan finde ich es vor allem schade, das die Autorin die wichtigen Fragen, die der Roman aufwirft so eindimensional beantwortet hat. Mich hat das jedenfalls nicht überzeugt. Wer möchte kann sich ja gerne ein eigenes Bild machen^^

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