Empfehlungen basierend auf "Jahrestage I/ II. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl."
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von Dörte Hansen
Der bewegende Bestseller von Dörte HansenDie Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.
von Dörte Hansen
Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von FamilieDas „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.
von Nora Krug
Erneut nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis – Evangelischer Buchpreis – Förderpreis der Stadt Aalen – SWR-Bestenliste – Tagesspiegel-Bestenliste Comics – Silbermedaille der »Society of Illustrators« – Goldmedaille des Art Director Clubs USA – NBCC Award – Nominiert für den Grand-Prix des Comicfestivals AngoulemeSie lebt seit fast zwanzig Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. »Heimat« ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.Ausstattung: mit Abb., durchgehend 4c
von Bianca Nawrath
Dieses Buch enthält Meinung, Wut und andere Nebenwirkungen. Und das weltbeste Rezept für Borschtsch.Als die ersten Ukrainer:innen nach Deutschland kommen, auf der Flucht vor dem Krieg und der Zerstörung, die das russische Nachbarland über sie gebracht hat, weiß Bianca, sie muss etwas tun. Als Kind polnischer Eltern, die 89 vor dem Sozialismus flohen und in Deutschland eine neue Heimat fanden, fühlt sie sich in der Pflicht.Und so stellt sie das unbesetzte Zimmer in ihrer Wohnung zur Verfügung und hat ab sofort eine ukrainische Mitbewohnerin, Ana. Doch der Start der beiden Frauen ist nicht leicht, die Verständigung schwierig, das Erlebte zu belastend, die Situation ungewiss. Die Küche wird zum neuen Mittelpunkt der WG, hier am Tisch nähern sie sich an, diskutieren, trinken Wein, kochen und finden erste Gemeinsamkeiten. Und so werden aus Fremden, Bekannte und schließlich Freundinnen; auch wenn eine Frage bleibt: Was bringt die Zukunft?
von Olga Tokarczuk
Nowa Ruda im schlesischen Riesengebirge ist ein Ort mit wechselnden Identitäten. Heute polnisch, war das Städtchen früher deutsch, tschechisch, davor österreichisch-ungarisch. Hier, in der Mitte Europas, wo sich Grenzen verschieben und Sprachen kommen und gehen, sind Menschen in Häuser einzogen, in denen noch alte Fotoalben in den Schubladen liegen. Es ist ein Ort, an dem sich Schicksale und Erinnerungen vermischen. Als die Erzählerin mit ihrem Mann in die Gegend kommt, beginnt sie, die Geschichten Nowa Rudas und seiner Bewohner zu sammeln. Dabei hilft ihr die Perückenmacherin Marta, ihre rätselhafte Nachbarin, die sie in die Kunst einführt, die Geschichten vom Tag und die Träume der Nacht zu entwirren.
von Monika Dahlhoff
Die kleine Monika wird mit vier Jahren nach Russland verschleppt. Dass sie die Zeit im Kindergulag überlebte, grenzt an ein Wunder. Hier erzählt sie ihre bewegende Geschichte.Winter 1944: Von russischen Soldaten wird die kleine Monika in einen Kindergulag verschleppt. Karges Essen, ein Schlafplatz zwischen Ratten und völlige Verwahrlosung - als das Mädchen nach Jahren befreit wird, ist ein normales Leben nicht möglich. In einer Pflegefamilie versucht man Monika mit Gewalt und Strenge beizukommen. Nur langsam wird aus dem geschlagenen und misshandelten Kind wieder ein Mensch. Und immer sehnt sich Monika nach der Geborgenheit, die ihr so lange verwehrt wurde, und hofft auf ein Wiedersehen mit ihrer Mutter.
von Ulla Hahn
Zweiter Band der Hilla Palm ReiheIhr Leben scheint vorgezeichnet: Kinder, Küche, Kirche. Doch Hilla träumt sich weg aus dem Dorf am Rhein. Nichts kann dem Kind kleiner Leute die Sehnsucht nach der Freiheit des Geistes austreiben. Unverhofft bietet sich ihr ein neues Leben: Abitur, Studium, ihre selbst gewählte Zukunft liegt vor ihr. Nach „Das verborgene Wort“ hat die Lyrikerin und Bestsellerautorin Ulla Hahn erneut ein imposantes Epos vorgelegt, das feinnervig vom Erwachsenwerden, Wachwerden, Menschwerden erzählt.Hilla lacht das freieste Lachen der Welt. Es ist der erste Tag nach den Weihnachtsferien im Januar 1963; das Lehrerkollegium des Aufbaugymnasiums hat beschlossen, die Siebzehnjährige noch ins laufende Schuljahr aufzunehmen. Mit diesem Tag beginnt für das wissbegierige Kind „vun nem Prolete“ endlich das lang ersehnte neue Leben, in dem die einfachen Wahrheiten der Eltern nicht mehr gelten, in dem das Buckeln in der Papierfabrik von der Freiheit der Worte abgelöst wird. Doch wird Hilla ihre wahre Heimat wirklich in der Sprache finden? „Aufbruch“ gewährt einen anrührenden Blick in die Seele einer mutigen und doch so verletzlichen Heranwachsenden – und zeichnet sprachübermütig und mit großem epischem Temperament ein detailreiches Sittengemälde von den bundesrepublikanischen Mittsechzigern.
von Ulla Hahn
»Ein imposantes, autobiographisch gefärbtes Epos« Der SpiegelEin Mädchen, Arbeiterkind, voller Neugier und Lebenswille sieht sich im Käfig einer engen katholischen Dorfgemeinde gefangen. Sie stößt an die Grenzen einer Welt, in der Sprache und Phantasie nichts gelten. Fast zerbricht sie an der Härte und Verständnislosigkeit der Eltern, die sie in den eigenen Lebensgewohnheiten festhalten wollen. Im Deutschland der fünfziger und frühen sechziger Jahre sucht das Mädchen seinen Weg in die Freiheit: die Freiheit des verborgenen Worts.Ausstattung: JUBILÄUMSAUSGABE
von Annie Ernaux
Französische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der französische Originaltext – ungekürzt und unbearbeitet mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen. Eine Studentin wird ungeplant schwanger und möchte das Kind nicht austragen. Im Frankreich der 60er Jahre eine mehr als gefährliche Entscheidung: Schwangerschaftsabbrüche waren strafbar, und die alleingelassenen Frauen somit gezwungen, in ihrer Verzweiflung eigene Wege zu gehen. Annie Ernaux war diese Studentin – und in »L’événement« erzählt sie von jenem Ereignis, das ihr ganzes Leben prägen sollte. Entstanden ist ein wichtiges Zeitzeugnis und ein nüchternes Plädoyer für die Selbstbestimmtheit der Frau. Französische Lektüre: Niveau B2 (GER)