Von Anfang an bestimmt der Tod ihr Leben: als Maggie O'Farrell im Alter von 8 Jahren beinah an einer unbekannten Virusinfektion starb. Als sie mit 15 aus Übermut und Freiheitsdrang einen törichten Fehler beging. Als sie in der Idylle des Lake District eine zutiefst verstörende Begegnung hatte. Oder als sie in einer unterbesetzten Klinik mit inkompetentem Personal bei der Geburt ihrer ersten Tochter fast gestorben wäre. An den unterschiedlichsten Orten, zu unterschiedlichen Zeiten lenkte der Tod Maggie O'Farrells Leben. Ihre tiefgründige, außergewöhnliche Geschichte stellt existenzielle Fragen: Wie würde ich handeln, wenn ich in tödliche Gefahr geriete? Was stünde für mich auf dem Spiel? Und, nicht zuletzt, wer würde ich danach sein? »Ich bin, ich bin, ich bin« ist ein Buch, das man mit einem neuen Gefühl der Verletzlichkeit aus der Hand legt, mit dem Gefühl, dass jeder neue Herzschlag zählt.
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Ich bin, ich bin, ich bin
von Maggie O'Farrell, Sabine Roth
Von Anfang an bestimmt der Tod ihr Leben: als Maggie O'Farrell im Alter von 8 Jahren beinah an einer unbekannten Virusinfektion starb. Als sie mit 15 aus Übermut und Freiheitsdrang einen törichten Fehler beging. Als sie in der Idylle des Lake District eine zutiefst verstörende Begegnung hatte. Oder als sie in einer unterbesetzten Klinik mit inkompetentem Personal bei der Geburt ihrer ersten Tochter fast gestorben wäre. An den unterschiedlichsten Orten, zu unterschiedlichen Zeiten lenkte der Tod Maggie O'Farrells Leben. Ihre tiefgründige, außergewöhnliche Geschichte stellt existenzielle Fragen: Wie würde ich handeln, wenn ich in tödliche Gefahr geriete? Was stünde für mich auf dem Spiel? Und, nicht zuletzt, wer würde ich danach sein? »Ich bin, ich bin, ich bin« ist ein Buch, das man mit einem neuen Gefühl der Verletzlichkeit aus der Hand legt, mit dem Gefühl, dass jeder neue Herzschlag zählt.
Aktuelle Rezensionen(2)
Maggie O'Farrell schafft etwas Dazwischen. Sie verfasst ein Buch über den Tod, das in Wahrheit vom Leben handelt. Die autobiographische Erzählung „Ich bin, ich bin, ich bin“ schildert das Leben der Autorin anhand von 17 Begegnungen mit dem Tod, ohne sich an eine chronologische Reihenfolge zu halten. Die Kapitel sind jeweils nach dem Körperteil benannt, das von der entsprechenden Gefahr betroffen war. Die Autorin erzählt überwiegend aus der Ich-Perspektive. Ängste, Schmerzen, Atemnot und Panik werden sehr detailliert geschildert, die jeweiligen Situationen wirken dadurch unmittelbar und bedrohlich. Ihr Schreibstil ist bildhaft, atmosphärisch und an manchen Stellen poetisch. So bekommen die emotionalen Augenblicke eine zusätzliche Dimension. Viele Szenen erschienen beim Lesen nicht nur wie Erinnerungen, sondern wie Erlebnisse, die man direkt mit der Autorin geteilt hat. Besonders eindrucksvoll fand ich die Metaebene im Kapitel „Kopf“. Dort spricht die Ich-Erzählerin selbst darüber, ein Buch zu schreiben. In diesem Moment wurde mir krass bewusst, dass ich keine fiktionale Geschichte lese, sondern die Erinnerungen eines realen Menschen. Gerade dieser autobiographische Aspekt gewinnt dadurch enorm an Gewicht und verleiht vielen der geschilderten Erlebnisse eine zusätzliche emotionale Wucht. Auf den ersten Blick scheint es, als würde das Buch vom Tod handeln. Als Kind übersteht die Autorin eine schwere Virusinfektion. Sie gerät in riskante Situationen, erlebt Unfälle, Krankheiten und Komplikationen bei Geburten. Auffällig ist, dass Männer in vielen der bedrohlichsten Geschichten eine Rolle spielen. Am Anfang des Buches findet sich die fast vollzogene Vergewaltigung. Es gibt Ärzte, die die Beschwerden von Schwangeren und Gebärenden nicht ernst nehmen. Es wird immer wieder thematisiert, dass andere Menschen Macht über ihren Körper ausüben oder ausüben möchten. Aber je weiter ich las, desto mehr bekam ich das Gefühl, dass hier etwas anderes im Fokus steht. Meiner Ansicht nach sind diese Szenen eher ein Versuch, sich lebendig zu fühlen. Oder gar wie der Versuch, die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzuerlangen. In diesem Zusammenhang erscheinen die Mutproben und riskanten Entscheidungen plötzlich in einem anderen Licht. Nicht wie eine Sehnsucht nach dem Tod, sondern wie die seltenen Augenblicke, in denen sie selbst entscheidet, was mit ihrem Körper passiert Manche Episoden haben mich mehr mitgerissen als andere. Trotzdem hält das außergewöhnliche Setting das ganze Buch sehr gut zusammen. Ein beeindruckendes, kluges und sehr persönliches Buch über Verletzlichkeit, Erinnerung und die Frage, was es eigentlich bedeutet, am Leben zu sein. 4,5 von 5 ⭐️ Zitate: „Die Menschen, von denen wir lernen, nehmen einen besonderen Platz in unserer Erinnerung ein. Ich war keine zehn Minuten Mutter, als der Mann zu mir kam, aber er lehrte mich mit einer einzigen kleinen Geste das fast Wichtigste am Elternsein: Zugewandtheit, Intuition, Berührung, und das man oft nicht einmal Worte braucht.“ „Fast gestorben zu sein ist nichts Einmaliges oder Besonderes. Der Tod begegnet uns ständig; wohl jeder, wage ich zu vermuten, war ihm schon einmal nahe, vielleicht ohne es zu merken.“ „Nein, was mich treibt, ist der Drang, etwas zu tun – irgendetwas -, das mich herausholt aus der eintönigen Banalität meines Sechzehnjährigendaseins. Das diesen Tag hervorhebt aus der Endlosreihe identisch dahinplätschernder Tage. Es ist der Drang, einzutauchen ins Wasser, dieses andere Element, diesen dunklen, schwappenden Umriss am Fuß der Hafenmauer; ich fühle seine Tiefe, seine Kompaktheit, seine kalte, wartende Kraft, auch wenn ich sie nicht sehen kann. Ich will, dass es mich reinwäscht vom Mief des Hotels, des Speisesaals, von den Ehemännern, die mich vor den Augen ihrer gezierten Gattinnen taxieren, wenn ich nach Dessertwünschen frage, und sagen: „Ich vernasch einfach Dich,“
Irgendwie ein sehr inspirierendes Buch, zu sehen, wie Maggie mit all diesen Situationen umgegangen ist, was es ihr über sich selbst gezeigt hat und auch einfach dieser Gedanke von was-wäre-wenn, den man nicht vermeiden kann, wenn man über diese Situationen nachdenken kann. Besonders ihr Blick auf Mutterschaft, dass Fehlgeburten und die Sorgen um Kinder wie eine eigene Begegnung mit dem Tod ist. Und auch was sie über ihre Beziehungen mit Männern darüber lernt, war sehr interessant.